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Hamilton - Usain Bolt - GP USA 2017 - Rennen
Hamilton - Usain Bolt - Mercedes-AMG GT R - GP USA 2017 - Rennen
Hamilton - Usain Bolt - Mercedes-AMG GT R - GP USA 2017 - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP USA 2017 - Rennen
Sebastian Vettel - Ferrari - GP USA 2017 - Rennen 62 Bilder

Kein Happy End für Verstappen

FIA-Stewards in der Zwickmühle

Max Verstappen blieb der Podestplatz in Austin verwehrt. Red Bull Helmut Marko wetterte gegen die Sportkommissare und lobte seinen Schützling. Wir blicken noch einmal auf die wahnsinnige Aufholjagd von Startplatz 16.

Red Bull verlässt Austin mit 12 Punkten. Die schwächste Ausbeute seit dem GP Ungarn spiegelt allerdings nicht die Leistung der Autos wider. Daniel Ricciardo war ein heißer Anwärter auf das Podest. Bis ihn die Technik im Stich ließ. Red Bull suchte die Schuld bei Motorenpartner Renault.

Drei Punkte mehr und ein Podest verwehrten die Sportkommissare. Sie ahndeten Max Verstappens mutige Attacke gegen Kimi Räikkönen in der letzten Runde mit einer Zeitstrafe von 5 Sekunden. Bei Red Bull war man deshalb außer sich. „Unglaublich, dass man ein derartig tolles Rennen mit solch einer Strafe, die völlig unerwartet wie aus der Pistole kam, zerstört“, giftete Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko.

Dilemma für die Formel 1

Sebastian Vettel - GP USA 2017
Wilhelm
Im Parc Fermé stand der Red Bull noch hinter dem Schild mit der Startnummer 3.

Dem Grazer Doktor stießen zwei Sachen besonders auf. Aus Sicht des Le Mans-Siegers von 1971 urteilen die Schiedsrichter nicht konstant. „Wir hätten Videomaterial aus diversen anderen Zweikämpfen vorführen können, wo nicht bestraft wurde.“ Auch die Schnelle der Entscheidungsfindung kam bei Marko nicht gut an.

Da steckt die Formel 1 in einem Dilemma. Schnell urteilen, und einen Fahrer vom Podest ziehen, ohne die Streitparteien angehört zu haben? Oder warten, und womöglich im Nachgang bestrafen? Dann wäre das Siegerfoto nutzlos für die Archive. Und die Fans lesen in den Zeitungen das falsche Ergebnis, wenn ein Rennen zu später Zeit in Europa läuft.

Marko hat seine Meinung: „Nie wurde so schnell ein Urteil gefällt. Vier inkompetente Herren treffen eine Entscheidung, ohne die Fahrer überhaupt gehört zu haben. Und wir können nicht einmal Protest einlegen. Das System ist falsch. Unsere Argumentation wäre gewesen, dass Räikkönen leicht gerutscht ist und Verstappen nirgends hinkonnte und eine Kollision vermeiden musste.“

Steigende Temperaturen helfen Red Bull

Soweit der Ärger. Für Red Bull gab es durchaus auch positive Seiten. Zum Beispiel, dass der RB13 im Rennen schneller war als zuvor vermutet. Am Sonntagvormittag hatte Marko gefürchtet, dass die kühlen Temperaturen und die grüne Strecke Mercedes stark bevorteilen und sein Team schwächten. Doch die Sonne strahlte rechtzeitig für Red Bull. 24 Grad Luft- und 35 Grad Asphalttemperatur reichten aus, um den RB13 zu beflügeln. „Die Temperaturen haben geholfen. Und im Rennen können Mercedes und Ferrari nicht auf Dauer den Power-Modus abrufen.“

Max Verstappen - GP USA 2017
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Verstappen pflügte von Startplatz 16 durchs Feld.

Verstappen kassierte in der Startrunde Marcus Ericsson und Lance Stroll. Im nächsten Umlauf Daniil Kvyat und Romain Grosjean. In Runde 3 fiel er über Sergio Perez her. Einen Umlauf später über Felipe Massa. Die weiteren Opfer: Carlos Sainz (Runde 6), Fernando Alonso (Runde 7) und Esteban Ocon (Runde 10).

Der Ausfall von Teamkollege Ricciardo spülte ihn auf die fünfte Position vor. Die früheren Stopps von Sebastian Vettel, Valtteri Bottas, Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen sogar für zwei Umläufe an die Spitze. Hamilton auf frischen Reifen war für Verstappen mit alten Supersoft-Gummis nur über drei Kurven zu halten.

Red Bulls Taktik passt

13 Runden nach seinem ersten Stopp in Umlauf 24, wo Verstappen auf Soft-Reifen gewechselt hatte, steuerte der Sieger des GP Malaysia erneut die Boxenstraße an. Red Bull wollte mit einem Undercut an Vettel, Bottas und Räikkönen vorbei. Für die Schlussattacke über 19 Runden wählte man wieder die Supersoft-Mischung. Es war ein brandneuer Satz. Vettel reagierte und hielt sich vor Verstappen. Bottas und Räikkönen blieben draußen. Doch das Duo Vettel-Verstappen holte sie auf frischeren Reifen ein.

Vier Runden vor Schluss schnappte sich Red Bulls Wunderknabe den silbernen Mercedes mit der Startnummer 77. Auf Bottas war man bei Red Bull nicht gut zu sprechen. Was aber an der Anfangsphase des Rennens lag. Der Finne hatte sich harte Zweikämpfe mit Ricciardo geliefert. „Mich beschleicht das Gefühl, dass Bottas gegen Ricciardo besonders hart fährt. Räikkönen hat er ja praktisch vorbei gewinkt, als der Mal angriff. Vielleicht liegt es ja an ihrer gemeinsamen Zeit in der Renault Zweiliter-Formel“, meckerte Marko. Bottas gewann die Formel Renault 2.0 Eurocup 2008 vor dem Australier.

Der Ausgang ist bereits erzählt. Wie es dazu kam nicht. Räikkönen musste Sprit sparen. Dagegen konnte Verstappen voll angasen. „Die Strategie, die Reifenwahl, der Spritverbrauch: Alles hat gestimmt. Wir haben gesehen, dass Räikkönen auf der Gerade vom Gas musste. Und seine Reifen waren nicht mehr die besten.“

Was wäre gewesen, wenn Verstappen nicht von Platz 16, sondern in der Spitzengruppe gestartet wäre? Hätte er Hamilton sogar gefährlich werden können? „Ich denke nicht. Wir haben Hamiltons wahre Geschwindigkeit nicht gesehen. Er musste nicht ans Limit“, sagt Marko, der trotzdem festhält. „Unser Auto war super. Verstappen super super.“

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