Lando Norris - McLaren - GP Saudi-Arabien 2021 - Jeddah - Rennen xpb
Restart 2 - GP Saudi-Arabien 2021 - Jeddah - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Saudi-Arabien 2021 - Jeddah - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Saudi-Arabien - Jeddah - Qualifikation - Samstag - 4.12.2021
Max Verstappen - Red Bull - GP Saudi-Arabien - Jeddah - Qualifikation - Samstag - 4.12.2021 19 Bilder

McLaren punktet zweistellig: Unterschied zu Monza

McLaren punktet wieder zweistellig Der Unterschied zu Monza

GP Saudi-Arabien 2021

McLaren fand in Saudi-Arabien zurück zur Normalform. Endlich sammelte das Team mal wieder zweistellig Punkte. Der schnelle Stadtkurs schmeckte dem MCL35M am Ende aber doch nicht so gut, wie man im Vorfeld gedacht hatte. Das sind die Gründe.

Ein Volllastanteil von 80 Prozent. Überwiegend schnelle Kurven. Der Mercedes-Motor als Trumpfkarte. Kleine Flügel gefragt. Das Verhältnis aus Abtrieb und Luftwiderstand als eines der gesündesten im Feld. Es sprach im Vorfeld viel dafür, dass McLaren in Saudi-Arabien auftrumpfen würde. Auch die Piloten frohlockten vor dem Rennwochenende. Am Ende fand McLaren zwar nach drei verkorksten Rennen zurück in die Spur. Gegen die Topteams war allerdings nichts auszurichten.

Das war auf der Highspeed-Strecke von Monza noch anders gewesen. Da hatte McLaren einen Doppelsieg gefeiert. Natürlich begünstigt durch den Unfall zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton. Und dennoch war es kein Glückssieg. McLaren war im Highspeedtempel ernsthaft schnell.

Grip zu hoch

Es sollte in Saudi-Arabien kein zweites Italien geben. Mercedes und Red Bull fuhren in einer eigenen Liga. McLaren-Teamchef Andreas Seidl erklärt den Hauptgrund, warum man nicht näher heranrückte als sonst. "Der Grip der Strecke war sehr hoch. So wurden einfach viele der Highspeed-Kurven mit Vollgas durchfahren. Und für unser Auto gab es ansonsten zu viele mittelschnelle Kurven. Deshalb haben wir das übliche Kräfteverhältnis gesehen."

Für den Geschmack von McLaren fehlten auch die extrem harten Bremszonen, die es in Monza wegen der Schikanen gibt. Die hohe Bremsstabilität ist eine der großen Stärken des MCL35M. Und so blieb McLaren auch in Saudi-Arabien ein Mittelfeldteam. Im Vergleich zu den Rennen davor ging es aber aufwärts. Auch wenn das Glück wie in den letzten Wochen nicht immer auf Seiten des Traditionsrennstalls war.

In der Quali musste Lando Norris nach Fehler in Q2 auf die weichen Reifen umstecken, und damit darauf das Rennen starten. Daniel Ricciardo ramponierte sich auf dem Randstein von Kurve zehn den Unterboden und verfehlte das Q3. "Wir wurden unter Wert geschlagen." Die Fahrer wählten für den schnellsten Kurs des Rennkalenders nach Monza unterschiedliche Abtriebslevel. Ricciardo fühlte sich mit kleinerem Heckflügel wohler, Norris mit größerem.

Daniel Ricciardo - McLaren - GP Saudi-Arabien 2021 - Jeddah - Rennen
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Daniel Ricciardo erkämpfte sich in Jeddah den fünften Platz.

Ärger über Rote-Flagge-Regel

Das Rennen begann verheißungsvoll. Norris überholte am Start den Alpha Tauri von Pierre Gasly und war Sechster. Der Teamkollege kletterte von Position elf an die neunte Stelle. Das frühe Safety Car schien wie ein Geschenk für Norris. So konnte er die weichen Reifen loswerden, um die er sich bis dahin hatte kümmern müssen. Der Rückstand auf Charles Leclerc auf dem vierten Platz betrug zu diesem Zeitpunkt bereits 11,5 Sekunden. Ferrari hatte den besseren Reifen drauf.

McLaren tappte in dieselbe Falle. Norris kam wie Hamilton, Bottas, Leclerc und Perez vor ihm zum Reifenwechsel, und sollte es bezahlen. Die Rennleitung unterbrach wenig später den Grand Prix. Das schenkte der Konkurrenz einen Gratis-Stopp und warf den jungen Engländer an die 14. Stelle zurück. Norris ärgerte sich. "Man gibt alles, und wird von einer dummen Regel um den Lohn gebracht."

Der Ärger ist verständlich. "Das ist aus sportlicher Sicht nicht fair. Man sollte diese Regel ändern", empfiehlt der Teamchef. "Du darfst unter Rot die Reifen wechseln und dein Auto reparieren. Danach bist du in einer besseren Ausgangsposition." Man könnte zum Beispiel ins Regelwerk aufnehmen, dass ein Reifenwechsel während einer Unterbrechung nicht erlaubt ist.

Ricciardo fehlt harter Reifen

Nach den Restarts war der McLaren mit der Startnummer 4 Letzter. Der Vierte der Team-WM hatte vor dem Grand Prix ein Überholdelta von 1,8 Sekunden ausgemacht. Norris hatte mit dem harten Reifen für die Restdistanz zwar die beste Mischung drauf, doch er steckte fest. Im Prinzip profitierte er davon, dass sich Tsunoda, Vettel und Räikkönen gegenseitig aus dem Rennen nahmen und Alonso kreiselte. Mit einem Überholmanöver gegen Stroll sicherte sich Norris wenigstens noch einen Punkt.

Der Taktiksplit vor der ersten Unterbrechung brachte Ricciardo nach vorn. Der Australier war auf den harten Reifen gestartet, blieb auf der Bahn und war plötzlich Fünfter. Für den Restart war McLaren gezwungen, auf den Mediumreifen zu tauschen, um die Regeln für zwei Mischungen im Rennen zu erfüllen. So war die frühe Rotphase Segen und Fluch zugleich.

Mit der harten Mischung konnte man in der Theorie die volle Renndistanz zurücklegen. Auf den Mediums war das nicht möglich. Beim zweiten Neustart ließen die Mechaniker den gelbmarkierten Pirelli drauf. Ricciardo hatte keinen frischen harten Reifen mehr im Kontingent. Bottas hinter ihm hatte die mittelharte Garnitur aus anderen Gründen drauf.

Seidl zufrieden mit elf Punkten

Bis zur 40. Runde verteidigte sich der Routinier aus Perth. Dann war Bottas vorbei. Es dauerte mitunter so lange, weil Mercedes seinen Fahrer immer wieder zum Reifenschonen ermahnt hatte. In der Schlussphase schrumpfte der Abstand zu Verfolger Gasly, der teilweise mehr als zehn Sekunden zurückgelegen hatte, bedrohlich.

Im Ziel lag der Alpha Tauri nur noch eineinhalb Sekunden zurück. Und auch Leclerc hatte die beiden vor sich. Ein paar Runden mehr noch, und es wäre für Ricciardo gegen die hartbereiften Autos wohl nichts mehr auszurichten gewesen. Elf WM-Punkte in Summe stellten den Chef zufrieden. "Nach drei schweren Rennen ist dieses Ergebnis sehr wichtig für uns", sagte Seidl. "Wir hatten ein konkurrenzfähiges Auto – sowohl in der Qualifikation als auch im Rennen."

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