Lando Norris - McLaren - GP Bahrain 2020 - Sakhir - Rennen xpb
Sergio Perez - Racing Point - GP Bahrain 2020 - Sakhir - Rennen
Romain Grosjean - Haas - GP Bahrain 2020 - Sakhir - Rennen
Romain Grosjean - Haas - GP Bahrain 2020 - Sakhir - Rennen
Romain Grosjean - Haas - GP Bahrain 2020 - Sakhir - Rennen 60 Bilder

McLaren großer Gewinner: Vorentscheidung um Platz 3?

McLaren der große Gewinner Vorentscheidung um Platz drei?

Racing Point war in Bahrain auf dem Weg zu einem Podest. Bis Sergio Perez der Motor um die Ohren flog. McLaren haderte nach der Qualifikation und war am Ende doch der große Gewinner. Renault hat den dritten WM-Platz bereits aus den Augen verloren. Die Franzosen haben das Momentum verloren.

Die Samstage gehören Racing Point. Doch das Team macht an den Rennsonntagen zu wenig aus seinen guten Startpositionen. Das war schon in der Türkei so, als Lance Stroll von Pole Position auf Platz neun abstürzte. Das Team aus Silverstone hat das schnellste Auto im Mittelfeld. Und inzwischen ist das Verständnis für den RP20 auch so gewachsen, dass sich die Mannschaft um Technikchef Andy Green auch nicht verzettelt, wenn die Trainingszeit wie am Freitag von Bahrain wegen zweier roter Flaggen zusammenschrumpft.

Trotzdem ergattert man nicht die Punkte, die eigentlich auf der Straße liegen. In Bahrain wegen eines Technikdefekts kurz vor der Zielflagge. Sergio Perez war auf dem Weg zu einem sicheren Podest. Es wäre das zweite in Folge gewesen, wenn ihm nicht 25 Kilometer vor dem Ziel die MGU-K hochgegangen wäre und das Heck entzündet hätte. So wurde der Racing Point mit der Startnummer 11 zu einem fahrenden Flammenwerfer. Sichere 15 WM-Punkte lösten sich in Rauch auf.

Daniel Ricciardo - Renault - GP Bahrain 2020 - Sakhir - Rennen
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Renault musste in Bahrain den Konkurrenten den Vortritt lassen.

Renault fällt ab

Dieser Ausfall kann dem Team teuer zu stehen kommen. Weil McLaren zur Stelle war und auf den Positionen vier und fünf in Summe 22 WM-Punkte sammelte. Dabei hatte es nach der Qualifikation noch nach einer mageren Ausbeute ausgehen. Lando Norris Neunter, Carlos Sainz 15. Das wären zwei Punkte gewesen. Der dritte im Dreikampf um Platz drei, Renault, brachte im Gegensatz zu Racing Point zwar beide Autos ins Ziel, schaute aber genauso bedröppelt drein. Acht Punkte sind zu wenig, wenn man obendrein das langsamste Rennauto aus der Gruppe hat.

"Die Qualifikation war vielversprechend, das Rennergebnis angesichts unserer Startpositionen eine Enttäuschung", fasste Renaults Teamchef Cyril Abiteboul zusammen. "Wir haben bei beiden Starts Positionen verloren. Zuerst mit Esteban, beim zweiten Start mit Daniel. Das hat uns in frühe Boxenstopps getrieben. Im zweiten Stint fehlte beiden Autos die Geschwindigkeit. Wir wissen nicht, warum. Hinten heraus wurde es mit Daniel wieder besser. Doch dann kam uns das Safety Car in die Quere."

Ricciardo sprach nach dem Grand Prix von mehreren kleinen Problemen, die ihm den Speed raubten. "Sie begannen so 20 Runden vor Schluss. Ich sah im Rückspiegel, wie mehr und mehr die Funken sprühten." Der Renault setzte stärker mit dem Unterboden auf dem Asphalt auf. Was dafür sprechen könnte, dass etwas mit der Dämpfung nicht mehr astrein war.

Das späte Safety Car rettete Pierre Gasly vor Daniel Ricciardo. Alpha Tauri ist in diesem Dreikampf so etwas wie der Unruhestifter. Nach dem Tief von der Türkei fand der Rennstall aus Faenza wieder zurück zu seiner gewohnten Form. Es schien zunächst so, dass sich Gasly mit einer schleppenden Startphase um ein besseres Resultat bringen würde. Doch mit nur einem Reifenwechsel unter dem Rennen arbeitete sich der Franzose wieder vorbei an den Renault, das sich zu allem Überfluss noch selbst bekriegte.

Lance Stroll - Racing Point - GP Bahrain 2020 - Sakhir
Motorsport Images
Lance Stroll legte sich aufs Dach, Sergio Perez scheiterte an der Technik.

McLaren obenauf

Ferrari war das Gegenteil von Alpha Tauri. Gut im Regen in der Türkei, langsam in der Wüste Bahrains. Die langen Geraden und die ineffiziente Aerodynamik machten den SF1000 zum langsamsten Auto aus dem Fünferpack. Racing Point brauste vorneweg, stolperte aber über die Technik. McLaren war am effizientesten. Auch wenn ohne einen Fehler in Kurve eins für Norris mehr drin gelegen wäre in der Qualifikation, so hatte Racing Point über eine Runde und über die Distanz doch das leicht schnellere Auto. Norris lag schon fast 20 Sekunden zurück, als die Technik den Racing Point lahmlegte.

McLaren wiederum hatte das bessere Paket als Renault. Schneller und gleichzeitig reifenschonender. "Unser Rennauto ist am Sonntag generell besser als am Samstag. Trotzdem waren wir wieder ein wenig überrascht von uns selbst", sagte McLarens Teamchef Andreas Seidl. Dabei schien das Layout eigentlich für die gelbschwarzen Rennwagen zu sprechen. Das Gegenteil war der Fall. Renault war besser als in der Türkei, doch nicht auf dem Niveau, das es braucht, um Dritter zu werden. Das hatte man zuletzt in Imola. Das Momentum ist zu McLaren gewechselt.

Carlos Sainz pflügte wie gewöhnlich in der Startphase nach vorn. Trotz der weichen Reifen harrte der Spanier bis zur 21. Runde aus. Kurz vor Rennmitte erlegte er in den Runden 26 und 27 auf frischen Reifen die beiden Renault. "Wir haben die Reifen weniger hart rangenommen und konnten trotzdem im Angriffsmodus fahren", fasste Seidl zusammen.

Renault half nicht mal der Undercut, um die McLaren zu fassen. Und so liegen die Franzosen zwei Rennen vor Saisonende 27 Punkte hinter dem Ziel. Das ist der dritte Platz in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Der WM-Fünfte hatte sich vor dem GP Bahrain als Underdog bezeichnet. Jetzt scheint der Zug bereits abgefahren.

Lando Norris - McLaren - GP Bahrain 2020 - Sakhir - Rennen
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McLaren sicherte sich im ersten Bahrain-Rennen 22 Punkte.

Neuer Motor für Perez?

Die Franzosen brauchen eigentlich ein weiteres verrücktes Rennen, um das Blatt noch zu wenden. Racing Point hat den Speed, aber ist seit Mugello ein Einmann-Team. Lance Stroll plagten erst die Nachwehen seines Highspeed-Unfalls, dann eine Corona-Erkrankung. Jetzt ist auch noch Pech im Spiel. In Bahrain legte ihn Daniil Kvyat aufs Dach. Racing Point stellt sich schützend vor seinen Unglückspiloten. Stroll steuerte seit seinem Podest in Monza in sieben Rennen nur zwei Punkte bei. Im ersten Bahrain-Rennen war nicht nur Pech im Spiel. Es fehlte auch der Speed. In der Qualifikation brummte ihm Perez sechs Zehntel auf.

McLaren hat in Summe die stärkere Fahrerpaarung, auch wenn Perez eine Bank ist. Man begeht als Team auch weniger Fehler bei der Strategie. Trotzdem mahnt Seidl. "17 Punkte Vorsprung sind gut. Und natürlich war das für uns als Team ein fantastisches Ergebnis. Aber wir sind uns bewusst, dass wir vom Pech von Perez profitiert haben. Sonst würde es anders aussehen. Das ist Teil des Sports. Wir müssen auf dem Boden bleiben, weil ein schlechtes Rennen, ein Ausfall, alles drehen kann. Wir müssen in den letzten beiden Rennen das Potenzial unseres Autos maximieren, zuverlässig sein und am Samstag besser werden. Dann haben wir am Sonntag ein leichteres Leben."

Der Outer Track von Bahrain könnte für McLaren ein gutes Pflaster sein. "Lange Geraden, harte Bremszonen, wenig Abtrieb. Das sollte uns liegen." Zudem versteht McLaren die vielen Upgrades, die zur Saisonmitte kamen, immer besser. Und optimiert den MCL35 weiter in feinen Aero-Nuancen. Doch Bahrain 2 dürfte auch eine Strecke nach dem Geschmack von Racing Point sein. Die Frage ist, ob Perez mit einem neuen Motor antritt. Ein frisches Triebwerk bringt gegenüber einem alten am Ende der Laufleistung ein paar Extra-PS auf den Geraden. Allerdings würde das auch eine Startplatzstrafe nach sich ziehen. Renault sollte man in diesem Dreikampf nicht unterschätzen. Dafür gab es in dieser Saison im Kampf um den dritten Platz zu viele Wendungen.

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