Marussia MR02 für die F1-Saison 2013

Kein Auto von der Stange

Marussia MR02 Präsentation Jerez 2013 Foto: Grüner 16 Bilder

Marussia zeigt Mut zum Risiko. Trotz knapper Kassen ließen sich die Ingenieure um Pat Symonds etwas einfallen. Der neue Marussia MR02 ist kein Auto von der Stange. Es zeigt einige alternative Lösungen wie eine tiefe Nase und flache Seitenkästen.

Es war noch halb dunkel in Jerez, als Marussia sein neues Formel 1-Auto vorstellte. Es ist das vierte in seiner kurzen Firmengeschichte und auch das innovativste. Die Konstrukteure um Pat Symonds und Dave Greenwood sind ihren eigenen Weg gegangen und haben nicht irgendein Standardauto gebaut. Dieser Marussia unterscheidet sich von den bisher gezeigten Autos. Ob es auch schnell ist, steht auf einem anderen Blatt.

Keine Stufe im Chassis

Die Nase duckt sich tief über dem Frontflügel. Tiefer als bei jedem anderen Auto. Von der Nasenspitze bis zum Cockpit steigt das Chassis in einer Linie ohne Stufe an. Auf die hatte Marussia schon im letzten Jahr verzichtet. Trotzdem nutzt Pat Symonds die von der FIA erlaubte Blende. Sie ist aber nur an den Kanten angebracht und schafft so eine Mulde, die die Luft gezielter Richtung Cockpit ausrichtet.

Seitenkästen sind flach und schmal

Die zweite Auffälligkeit sind die flachen Seitenkästen. Sie sind zudem erstaunlich schmal. Mindestens so wie beim Mercedes. Der Auspuff nach McLaren-Vorbild mündet extrem tief in einer Beule, die vor dem Flaschenhals aus den Seitenkästen wächst. Der Schacht, in dem das Endrohr liegt, ist leicht nach außen angewinkelt. Hierfür musste Cosworth eigens ein neues Auspuffsystem entwickeln. Die Bodenplatte ist im Bereich der Kühleinlässe auf eine Länge von 50 Zentimeter nach oben gebogen. Das hat man schon bei ToroRosso gesehen. Die heiße Luft entweicht am Ende der Airbox und durch Schlitze an den Anlenkpunkten der Hinterachse. Die Airbox wirkt ziemlich plump, weil sie in einer Linie zum Heck hin abfällt.

Zum ersten Mal ist Kers an Bord

Bei den Aufhängungen lässt sich Marussia auf keine Experimente ein. Pushrod vorne, Pullrod hinten. An der Hinterachse folgte Pat Symonds dem Trend und hob die Querlenker an, um dem Diffusor eine bessere Anströmung zu gönnen. Zum ersten Mal hat der Marussia Kers an Bord. Es wird von Williams gestellt. Das Getriebe kommt von X-Trac. Auf der Fahrerseite gibt es keine Neuigkeiten. Bei der Präsentation war nur Max Chilton anwesend. Vom angeblich zweiten Fahrer Luiz Razia keine Spur.

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