Mattiacci wirbt für offene Motorenentwicklung

"Es kostet nicht mehr Geld"

Ferrari - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 1. Oktober 2014 Foto: ams 18 Bilder

Ferrari kämpft trotz Widerständen in den Reihen einiger Mercedes-Team weiter dafür, dass die Motoren-Entwicklung auf das ganze Jahr ausgedehnt wird. Da der erlaubte Rahmen an Änderungen gleich bleibt, sieht Rennleiter Marco Mattiacci auch kein Kostenproblem.

Es ist die typische Formel 1-Politik. Als sich die Teamchefs in Singapur mit Bernie Ecclestone trafen, um eine Reform der Motor-Regeln zu besprechen, da waren noch alle für eine Lockerung des Entwicklungszeitraums. Ferrari hatte den Vorschlag gemacht, das im Winter erlaubte Entwicklungs-Pensum auf die ganze Saison auszudehnen und nicht verbrauchte Entwicklungen in die nächste Saison hinüberzuretten.

Zwei Wochen später sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. In den Reihen einiger Mercedes-Teams gibt es Widerstände. Argument: Die Kosten würden dramatisch steigen, und die Kundenteams müssten dafür die Zeche bezahlen. Ferrari-Teamchef Marco Mattiacci kann dieser Begründung nicht folgen: "Es kostet nicht mehr Geld, denn der Umfang der Entwicklung bleibt gleich."

Mattiacci behauptet, dass die augenblickliche Regel den Kunden-Teams mehr schadet: "Wenn ich in der Saison mit dem Stand des Motors von Ende Februar leben muss, dann haben die Kundenteams keine Chance sich zu verbessern. Das kann sie Punkte und am Ende auch mehr Geld kosten."

Chance und Risiko für Ferrari

Ferraris neuer Rennleiter führt noch andere Gründe an, warum das Einfrieren der Entwicklung während der Saison unsinnig ist. "So konzentriert sich die Arbeit der Ingenieure und Lieferanten nur auf die Wintermonate. Es wäre besser, sie das ganze Jahr gleichmäßig zu beschäftigen. Formel 1 bedeutet ständige Innovation."

Auch für die Fans ist der Entwicklungstopp unbefriedigend: "Ich kann den Ferrari-Fans doch vor der Saison nicht sagen. Das ist der Stand. Bis zum nächsten Winter muss ich mit den Nachteilen leben, die ich habe. Formel 1 ist Unterhaltung. Die bleibt auf der Strecke, wenn man die Entwicklung einfriert."

Mattiacci sieht seinen Vorschlag nicht durch die Ferrari-Brille. "Wir stehen dahinter, weil es gut für den Sport ist. Für Ferrari ist es Chance und Risiko zugleich. Mercedes darf ja auch seinen Motor weiterentwickeln. Es ist deshalb auch kein einseitiger Vorteil für uns."

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