Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Italien - Monza - 1. September 2016 sutton-images.com
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Force India - Formel 1 - GP Italien - Monza - 1. September 2016
Red Bull - Formel 1 - GP Italien - Monza - 1. September 2016
Sergio Perez - Force India - Formel 1 - GP Italien - Monza - 1. September 2016 99 Bilder

Max Verstappen bleibt hart

Lernen ja, Fahrstil ändern nein

Max Verstappen wird seinen Fahrstil nicht ändern. Er gibt aber zu, dass er einige Vorfälle in Spa mit anderen Augen sieht. Zum Beispiel die Startkollision. Sein Fazit: „Wir können alle lernen. Auch die erfahrenen Piloten.“

Der Junge gibt nicht so klein bei. Zuerst wollte Max Verstappen Fragen nach seinen Duellen mit den Ferrari-Piloten in Spa wie ein Routinier abwürgen: „Das ist Vergangenheit. Ich schaue in die Zukunft. Mein Fokus liegt voll auf Monza.“ Doch so einfach kam der 18-jährige Holländer den Fragestellern nicht davon. Die Affäre Spa kam noch einmal auf den Tisch.

Und da blieb Verstappen seiner Linie treu. „Es gab gute Kämpfe, und die Sportkommissare haben uns nicht bestraft. Ich mache weiter mein Ding und werde meine Fahrstil nicht ändern, nur weil es einige so fordern.“ Der Fußball-Fan und Anhänger des PSV Eindhoven erklärte es mit einem Beispiel: „Wenn der Trainer Zlatan Ibrahimovic plötzlich sagt, er soll in der Verteidigung spielen, dann wird Ibra trotzdem immer ein Angreifer bleiben. Weil es seine Natur ist.“

In Verstappen steckt ein Rebell

In Verstappen steckt ziemlich viel Ibrahimovic. Auch er ist ein Rebell, der sich nichts gefallen lässt. Teamkollege Daniel Ricciardo kann es verstehen. „Max ist erst 18. In dem Alter haben wir uns alle nichts von den Älteren sagen lassen. Diese Abwehrhaltung ist ganz normal.“

In einem Punkt rudert Verstappen zurück. Er sieht sich als Opfer der Startkollision, aber er gibt den Ferrari-Piloten nicht mehr uneingeschränkt die Schuld. „Im Auto hast du eine andere Sicht als später, wenn du das Video siehst. Hätte ich einen besseren Start gehabt, wäre ich nicht dort gelandet, wo ich war. Wir hätten uns alle ein bisschen mehr Platz lassen sollen. Sebastian konnte natürlich nicht wissen, dass ich ganz innen war. Ich würde sagen, der Unfall in der ersten Kurve war Pech. Wir alle werden daraus lernen. Auch die erfahrenen Piloten.“

Die Ferrari-Piloten haben sich bereits untereinander ausgesprochen. Sebastian Vettel entschuldigte sich bei Kimi Räikkönen, stellt aber gleichzeitig klar: „Ich wusste nur, dass Kimi neben mir war. Deshalb habe ich Platz für ein Auto gelassen. Max konnte ich nicht sehen. Hätte ich gewusst, dass er sich auch noch in die Lücke zwängt, hätte ich mehr Platz gelassen.“

Für Payback ist die Formel 1 zu gefährlich

Räikkönen versucht Fahrt aus dem Zwist zu nehmen: „Ich habe persönlich nichts gegen Max. Er ist schnell und tut seinen Job. Aber es geht nicht, dass er mich bei Vollgas zum Bremsen zwingt. Einige seiner Manöver sind nicht korrekt.“

Der Finne kritisierte vor allem die Kommentare seines Gegners nach dem Rennen. „Es hat sich so angehört, als wollte Max uns etwas zurückzahlen. Das geht gar. Wir alle machen Fehler, aber es ist dumm, sich für etwas revanchieren zu wollen. Dafür ist die Formel 1 zu gefährlich.“

Die Fahrer beklagen sich durch die Bank, dass die Entscheidungen der Sportkommissare nicht verlässlich sind. Mal wird man für den gleichen Vorfall bestraft, mal nicht. Dabei sind die Regeln klar, wie Fernando Alonso sagt: „Spurwechsel in der Bremszone geht nicht, auf der Geraden nur, wenn du klar vor dem anderen Auto bist. Das war bei Max und Kimi der Fall. Also hat Max nichts falsch gemacht.“

Da hakt auch Verstappens Teamkollege Ricciardo ein. „Der Spurwechsel in der Bremszone ist ein Ärgernis. Du musst dich als Verteidiger irgendwann festlegen, weil der Angreifer sonst nicht mehr reagieren kann. Die jungen Fahrer scheinen diese Unart vom Kartfahren mitzubringen. Doch in der Formel 1 ist das gefährlich, weil alles so viel schneller passiert. Ich hatte ein ähnliches Erlebnis letztes Jahr mit Carlos Sainz. Wir haben darüber gesprochen, und seitdem hat er es nicht mehr gemacht.“

Unterstützung für Verstappen von Kollegen

Die Fahrergemeinde ist in der Verstappen-Frage ziemlich gespalten. Fernando Alonso, Nico Hülkenberg und Sergio Perez können mit der harten Gangart des Jungstars leben. „Ich hatte mit Max noch keinen Moment, wo ich sagen könnte, dass er es übertreibt. Auch in Spa nicht. Er hat mich neben die Strecke gedrängt, ich musste dadurch abkürzen und war wieder vor ihm. Das ist akzeptabel“, sagt Perez.

Während sich Lewis Hamilton nicht in andere Angelegenheiten einmischen will, meinte Nico Rosberg man solle sich die Sache noch einmal genau anschauen: „Wenn ein Fahrer bei 320 km/h auf der Geraden zum Bremsen gezogen wird, dann muss man das ernsthaft diskutieren.“ Daniel Ricciardo bleibt diplomatisch: „Ich kann beide Seiten verstehen. Max, dass er nicht nachgibt, Kimi dass er sich aufregt.“

Verstappen versteckt sich hinter den Sportkommissaren. Sie haben keinen bestraft. Also war alles in Ordnung. Und überhaupt. Michael Schumacher hat 2000 das gleiche mit Mika Häkkinen gemacht. „Und der ist sieben Mal Weltmeister geworden.“ An den Vorbildern lässt sich schnell erkennen, wie ein Fahrer gestrickt ist. Verstappen ist kein Mann der Defensive. Er will sich auch nicht verstecken. „Ich werde mit Kimi reden.“

Ricciardo glaubt, dass sich Verstappen bald schon die Hörner abstoßen wird und man mit ihm Nachsicht üben soll. „Max hat alles, was ein Rennfahrer braucht. Er ist schnell, er will fighten, er will seinen Platz behaupten. Aber er ist erst 18. In dem Alter war für mich die Formel 1 noch meilenweit weg. Er wird nicht alles richtig machen, aber die Erfahrung wird die Dinge für ihn regeln. Jedes Mal, wenn er von seinen Kollegen Gegenwind spürt, wird er dazulernen.“

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Das war hartes Fahren. Am Limit, aber akzeptabel. Räikkönen muss als Angreifer halt schauen, wo er bleibt.
Das geht gar nicht. Verstappens Revanchefoul war kriminell und gehört noch nachträglich bestraft.
Strafe ist zu viel. Eine Verwarnung tut’s auch. Charlie Whiting soll Max mal die Ohren lang ziehen.
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