Massa bei Williams angekommen

Tagesbestzeit plus viele Runden

Felipe Massa - Williams - Formel 1 - Jerez - Test - 31. Januar 2014 Foto: Baldauf / SB-Medien 45 Bilder

Williams-Neuzugang Felipe Massa hat sich mit der Tagesbestzeit aus der ersten Testwoche in Jerez verabschiedet. Für ein Grinsen auf dem Gesicht reichte das schon. Euphorie wollte aber noch nicht ausbrechen. Es sei noch zu früh, ein Urteil abzugeben.

Felipe Massa trägt jetzt dunkelblau statt rot. Der brasilianische Routinier hat beim englischen Traditionsrennstall Williams eine neue Heimat gefunden - nach acht Jahren in Diensten von Ferrari. Doch nicht nur die Bekleidungsfarbe hat sich geändert, sondern auch ein wenig sein Gesichtsausdruck. Massa strahlt und lächelt.
 
"Die Dinge laufen gut für mich. Ich konnte einen ersten Eindruck von meiner neuen Mannschaft gewinnen. Williams hat ein sehr professionelles und konkurrenzfähiges Team. Wir haben viele Jungs, die wissen, wie man ein gutes Formel 1-Auto baut." So klingt ein rundum zufriedener Rennfahrer.

Massa Schnellster unter Mischbedingungen

Am vierten und letzten Testtag in Jerez de la Frontera sicherte sich der kleine Brasilianer die Tagesbestzeit in 1:28.299 Minuten vor seinem ehemaligen Teamkollegen Fernando Alonso. Insgesamt spulte Massa 86 Umläufe oder 370 Kilometer ab - ohne jegliche Zwischenfälle. "Erster zu sein, ist immer nett. Ich habe eine lange Zeit keine schnellste Runde bei Testfahrten setzten können", berichtete Massa. "Ich bin zufrieden mit dem heutigen Test. Wenn man sieht, wie der erste Tag für uns gelaufen ist, war noch nicht vorherzusehen, dass wir heute 86 Runden schaffen würden."
 
Am Dienstag war für Williams noch der Technikwurm im FW36 versteckt, wie in den Konkurrenzautos auch. Valtteri Bottas drehte gerade einmal sieben Runden. Doch von Tag zu Tag lief es in Jerez besser. "Es gab keine Probleme heute. Ich hätte sogar noch mehr Runden schaffen können. Viele meiner Runs wurden durch rote Flaggen unterbrochen", ärgerte sich Massa ein wenig.
 
Die Streckenbedingungen seien schwierig gewesen, da sich der Asphalt als rutschig erwies. Über Nacht hatte es in Südspanien geregnet. Die Sonne versteckte sich den gesamten vierten Testtag hinter einer dicken Wolkendecke. Daher trocknete die Piste nur langsam auf und erst am späten Nachmittag konnte mit Slicks gefahren werden. "Die Reifen haben unter diesen Bedingungen einfach nicht gut gearbeitet."

Massa mag noch kein Urteil abgeben

In die gefahrenen Zeiten möchte Massa noch nicht viel hineininterpretieren. "Es ist noch zu früh, ein Urteil abzugeben. Jeden Tag können sich die Dinge ändern." Außerdem seien noch nicht alle Autos gefahren, so der 32-jährige Routinier. Als größte Baustelle bezeichnet Massa das neue elektronische Bremssystem (Brake-by-Wire), das nicht nur die Bremsbalance automatisch verstellt, sondern auch für das Aufladen der Batterien (kinetische Energie) verantwortlich ist.

"Es ist nicht leicht, 100-prozentiges Vertrauen zu den Bremsen aufzubauen", erzählt Massa. Natürlich müssten die Ingenieure auch noch an den Motoreneinstellungen arbeiten, denn bislang würde das plötzlich einsetzende Drehmoment zu vielen Querstehern führen. "Davon werden wir in dieser Saison viele sehen." Trotzdem sind Massa und Williams zufrieden: "Nicht nur ich lächle, sondern auch die Mechaniker und Ingenieure in der Garage."

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