Max Verstappen - GP USA 2016 Red Bull
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Marko kritisiert Verstappen

Reifenverschleiß höher als bei Ricciardo

Max Verstappen hat die Formel 1 im Sturm erobert. Doch Geduld ist offenbar nicht die Stärke des Holländers. Red Bull-Berater Helmut Marko kritisierte nach dem GP USA, dass sein Schützling in Sachen Reifenmanagement noch Nachholbedarf hat.

Es war der Funkspruch des Rennens. In Runde 20 wurde Max Verstappen von seinem Ingenieur aufgefordert, die Reifen zu schonen, damit die Rundenzeiten am Ende des geplanten Stints nicht einbrechen. Doch der Pilot befand sich gerade auf der Jagd nach Nico Rosberg – und damit dem letzten Podiumsplatz.

Reifenschonen war das Letzte, was der junge Holländer in diesem Moment im Sinn hatte: „Ich bin nicht hier, um Vierter zu werden“, so die klare Antwort an den Kommandostand. Bei den Fans kam die Angriffs-Haltung gut an. Trotz seines Boxenfehlers und dem Ausfall in der 28. Runde wurde er zum Fahrer des Rennens gekürt.

Marko kritisiert zu hohen Reifenverschleiß

Bei Red Bull war man dagegen nur mittelmäßig begeistert, dass der Pilot auf der Jagd nach Mercedes die Geduld verlor. „Wenn Du nicht vorbeikommst, dann darfst Du die Reifen nicht überfordern. Das muss er lernen“, kritisierte Teamberater Helmut Marko. „So gewinnst Du keine Rennen, so gewinnst Du keine Meisterschaften. Er muss die richtige Balance zwischen Attacke und Abwarten finden.“

Dass es auch anders geht, zeigte Teamkollege Daniel Ricciardo. Der Australier ging den zweiten Stint in Austin sachte an. Dennoch stellte er sicher, dass Rosberg hinter ihm nie in das DRS-Fenster kam. „Es ist die Stärke von Daniel, dass er einen sehr guten Speed fahren kann, ohne den Reifen zu überfordern“, lobte Marko.

Der Grazer ist bekanntlich ein großer Unterstützer von Verstappen. Doch in Sachen Gummi-Behandlung sieht Marko noch Steigerungspotenzial bei seinem Schützling. „Im Vergleich zu Daniel hat er einen wesentlich höheren Reifenverschleiß. Er ist damit aber nicht schneller gefahren“, so die nüchterne Analyse des ehemaligen F1-Piloten.

Zuletzt war das Defizit des Youngsters bereits in Malaysia deutlich geworden. Verstappen hatte in den Schlussrunden versucht, Ricciardo niederzukämpfen. Nach dem letzten Stopp lagen nur wenige Sekunden zwischen den beiden Red Bull. Doch Verstappen machte zu früh Attacke und bezahlte dann im Finale. Der Sieg von Ricciardo geriet nicht mehr in Gefahr.

Schadet Verstappen Red Bull?

Auch bei Konkurrent Mercedes hat man von der Ungeduld des Red Bull-Juniors bereits Notiz genommen. Nach dem Austin-Rennen berichtete ein Ingenieur: „Verstappen hat im zweiten Stint wieder mal gezeigt, dass er die Reifen in den ersten Runden nach dem Stopp zu hart ran nimmt. Als er am Funk gewarnt wurde, hat er nur gesagt, dass er nicht um einen vierten Platz fahren will. Ricciardo dagegen war klug unterwegs. Er hat am Anfang des Stints etwas zurückgesteckt.“

Die Konkurrenz glaubt, dass er dem Team mit seiner forschen Art am Ende mehr schadet als nutzt: „Verstappen ist unglaublich schnell, aber er ist nicht zu kontrollieren. Für mich kam er in die Box, weil er glaubte, so Ricciardo schlagen zu können. Er hat einfach Tatsachen geschaffen. Damit hat er seinem Team jede Chance genommen, Zweiter zu werden. Das ist inakzeptabel. Du musst nach den Regeln deines Teams spielen.“

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