John Watson - Penske - GP USA 1976 - Watkins Glen sutton-images.com

McLaren, Brabham, Stewart & Co.

Die fahrenden Teamchefs

1000. GP

Für 17 Rennfahrer ging die Karriere auf der anderen Seite der Boxenmauer weiter. Der König der fahrenden Teamchefs war Jack Brabham. Der Australier holte auf seinem eigenen Auto mit seinem eigenen Team 1966 den WM-Titel.

Jack Brabham hält wie John Surtees einen Rekord, der wahrscheinlich nie mehr eingestellt wird. Während Surtees der einzige Pilot ist, der auf zwei und vier Rädern Weltmeister wurde, hat Brabham als einziger in seinem eigenen Auto mit einem Team, das seinen Namen trägt, den WM-Titel gewonnen.

Jack Brabham war nicht nur Rennfahrer. Er war ein Techniker, der als Mechaniker begann und sich den theoretischen Hintergrund in der Abendschule aneignete. Sein technisches Verständnis sagte dem nüchternen Australier bei Cooper, dass der Mittelmotor das erfolgsbringende Konzept sein müsste. Cooper hörte auf ihn. Brabham wurde auf Cooper 1959 und 1960 Weltmeister.

Er blieb noch ein Jahr, gründete aber bereits 1961 mit seinem Freund Ron Tauranac die Firma Motor Racing Developments, die er später in Brabham umtaufte. Tauranac war Konstrukteur. Er setzte Brabhams praxisnahe Ideen in technische Zeichnungen um. 1962 trat Brabham mit eigenen Autos an. 1964 gewann das noch junge Team seinen ersten Grand Prix mit Dan Gurney am Steuer. 1966 holte Brabham den Titel. Mit dem Chef im Auto.

Standfestigkeit statt Speed

Auch bei seinem dritten Titel in eigener Mission hatte Brabham den richtigen Riecher. Der bestückte seine Autos mit einem Repco-V8. Das Autozubehör-Unternehmen aus Melbourne baute auf der Basis eines Oldsmobile-V8-Blocks ein simples Triebwerk auf, das bei weitem nicht das stärkste, aber beinahe kugelsicher war.

Bruce Mclaren - Tyler Alexander - Teddy Mayer - Phil Kerr - England 1970
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Treffen in der McLaren-Fabrik: Bruce Mclaren, Tyler Alexander, Teddy Mayer und Phil Kerr.

Brabham ahnte, dass die Weltmeisterschaft über die Zuverlässigkeit und nicht den absoluten Speed entschieden werden würde. Seine Rivalen hatten massive Probleme mit der Standfestigkeit. Und ihre Autos waren im Vergleich zu dem Brabham-Repco viel zu schwer. Der Brabham BT19 brachte 515 Kilogramm auf die Waage, B.R.M. stattliche 685 und Honda sogar 720 Kilogramm.

Das Konzept war so gut, dass die Kombination Brabham-Repco 1967 den Titel verteidigte. Diesmal mit Denis Hulme. 1970 versuchte es „Black Jack“ im Alter von 44 Jahren ein letztes Mal. Er scheiterte an Jochen Rindt und dem überlegenen Lotus 72. Nach dem Rücktritt überließ Brabham das Erbe seinem Partner. Tauranac behielt den Rennstall nur ein Jahr. Dann verkaufte er ihn für 100.000 Pfund an Bernie Ecclestone.

McLaren übte zwei Jahre im Untergrund

Bruce McLaren war Brabhams Schüler bei Cooper. Der Neuseeländer machte seinem Mentor auch den nächsten Schritt nach. Nur mit vier Jahren Verzögerung. Für Cooper ein Schock. Man bezichtigte schon Brabham der Fahnenflucht und musste nun auch McLaren ziehen lassen.

Der Neuseeländer stellte es geschickt an. Zum Einstieg baute er Autos für die Tasman-Serie und amerikanische Sportwagen-Renner in einer privaten Ecke inmitten der Cooper-Werkstatt. Die Teamleitung ließ McLaren gewähren in der Hoffnung, ihn so als Fahrer zu halten.

1966 war Bruce McLaren endgültig weg. Beim GP Monaco debütierte sein erstes eigenes Formel 1-Auto. Zwei Jahre später landete McLaren in Belgien den ersten von 182 GP-Siegen. Der Firmengründer saß selbst im Auto. Teamkollege Denis Hulme kämpfe bis zum letzten Rennen um den Titel. McLaren expandierte. In die Can-Am Serie, nach Indianapolis, in die Formel 2.

Die ganz großen Erfolge erlebte Bruce McLaren nicht mehr mit. Er starb bei einem Testunfall im CanAm-Auto M8D in Goodwood. Teammanager Teddy Mayer führte die Geschäfte fort, später Ron Dennis, Martin Whitmarsh und heute Zak Brown. Mit 12 Konstrukteurs-Pokalen und 8 Fahrer-Titeln ist McLaren das bis heute erfolgreichste Team eines Rennfahrers.

Jack Brabham - Brabham BT19 - Jim Clark - Lotus 33 - GP Niederlande 1966 - Zandvoort
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Brabham dominierte 1966 und 1967 die Weltmeisterschaft.

Die Nachahmer von Brabham und McLaren

Das Beispiel von Brabham und McLaren machte Schule. Dan Gurney war der nächste. Seine Autos hießen Eagle. Gurney gewann mit dem Eigenbau den GP Belgien 1967. John Surtees war es nach einer Saison bei B.R.M. leid, von anderen abhängig zu sein. Ab 1970 baute der Ex-Champion seine Autos selbst. Meistens gebeutelt von Geldsorgen. Surtees holte zwischen England 1970 und Kanada 1978 immerhin 54 WM-Punkte.

Während Brabham, McLaren, Gurney und Surtees ihre Autos selbst fuhren und auch technischen Input lieferten, gaben Graham Hill, Jackie Stewart, Alain Prost, Guy Ligier, Wilson Fittipaldi, Roger Penske, Gérard Larrousse und Aguri Suzuki ihren Teams ihre Namen. Und spielten den Teamchef an der Boxenmauer. Den größten Erfolge aus dieser Gruppe feierte der am wenigsten erfolgreiche Rennfahrer. Guy Ligier holte im Formel 1-Cockpit nur einen Punkt. Als Teamchef blickte der ehemalige Rugbyspieler auf 9 GP-Siege zurück.

Arrows hielt es am längsten in der Formel 1 aus: 382 GP-Starts, aber kein einziger Sieg. Arrows war der Rennstall der Ex-Rennfahrer Jackie Oliver und Alan Rees. Bei den Projekten von Chris Amon, Arturo Merzario, Paul Emery und Hector Rebaque wäre es besser gewesen, sie hätten nie stattgefunden. Sie hatten zumeist Bastler-Qualität.

McLaren, Brabham, Surtees & Co. : Die fahrenden Teamchefs

Jack Brabham - Bruce McLaren - Dan Gurney - GP Kanada 1967 - Mosport Park
Jack Brabham - Bruce McLaren - Dan Gurney - GP Kanada 1967 - Mosport Park Peter Revson- McLaren - Chris Amon - Matra Simca - GP Südafrika 1972 Larry Perkins - Amon AF - GP Deutschland 1974 - Nürburgring Arrows-Box - GP Spanien 1979 - Jarama 32 Bilder

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