Ricciardo vs. Norris - McLaren - Formel 1 - GP Frankreich 2021 Motorsport Images
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Frankreich 2021
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Frankreich 2021
Verstappen & Perez - Red Bull - Formel 1 - GP Frankreich 2021
Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Frankreich 2021 48 Bilder

GP Frankreich 2021: McLaren überrennt Ferrari

McLaren überrennt Ferrari „Freue mich, wenn andere leiden“

McLaren hat im Kampf um Platz drei in der WM-Wertung einen Big Point gelandet. Während die direkte Konkurrenz von Ferrari leer ausging, sammelten Lando Norris und Daniel Ricciardo satte 18 Zähler. Dabei war die Laune im McLaren-Lager nach dem Qualifying noch alles andere als gut.

Der Kampf um die Bronzemedaille ist dieses Jahr fast so spannend wie der Fight um den Titel. Ferrari und McLaren liefern sich an der Spitze des Mittelfelds ein Duell auf Augenhöhe. Mit guten Leistungen in Barcelona, Monte Carlo und Baku hatte sich die Scuderia erstmals in diesem Jahr auf den dritten Platz geschoben. Doch in Paul Ricard wendete sich das Blatt direkt wieder.

Dabei sah es in der Qualifikation noch gar nicht danach aus, dass Lando Norris und Daniel Ricciardo am Ende die vordersten Positionen hinter den beiden Top-Teams belegen können. Beide rutschten gerade so in die Q3-Runde. Von den Startplätzen acht und zehn musste eine große Aufholjagd am Sonntag her. Und die sollte es auch geben.

Kaum waren die Lichter der Startampel erloschen, schienen die Papaya-Raketen förmlich zu fliegen. Während die Konkurrenz mit den veränderten Streckenbedingungen zu kämpfen hatte, geigte das McLaren-Duo groß auf. Schlüssel zur guten Pace war vor allem der geringe Reifenverschleiß. Der überragende Top-Speed erleichterte den Piloten das Leben in den Zweikämpfen.

Ricciardo vs. Leclerc - McLaren & Ferrari - Formel 1 - GP Frankreich 2021
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Ferrari war am Rennsonntag von Le Castellet kein Gegner für McLaren.

Ricciardo macht Fortschritte

Ricciardo überrumpelte Pierre Gasly und Carlos Sainz mit einem frühen Undercut. Norris verlängerte seinen ersten Stint und schnupfte in der zweiten Rennhälfte die Gegner reihenweise auf. "Mit diesem Ergebnis hätte ich wirklich nicht gerechnet, vor allem nach meinem schlechten Start", strahlte der Youngster im Ziel. Ein Sonderlob von Norris verdienten sich die Strategen am Kommandostand: "Ich konnte den ersten Stint etwas ausdehnen und hatte dann im zweiten Stint den Vorteil mit den frischeren Reifen. Ich konnte richtig attackieren und einen Platz nach dem anderen gutmachen. Das hat richtig Spaß gemacht."

Auch Ricciardo stieg zufrieden aus dem Cockpit: "Ich habe im Rennen die Ellbogen ausgefahren und konnte immer attackieren. Dabei hat sich das Auto bei den speziellen Bedingungen gar nicht so perfekt angefühlt. Die anderen mussten aber wohl noch mehr leiden. Und das macht mich bekanntlich glücklich, wenn die anderen leiden." Der Australier freundet sich mit seinem neuen Sportgerät immer besser an. Die unzähligen Simulator-Sitzungen in Woking tragen endlich Früchte: "Ich würde mir jetzt noch keine Bestnote geben. Aber es geht in die richtige Richtung."

Die Nullnummer bei Ferrari wertete die eigene Glanzleistung zusätzlich auf. Der italienische Konkurrent wurde in der WM-Wertung nicht nur überholt, sondern mit nun 16 Punkten Rückstand in der WM-Wertung ordentlich distanziert. "Das war wirklich seltsam – wenn man bedenkt, wie schnell sie zuletzt in den Qualifyings waren", grübelte Ricciardo. "Aber es gibt uns auch Mut zu wissen, dass wir nach einem schlechten Samstag noch zurückschlagen können. Es bleibt auf jeden Fall interessant."

Ricciardo vs. Norris - McLaren - Formel 1 - GP Frankreich 2021
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Zwischendurch duellierten sich die McLaren-Piloten gegenseitig: "Unsere Piloten dürfen gegeneinander kämpfen, wenn sie nicht auf unterschiedlichen Strategien unterwegs sind. Sie dürfen sich nur nich berühren", erklärt Andreas Seidl.

Seidl sieht kein Ruhekissen

Auch Teamchef Andreas Seidl warnt davor, sich auf den Frankreich-Lorbeeren auszuruhen. 16 Punkte seien kein komfortables Ruhekissen: "Ich kann da noch kein großes Polster erkennen. Es ist noch viel zu früh für Prognosen. Man sieht ja, wie schnell es gehen kann, dass man mal ein schlechtes Wochenende erwischt oder dass man plötzlich aus unterschiedlichen Gründen richtig gut punktet. Wir müssen weiter Vollgas geben und konzentriert bleiben, um im Kampf gegen Ferrari dauerhaft zu bestehen."

Vor allem in der Qualifikation sieht der Bayer noch Defizite, die es schnellstmöglich abzustellen gilt: "Über die Saison ist sicher ein Trend erkennbar, dass wir uns schwertun, auf eine schnelle Runde das volle Potenzial aus dem Auto zu holen. Wir würden uns die Arbeit natürlich etwas leichter machen, wenn wir schon in der Qualifikation besser wären. Aber wie es scheint, kann man nicht immer beides haben."

Nun muss McLaren in Spielberg beweisen, dass man die Glanzleistung am Rennsonntag von Le Castellet nicht nur den überraschend niedrigen Gripverhältnissen zu verdanken hat. Auf dem Papier müsste der Alpenkurs dem MCL35M liegen. Auf den vielen langen Geraden können Norris und Ricciardo ihren starken Top-Speed ausspielen.

Im Vorjahr gelang Norris auf dem Red Bull Ring sogar der Sprung aufs Podium. Seidl sieht das als gutes Omen: "Wir hatten letztes Jahr gute Rennen in Österreich. Lando und Daniel waren da immer stark unterwegs. Ich denke die Chancen stehen gut, viele Punkte zu sammeln." Wie die meisten Teams wird McLaren aber keine großen Ausbaustufen mehr in diesem Jahr zünden: "Wir haben in den nächsten Rennen noch ein paar kleinere Upgrades. Aber dabei handelt es sich nur um Feintuning", so Seidl.

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