Mick Schumacher - Haas - GP Aserbaidschan 2021 - Baku xpb
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Mazepin entschuldigt sich nach Baku bei Schumacher

Mazepin entschuldigt sich bei Schumacher Beinahe Bäume von oben gesehen

GP Frankreich

Mick Schumacher hat die Entschuldigung seines Teamkollegen nach dem GP Aserbaidschan angenommen. Doch der Youngster findet knapp zwei Wochen nach dem gefährlichen Vorfall auch deutliche Worte. Nikita Mazepin war ihm bei einer Geschwindigkeit von mehr als 300 km/h plötzlich vor die Nase gefahren.

Es war einer der Aufreger in der Schlussphase des GP Aserbaidschan. Das Duell Mick Schumacher gegen Nikita Mazepin. Die beiden Youngster stritten sich zwar nur um die Positionen 13 und 14. Doch zwischen den beiden 22-Jährigen geht es um die Vorherrschaft im Team. Das birgt Zündstoff. Bislang hat Schumacher seinen russischen Garagennachbar fest im Griff – sowohl in der Qualifikation, aber insbesondere im Rennen.

Diese Rangfolge versucht Mazepin mit allen Mitteln umzudrehen. In Baku wollte er zum zweiten Mal nach Monaco die Zielflagge vor Schumacher sehen. Und fuhr dabei die Ellbogen aus. Beinahe wäre es beim Sprint zur karrierten Flagge zur teaminternen Kollision gekommen, als Mazepin in der letzten Runde auf der langen Zielgerade nach rechts zuckte – just in dem Moment, als der Formel 2-Meister des Vorjahres zum Überholmanöver ansetzte. Schumacher verhinderte einen Auffahrunfall. Zum Unverständnis vieler Beobachter leitete die Rennleitung nicht einmal eine Untersuchung des Vorfalls ein. Sie war zu sehr damit beschäftigt, das Geschehen an der Spitze zu beobachten.

Mick Schumacher - Formel 1 - GP Aserbaidschan 2021
Wilhem
Mick Schumacher setzte sich in Baku auf den letzten Metern gegen Nikita Mazepin durch.

Klärendes Gespräch nach Rennen

Mazepins Verteidigungsmanöver hätte ins Auge gehen können. Auch knapp zwei Wochen später kann Schumacher die Aktion seines Teamkollegen nicht nachvollziehen. "Ich bin immer noch erstaunt. Zwischen Teamkollegen hätte ich das nicht erwartet. Ich persönlich hätte so etwas nicht gemacht", sagt der Deutsche. "Am Funk habe ich mich so sehr aufgeregt, weil er gegen seinen eigenen Teamkollegen so aggressiv blockiert hat."

Dann schildert er, was aus seiner Sicht hätte passieren können. "Wir waren zu dem Zeitpunkt etwa 320 km/h schnell. Wenn ich da nicht schnell reagiere, und auf das Hinterrad knalle, besteht die Gefahr, dass mein Auto Unterluft bekommt. Dann hebe ich ab, und sehe die Bäume von oben." Mazepin erklärt sich so: "Das war in gewisser Weise ein MIssverständnis zwischen uns. Ich dachte, er würde innen zum Überholmanöver ansetzen, hat sich dann aber für die Außenseite entschieden. Als ich das festgestellt habe, habe ich zurückgesteckt."

Zum Auffahrunfall kam es zum Glück nicht. Stattdessen setzte sich Schumacher im Schlussspurt um 74 Tausendstel durch und sicherte sich den 13. Platz. Es ist die beste Platzierung seiner bisherigen Formel 1-Laufbahn. Nach dem Rennen kam es zum klärenden Gespräch bei Haas. Offensichtlich hat auch der Teamführung um Rennleiter Guenther Steiner die Action des Russen missfallen.

Mick Schumacher - Nikita Mazepin - Haas - GP Aserbaidschan 2021 - Baku
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Aufgeheizte Atmosphäre: Schumacher hat bislang die Oberhand, Mazepin versucht dagegenzuhalten.

Ein anderer Fahrer seit Saisonstart

Sie ermunterte Mazepin ganz offenbar, sich bei Schumacher zu entschuldigen. Der Rookie gab sich einsichtig. "Das Team hat mit ihm gesprochen. Ich bin erst später dazugestoßen", schildert Schumacher. "Ich habe ihm meine Meinung zu dem Vorfall klar gesagt. Er hat sich bei mir entschuldigt. Auf der Ebene sind wir okay miteinander. Es blieb danach nicht viel Zeit, weiter zu sprechen. Wir mussten uns auf die Nachbesprechung des Rennens konzentrieren. In Baku sind die Abläufe immer eng getaktet, weil viele noch spät zurückfliegen."

Besondere Verhaltensregeln werden bei Haas laut Schumacher nicht eingeführt. Die Fahrer dürften weiter miteinander kämpfen – aber mit fairen Mitteln. Eine Wiederholung schließt Schumacher allerdings nicht aus. "An unserem persönlichen Verhältnis hat sich nichts verändert. Wie es auf der Rennstrecke aussieht, werden wir sehen. Vertrauen kann wieder hergestellt werden. Ich denke, er wird mit der Zeit daraus lernen. Beibringen kann ich ihm in dieser Beziehung nichts."

Mazepin selbst will den Fall nicht zu hochhängen. "Wir sind zwei junge Fahrer, die ans Limit gehen. Solange wir dabei die Autos in einem Stück zurückbringen, ist es aus meiner Sicht in Ordnung. Emotionen können im Auto hochkochen. Da verstehe ich Mick. Leider gibt es Funk, und jeder kann mithören. Wir haben als Team den Fall besprochen, als Fahrer untereinander. Ich habe mich entschuldigt, weil er so verägert war. Ich hatte deshalb das Gefühl, es machen zu sollen. Ich werde aber auch in Zukunft keinem Fahrer das Leben leichtmachen. Wir haben eine positive Grundstimmung im Team. Dabei wird es bleiben."

Seine persönliche Entwicklung in den ersten sechs Grand Prix stimmt Schumacher zufrieden. Das Ziel, in jedem Rennen durchzufahren und dadurch möglichst viel zu lernen, habe er erreicht. Das Verständnis für das Auto und die Beziehung mit dem Team werde immer besser.

"Ich bin ein anderer Fahrer seit dem ersten Rennen. Ich weiß viel besser, wie ich die verschiedenen Hilfestellungen im Auto für mich nutzen kann." Damit meint Schumacher, die Regler und Knöpfe, über die er unter der Fahrt unterschiedliche Parameter des Autos beeinflussen kann. "Ich weiß, was ich brauche. Das Team weiß, was ich will. Ich kann mich besser ausdrücken und meine Bedürfnisse klarmachen, damit ich schnell sein kann."

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