Markus Winkelhock

Gelungener F1-Test, aber Zukunft ungewiss

Der Schwabe Markus Winkelhock fuhr bei seinem ersten Formel 1-Test am Samstag (10.12.) im spanischen Jerez im MF1-Toyota schneller als Stammfahrer Christijan Albers, doch mangels Geld ist eine Zukunft des 25-Jährigen in der Formel 1 fraglich.

20 Jahre und vier Monate nachdem sein Vater bei einem Sportwagen-WM-Rennen im kanadischen Mosport mit einem Porsche 962 schwer verunglückte und zwei Tage später starb, setzte sich sein Sohn Markus Winkelhock erstmals in ein Formel 1-Auto und zeigte eine tadellose Vorstellung.

In Jerez lag der Schwabe in 1:20,856 Minuten rund zwei Sekunden über dem Tagesschnellsten, Jacques Villeneuve. "Das war eine gigantische Erfahrung, fantastisch, ein Traum für jeden Rennfahrer", schwärmte er. Im Rennwagen des Nachfolge-Teams von Jordan erzielte Winkelhock die schnellste Zeit der vier MF-1-Piloten, darunter auch der niederländische Stammfahrer Christijan Albers.

"Das Team war mit mir zufrieden und ich war es auch", sagte Winkelhock, der über eine Sekunden schneller als der Russe Roman Rusinow war und rund dreieinhalb Sekunden vor dem Italiener Fabrizio del Monte lag.

Markus Winkelhock: "Vater wäre stolz"

Insgesamt drehte Winkelhock 52 Runden auf dem 4,428 km langen Circuit de Jerez. "Aber zur ersten Runde rauszufahren, war etwas ganz besonderes", meinte Winkelhock. Erinnerungen an seinen Vater seien ihm in diesem Moment zwar nicht gekommen.

"Mein Vater wäre aber stolz auf mich gewesen", sagte Winkelhock, der mit MF1-Teamchef Colin Kolles über eine mögliche weitere Zusammenarbeit reden will. "Wir werden in der kommenden Woche telefonieren." Ein positives Resümee zog der leitende Test- und Renningenieur von MF 1, Dominic Harlow. "Alle drei Fahrer fügten sich sehr gut ein, machten den ganzen Tag über keinen Fehler."

Markus Winkelhock: "Muss Sponsoren finden"

Ob der Junior ebenfalls eine Zukunft in der Königsklasse des Motorsports hat, ist fraglich. "Wir müssen sehen, dass wir jetzt ein paar Sponsoren finden. Es ist natürlich mein Ziel, in einem Team unterzukommen", sagte Winkelhock.

Der jüngste Winkelhock setzt damit auch die Familientradition der Winkelhocks fort. Nach seinem Vater war 1989 auch sein Onkel Joachim Winkelhock mit dem französischen AGS-Ford-Team in der Formel 1 am Start, konnte sich mit dem unterlegenen Auto jedoch für kein Rennen qualifizieren.

Sollte Markus Winkelhock sich einen Platz als Fahrer bei den Freitags-Testrunden sichern können, wäre er nach dem siebenmaligen Weltmeister Michael Schumacher (Ferrari), dessen Bruder Ralf (Toyota), dem gebürtigen Mönchengladbacher Nick Heidfeld (BMW Sauber) und dem Neueinsteiger Nico Rosberg (Williams) der fünfte Deutsche in der aktuellen Formel 1.

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