Max Verstappen wie Marc Marquez

„Vorsichtiger heißt langsamer“

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Aserbaidschan - 26. April 2018 Foto: sutton-images.com 81 Bilder

Max Verstappen hat sich für seinen Fehler in Shanghai entschuldigt. Damit ist für den Holländer das Thema erledigt. Die Nachbetrachtung erledigen seine Kritiker. Tatsächlich ging es Verstappen beim GP China so wie MotoGP-Ass Marc Marquez in Argentinien. Er sah die Chance zu gewinnen und wollte zu viel.

Max Verstappen war am ersten Arbeitstag von Baku ein gefragter Mann. Zu seiner Medienrunde im Red Bull-Pavillon kamen mehr Journalisten als sonst. Und jeder hatte die gleiche Frage. Wie würde der Rambo von Shanghai die Szene mit dem Abstand von 14 Tagen sehen? Verstappen blieb sich treu: „Ich habe einen Fehler gemacht, mich bei Seb entschuldigt, das Thema jetzt abgehakt und schaue nach vorne. Der Fokus liegt auf Baku.“ Der Holländer ließ sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als einer wissen wollte, ob es in seiner Karriere schon einmal vorgekommen sei, dass er sich einmal entschuldigt habe. „Es kam vor, aber nicht oft.“ Nach kurzem Nachdenken erinnert er sich: „Das letzte Mal bei meinem Teamkollegen.“ Das war beim GP Ungaren im letzten Jahr, als die beiden Red Bull-Piloten in der ersten Runde aneinander geraten sind.

Die öffentliche Schelte nimmt Verstappen gelassen: „Der größte Kritiker, den es gibt, ist mein Vater. Wenn ich das überstehe, halte ich jede Kritik aus.“ Und wer sind die besten Ratgeber in schwierigen Zeiten wie diesen? „Mein Vater und Helmut Marko. Die verstehen viel vom Racing.“ Den Angriff auf Sebastian Vettel würde der Red Bull-Pilot zurücknehmen, wenn er noch könnte. Die Attacke auf Lewis Hamilton nicht. „Ich konnte die Kurve voll fahren, Lewis nicht. Deshalb war es legitim, dass ich ihn angegriffen habe. Mein Pech war, dass ich auf die Reifenschnipsel gekommen bin und dort korrigieren musste.“

Red Bull ein Siegerauto auf allen Strecken?

Verstappen wäre nicht er selbst, wenn er sich in Zukunft mäßigen würde. „Vorsichtiger fahren macht dich langsamer. Niemand ist perfekt. Ich werde aus dem Fehler lernen, aber das heißt nicht, dass ich nicht mehr angreifen werde.“ Irgendwie erinnerte der GP China aus Sicht von Verstappen an das MotoGP-Rennen von Marc Marquez vor drei Wochen in Argentinien. Der spanische MotoGP-Star war schon beim Start zurückgefallen, spürte aber, dass er auf halbnasser Strecke trotzdem den Speed zum Gewinnen hatte. Statt sich bei seiner Aufholjagd in Geduld zu üben, wollte Marquez mit dem Kopf durch die Wand. Und eckte bei mehreren Fahrern an. Als er Valentino Rossi vom Motorrad schubste, kassierte er eine Strafe.

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Verstappen sah sich nach dem Boxenstopp beim GP China in einer vergleichbaren Situation. Der Holländer merkte, dass in diesem Rennen noch alles möglich war und er im schnellsten Auto saß. Die Gegner vor ihm sollten ihn nicht aufhalten auf dem Weg zu seinem vierten GP-Sieg. „Da war auch ein bisschen Ungeduld im Spiel“, gab Verstappen zu. „Aber ich bin hier, um zu gewinnen und nicht um Fünfter zu werden.“ Auf die Parallele zu Marquez angesprochen, grinste Mad Max: „Der hat das nächste Rennen gleich gewonnen.“

Ein Red Bull-Sieg in Baku wird eine kompliziertere Aufgabe wie das, was der Austin-Seriensieger Marquez beim GP USA richtigstellen wollte. „Shanghai war ein positives Zeichen für uns. Wir waren stark auf einer Strecke, die eigentlich gar nicht so gut für uns ist. Und zwar schon vor dem Reifenwechsel. Ich würde aber noch nicht so weit gehen zu sagen, dass wir auf jeder Strecke ein Siegerauto haben. In Baku sind die Geraden ein bisschen zu lang für uns.“ Red Bull wird deshalb auch in Aserbaidschan kaum in der ersten Startreihe stehen. Was aber kein Beinbruch sein muss: „Wenn das Rennen ähnlich verrückt wird wie letztes Jahr, wenn Reifenverschleiß und Strategie eine Rolle spielen, dann haben wir gute Chancen nach vorne zu kommen.“

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