McLaren-Teamchef Whitmarsh

"Button wird Hamilton Hilfe anbieten"

Lewis Hamilton Jenson Button Foto: xpb 25 Bilder

McLaren setzt im WM-Endspurt alles auf die Karte Lewis Hamilton. Trotz bestehender Titel-Chancen wird Jenson Button seinen Teamkollegen im WM-Kampf unterstützen. Das kündigte Teamchef Martin Whitmarsh nach dem GP Korea an.

In Korea verabschiedeten sich gleich zwei Piloten aus dem Titelkampf. Für Jenson Button und Sebastian Vettel ist der Traum von der Weltmeisterschaft nur noch theoretischer Natur. Um den Rückstand auf Fernando Alonso aufzuholen, können sich McLaren und Red Bull nun nicht mehr erlauben, dass Button und Vettel den besser platzierten Teamkollegen Punkte klauen.

Während man sich bei Red Bull noch mit Aussagen ziert, ist die Entscheidung bei McLaren bereits gefallen. "Bei uns liegt die Taktik auf der Hand", erklärte Teamchef Martin Whitmarsh gegenüber auto-motor-und-sport.de. "Wir müssen unseren Fahrern eigentlich gar nichts sagen. Jenson wird Lewis seine Hilfe freiwillig anbieten. Weil er weiß, dass wir ihn das ganze Jahr fair behandelt haben. Und weil er weiß, dass ihn nur noch ein Wunder retten kann."

Button zweimal vor Hamilton

Sollte Button also im Rennen von Brasilien plötzlich vor Hamilton auftauchen, sollten sich die Zuschauer nicht wundern, wenn sich die Reihenfolge kampflos ändert. Diese Situation ist in der aktuellen Saison bereits zweimal vorgekommen. In China gewann Button direkt vor Hamilton, in Japan liefen die beiden auf den Plätzen vier und fünf ein. Dabei "klaute" der Weltmeister seinem Teamkollegen insgesamt neun Punkte, die Hamilton nun im Titelkampf gut gebrauchen könnte.

Bei Ferrari reagierte man schneller als die Konkurrenz. Nachdem Felipe Massa zu Beginn der Saison in Australien und der Türkei zweimal direkt vor Fernando Alonso ins Ziel kam und dem Spanier dabei fünf Punkte klaute, reagierte man noch vor der Sommerpause. In Hockenheim kam es zur Stallregie-Affäre, als der Kommandostand Massa zum Platzwechsel aufforderte.

Vettel hat Webber 24 Punkte geklaut

Auch Red Bull kann es sich nicht leisten, weitere Punkte zu verschenken. Mark Webber liegt nach seinem Crash in Korea als bestplatzierter Bulle elf Punkte hinter Alonso. Zwar wollte Vettel die WM nach seinem Motorschaden noch nicht abschreiben, eine echte Chance hat er aber nur, wenn Teamkollege Webber nicht direkt hinter ihm fährt. Noch einmal wird Red Bull nicht tatenlos zuschauen: Bereits vier Mal kam Vettel direkt vor dem zweiten Red Bull ins Ziel (Malaysia, Kanada, Singapur, Japan). Dabei gingen Webber insgesamt 24 Punkte durch die Lappen. 

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