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Feiern bis elf Uhr morgens

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Bei McLaren-Mercedes knallten nicht nur die Sektkorken. Im Motorhome dröhnte nach dem Heimsieg von Lewis Hamilton laute Rockmusik. "Es sind eine ganze Reihe Partys angesetzt", erzählte Teamdirektor Martin Whitmarsh.

Die Feiern sollten die ganze Nacht andauern. "Um elf Uhr vormittags will ich sie aber alle wieder in der Fabrik sehen. Dann beginnt die Vorbereitung auf Hockenheim", schränkte Whitmarsh bei aller Feierstimmung ein.

Lewis Hamilton war glücklich. Der Druck, der sich vor dem Wochenende des Jahres aufgebaut hatte, war nach seinem dritten Saisonsieg durch ein übergroßes Ventil entwichen. "Es war mein bestes Rennen, unglaublich anstrengend, nicht körperlich, aber mental. Die Strecke hat sich dauernd geändert, überall lauerten Gefahren, und ich habe nicht viel gesehen, weil immer wieder mein Visier beschlug. Ich musste 100 Prozent geben, nicht ein Prozent mehr, nicht eines weniger."

Schrecksekunde für Hamilton

Das Visier beschäftigte auch den McLaren-Kommandostand. "Wir haben beratschlagt, was wir machen können. Als er zum Tanken an die Boxen kam, haben wir es von innen mit einer Spezialflüssigkeit abgewischt, um das Beschlagen zu verhindern." Einmal wäre Hamilton mangels Sicht fast von der Strecke geflogen, als der Regen stärker einsetzte.

"Die rechte Seite des Visiers war so beschlagen, dass ich vor Abbey die Fahrspur nicht richtig erkennen konnte. Ich traf eine große Pfütze und wäre fast abgeflogen." Kritisch sei auch sein einziger Ausrutscher in Brooklands gewesen. "Ich flog auf das Kiesbett zu und dachte: Da kommst du nie wieder raus. Irgendwie habe ich es drumherum geschafft."

Kovalainen sauer

In den letzten Runden bat McLaren seinen Superstar Tempo aus seiner Fahrt zu nehmen. "Der Vorsprung betrug ja schon mehr als eine Minute", erinnert sich Whitmarsh. "Lewis sagte uns am Funk, dass er nicht langsamer fahren könne, weil er sonst seine Konzentration verliere und die Reifen zu stark abkühlen würden."

Während Hamilton bester Laune seinen Heimsieg feierte, verkroch sich Teamkollege Heikki Kovalainen im McLaren-Motorhome. Der Trainingsschnellste war sauer. Am meisten auf sich selbst. "Ich verlor hinten Grip, drehte mich zwei Mal und kämpfte mit Aquaplaning." Teamchef Ron Dennis tröstete in Geberlaune: "Die Trainingsbestzeit war Weltklasse. Deine Zeit wird auch im Rennen noch kommen."

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