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McLaren erwägt Anteilsverkauf

F1-Team sucht nach frischem Geld

McLaren könnte Anteile an seinem Formel-1-Team verkaufen. Die Absicht dahinter wäre, das Rennteam auf eine noch solidere Plattform zu stellen, um nach den Regeländerungen tatsächlich wieder nach der Spitze greifen zu können.

McLaren steht in der rennfreien Zeit des Öfteren in den Schlagzeilen. Die Autosparte klagt wegen der Corona-Krise über ausbleibende Verkäufe. Es wurden im ersten Quartal nur noch 307 statt wie vorher 953 Straßensportwagen verkauft. Die Umsätze der gesamten Unternehmensgruppe sind drastisch gefallen. Im ersten Quartal von 284 (2019) auf 109 Millionen Pfund. Entlassungen stehen bevor. 1.200 Mitarbeiter soll es treffen – 70 davon aus dem Rennteam.

Jetzt berichtet Sky News, dass das Formel 1-Team erwägt, 20 bis 30 Prozent der Anteile zum Verkauf anzubieten, um an frisches Geld zu kommen. Eine andere Option sei eine weitere Finanzspritze durch die aktuellen Eigentümer. McLaren will zu dem Bericht keine Stellung beziehen. "Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen", heißt es aus dem Formel-1-Lager des britischen Herstellers.

McLaren lotet Möglichkeiten aus

Die Corona-Krise hat die Formel 1 mit voller Wucht getroffen. Besonders Traditionsteams wie Williams und McLaren. Williams hat bereits öffentlich gemacht, dass man verschiedene Optionen prüfe: vom Teilverkauf des Teams bis zur Komplettübernahme durch einen Investor. Bei McLaren sitzt das Geld nicht mehr locker. Die Krise hat die Anteilseigner aus dem Mittleren Osten vorsichtig gemacht. Schon genehmigte Investitionen für den Bau eines neuen Windkanals und Simulators in Woking sollen eingefroren worden sein.

Nicht umsonst war McLaren einer der Treiber, den Budgetdeckel von 175 auf bis zu 100 Millionen Dollar abzusenken. Man ist in der Mitte gelandet. Ab 2021 dürfen die Teams nur noch 145 Millionen ausgeben – exklusive Ausnahmen wie die Gehälter der Fahrer, der drei teuersten Angestellten, dem Marketing und den Motoren (15 Millionen pro Jahr).

Vor diesem Hintergrund und der bevorstehenden Regeländerungen in der Formel 1 prüft McLaren nun seine Optionen. Man lotet verschiedene Möglichkeiten aus, um sich besser für die Zukunft aufzustellen. Und hat dabei immer das große Ziel vor Augen. McLaren will sich aus dem Mittelfeld zurück an die Spitze des Feldes kämpfen. Die Gegner sollen nicht mehr Renault, Racing Point oder Haas heißen, sondern Mercedes, Ferrari und Red Bull.

Zak Brown & Andreas Seidl - McLaren - F1 - 2019
xpb
Andreas Seidl und Zak Brown wollen McLaren zurück an die Spitze bringen.

Budgetdeckel ausschöpfen

Dafür muss ein von A bis Z stabiles Fundament geschaffen werden. Deshalb klingt es durchaus sinnvoll, durch einen Teilverkauf des Rennteams an frisches Geld zu kommen. Dann würden direkt die Millionen fließen, die McLaren in Infrastruktur und den Aufbau eines Sieganwärters stecken kann. Das soll die Motivation hinter allen Planspielen sein, heißt es.

Eine neue Finanzspritze könnte garantieren, dass McLaren problemlos die Kapazitäten des Budgetdeckels ausschöpfen kann. Teams wie Haas, Alpha Tauri, Racing Point, Williams oder Alfa-Romeo-Sauber werden mit ihren Geldgebern, Einnahmen und Sponsoren die Summe von 145 Millionen Dollar wahrscheinlich nicht erreichen.

McLaren-F1-Boss Zak Brown hat Andreas Seidl beauftragt, das Rennteam wieder zu einem Gewinner und Weltmeister zu machen. Spätestens 2023 will McLaren die Spitze angreifen. Im ersten gemeinsamen Jahr waren bereits erste Fortschritte auszumachen. McLaren verbesserte sich auf Platz vier der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. 2021 wechselt das Team von Renault- auf Mercedes-Motoren. Es soll ein weiterer Baustein auf dem Weg nach oben sein.

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