Stoffel Vandoorne - McLaren - Formel 1 - Test - Barcelona - 7. März 2017 sutton-images.com
McLaren-Honda MCL32 - Filmtag - Circuit de Barcelona-Catalunya - F1 2017 - 26.2.2017
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McLaren-Honda MCL32 - Filmtag - Circuit de Barcelona-Catalunya - F1 2017 - 26.2.2017 44 Bilder

McLaren in der Honda-Falle

Honda stochert im Nebel

Die zweite Testwoche von McLaren-Honda begann wieder mit einem Motorschaden. Zwei der Probleme sollen identisch mit einem der Motorplatzer von letzter Woche sein. Honda hat offenbar keine Antwort gefunden.

McLaren sitzt in der Honda-Falle. Beim Auftakt in die zweite Barcelona-Testwoche am Dienstag (7.3.2017) verschwand der McLaren MCL32-Honda mit der Startnummer 2 schon nach 34 Runden in der Boxengarage - und war vier Stunden nicht zu sehen. Schnell sickerte durch, dass es wieder Probleme mit dem Motor gab. Offiziell sprach das Team von einem Elektrikdefekt. Tatsächlich war es ein Motorschaden.

Nach Aussage von McLaren-Teamchef Eric Boullier traten zwei identische Probleme auf wie in der Vorwoche. Genauer wollte der Franzose die Defekte nicht spezifizieren: „Fragt Honda.“ Honda wollte den Grund für den Motorschaden am zweiten der acht Testtage von Barcelona eigentlich schnell ermitteln, doch man hört, dass die Japaner immer noch keine Antworten haben.

Auch bei den anderen Problemen und Kinderkrankheiten stochert Honda noch im Nebel. Sportchef Yusuke Hasegawa verbrachte die meiste Zeit des Tages am Telefon. Tokio steht eine weitere Nachtschicht bevor. In weiser Voraussicht bracht Honda diesmal drei V6-Turbo mit nach Barcelona. Zwei waren schon am ersten Tag im Einsatz. Da bezweifelt wird, dass McLaren mit dem Kontingent über die Runden kommt, soll am Donnerstag ein viertes Triebwerk angeliefert werden.

Ball liegt bei Honda

Wegen der ungelösten Probleme hat Honda weiter den Spec-1-Motor im Gepäck. Eigentlich wollte der japanische Motorenhersteller in der zweiten Testwoche schon mit der Melbourne-Version ausrücken. Boullier bemüht sich sichtlich, den Optimisten zu spielen. „Wir müssen uns auf Honda verlassen und daran glauben, dass sie gute Arbeit leisten. Der Ball liegt jetzt bei ihnen. Ich bin zuversichtlich, dass mit der zweiten Spezifikation die meisten Probleme gelöst sind.“

Was McLaren nicht sagen kann, trotzdem aber im Fahrerlager durchsickert: Wenn der Honda-Motor mal läuft, soll er nicht mehr Power haben als das 2015er Triebwerk. Und das war damals schon rund 100 PS von der Konkurrenz weg. Auch die Fahrbarkeit und Abstimmung der Elektromotoren ist noch eine Baustelle.

Es wird vermutet, dass ein Großteil der Probleme von dem neuen Verbrennungsverfahren herrühren. Die so genannte Vorkammerzündung ist von stärkeren Vibrationen und höheren Temperaturen begleitet. Darunter leidet der Rest der Antriebseinheit. Auch Renault macht gerade diese Erfahrung, hat das Problem aber wesentlich besser im Griff.

McLaren sammelt Daten und setzt auf Simulationen

McLaren ist den Problemen seines Motorenpartners ausgeliefert. „Wir würden gerne wissen, wie gut unser Auto wirklich ist“, sagen die Ingenieure. Bei den wenigen Runden sind belastbare Aussagen nur bedingt möglich. „Im Augenblick können wir nur Daten sammeln und schauen, ob sie das gleiche sagen wie der Windkanal oder die Simulationen“, erklärt Boullier. Das ist offenbar der Fall. Vandoornes Rundenzeit von 1.22,698 Minuten war unter den Umständen nicht mal so schlecht.

Sind Sie besorgt, Herr Boullier? „Es hält sich noch in Grenzen“, meint der Brillenträger tapfer. „Wir leben von Berechnungen und müssen die Entwicklung ein bisschen nach hinten schieben.“ Boullier gibt zu, dass er mit einem schwierigen ersten Saisonviertel rechnet. „Wir dürfen jetzt keine Fehler machen.“

Der Teamchef fährt fort: „Jede Runde, die wir nicht fahren, ist ein Verlust. Grundsätzlich haben wir ein gutes Auto. Es reagiert logisch auf alle Änderungen. Die Fahrer sind happy. Aber wenn du nicht am Limit fahren kannst und dir auf der Geraden 18 km/h fehlen, dann stimmen auch die Reifen- und die Bremstemperaturen nicht. Zum Glück sind die Werkzeuge heute so gut, dass wir auch mit den Daten bei reduziertem Tempo Vorhersagen machen können. Doch wenn du ans Limit gehst, ergeben sich andere Faktoren, die du sonst nicht siehst.“

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