McLaren-Berufung wirft Schatten voraus

Foto: Wolfgang Wilhelm 56 Bilder

Die Berufungsverhandlung von McLaren gegen die Strafe von Lewis Hamilton in Spa ist zwar erst für den 22. September angesetzt, aber der Fall, der die Weltmeistersachaft entscheiden kann, warf in Monza bereits seine Schatten voraus.

Die Fahrerkollegen hatten fast ausschließlich den Sportkommissaren den Rücken gestärkt. Fernando Alonso zählte zu den heftigsten Kritikern. Das muss nach seinem Zoff bei McLaren im letzten Jahr keinen wundern. "Wäre Lewis hinter Kimi durch die Schikane gefahren, wäre er gar nicht in der Lage gewesen, in der nächsten Kurve zu attackieren. Früher wäre er in einer Mauer gelandet. Da gab es keine Auslaufzonen aus Asphalt."

Hamilton hätte bremsen können

Hamiltons Behauptung, er hätte die Schikane abkürzen müssen, um nicht mit Räikkönen zu kollidieren, kann anhand der TV-Aufnahmen widerlegt werden. Für einen kurzen Moment lag das rechte Vorderrad des McLaren neben dem linken Hinterrad des Ferrari. Ein FIA-Mann: "Hätte er gebremst, hätte er sich hinter Räikkönen einreihen können."

Die Frage ist jedoch, ob er nicht auch so Räikkönen vor der nächsten Kurve hätte ausbremsen können. Der McLaren hatte auf der feuchten Piste mit den harten Trockenreifen den deutlich besseren Grip, und Räikkönen bremste ungewöhnlich früh, weil er mit einem Konter seines Gegners nicht rechnete. Trotzdem hinterlässt das Urteil von Spa einen fahlen Beigeschmack. Unpräzise Regeln laden die Kommissare dazu ein, je nach Laune unterschiedliche Urteile zu sprechen.

Keine klare Regelung

Die Affäre Hamilton ist kein Einzelfall. Fernando Alonso musste 2005 in Suzuka Christian Klien gleich zwei Mal passieren lassen, weil die Rennleitung mit erstem Manöver nicht zufrieden war. 2006 in Monza kam der Spanier ungeschoren davon, als er Heidfeld durch das Abkürzen einer Schikane überholte. In Monza wiederholte Charlie Whiting bei der Fahrerbesprechung eine Empfehlung, die er bereits Ende 2005 an die Fahrer gegeben hatte: "Greift nicht gleich in der nächsten Kurve wieder an." David Coulthard bedauerte: "Das ist schon so lange her, dass ich mich daran gar nicht mehr erinnern kann." Hamilton könnte seinerseits sagen: "2005 war ich noch gar nicht in der Formel 1. Also habe ich an dieser Fahrerbesprechung auch nicht teilgenommen." Die damalige Empfehlung wurde erst nach dem Rennen in Belgien zur festen Regel erklärt.

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