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McLaren

Hamilton künstlich eingebremst

Für McLaren hat sich die Reise nach Korea nicht gelohnt. Nur ein Pünktchen gab es für das Team aus Woking. Die Engländer erwischten ein Rennwochenende zum Vergessen. Was schiefgehen konnte, ging auch schief.

Anfang September war McLaren noch das Team der Stunde. In Monza hatte Lewis Hamilton gerade den dritten Sieg in Folge für seinen Rennstall eingefahren. Alle erwarteten anschließend den großen Angriff auf Fernando Alonso und die WM-Führung. Doch daraus wurde nichts. Seit Singapur ist bei der englischen Nationalmannschaft der Wurm drin.

Zur Formkrise gesellte sich in Korea auch noch eine beachtliche Pechsträhne. "Was schiefgehen konnte, ging auch schief", erklärte Teamchef Martin Whitmarsh nach dem Rennen mit einem gequälten Lächeln. "Das war ein Rennwochenende zum Vergessen. Allerdings sind es diese Rennen, die man leider nicht so leicht vergessen kann."

Button gleich zweimal im Pech

Jenson Buttons Geschichte ist schnell erzählt. Sein Ärger begann schon im Qualifying. Wegen gelber Flaggen auf seiner schnellen Runde, verpasste er den Einzug in die letzte Runde. So musste er von Rang elf mitten im Pulk starten. Es kam, wie es kommen musste. Beim Anbremsen auf Kurve drei krachte ihm der Sauber von Kamui Kobayashi ins Heck.

"Das war nicht gerade die höchste Fahrkunst", raunte der Weltmeister von 2009 später. "Das ist extrem enttäuschend. Es ist so ein langes Rennen, mit so vielen Möglichkeiten für jeden. Man kann auf dieser Strecke auch gut überholen. Deshalb ist es überraschend, dass sich manche Leute in der ersten Runde so verhalten."

Wenigstens war das Leid für Button damit schnell beendet. Teamkollege Lewis Hamilton musste 55 Runden lang auf verlorenem Boden kämpfen. Als Belohnung für den harten Fight gab es für Rang zehn am Ende einen mickrigen WM-Punkt.

Hamilton kämpft mit Auto und Strecke

Zunächst war nicht klar, warum der McLaren die Vorderreifen so stark beanspruchte, dass Hamilton als einziger Pilot drei Mal zum regulären Boxenstopp kam. Whitmarsh lieferte nach dem Rennen die Auflösung. "Ein Stabilisator im Heck war defekt. Das führte beim Runterschalten zu extremen Untersteuern, was die Vorderreifen extrem forderte."

Als ob das Fahrverhalten des Autos noch nicht schlimm genug war, sammelte Hamilton am Ende auch noch ein zwei Quadratmeter großes Stück Kunstrasen auf, das sich in seinem Seitenkasten verfing. "Das hat das Wochenende wirklich perfekt gemacht", schüttelte Whitmarsh den Kopf.

McLaren gibt WM-Kampf noch nicht auf

"Man kann nicht viel Positives mitnehmen. Aber ich muss Lewis noch einmal ein Lob für seinen heldenhaften Kampf aussprechen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass jemand mal für einen WM-Punkt so hart kämpfen musste."

In der Teamwertung rutschte McLaren hinter Ferrari auf Rang drei zurück. Die Lücke zu Spitzenreiter Red Bull vergrößerte sich durch deren Doppelsieg auf 83 Zähler. "Ich glaube daran, dass wir uns den Platz wieder holen. Zu Red Bull wird es sehr hart. Aber wir versuchen die letzten vier Rennen zu gewinnen. Der Abstand auf der Strecke ist nicht so groß. Wir werden das Auto weiterentwickeln wie die anderen auch. In dieser Saison sollte man aber keine Prognosen abgeben."

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