McLaren-Krise hält an

Alonso feuert ersten Warnschuss

Fernando Alonso - McLaren - GP Australien - Melbourne - 24. März 2017 Foto: Wilhelm 60 Bilder

Gemischte Gefühle bei McLaren-Honda: Die Motoren halten, doch die Rundenzeiten sind langsam. Honda will das Power-Problem mit einem neuen Motor lösen. Fernando Alonso warnt, dass Platz 13 kein akzeptables Ergebnis ist.

Yusuke Hasegawa ist nicht zu beneiden. Der Honda-Rennleiter saß auch in Melbourne auf der Anklagebank. Dabei hat Honda in nur 2 Wochen ein kleines Wunder vollbracht. Die Motoren haben gehalten. Bei den Testfahrten mussten die Japaner noch 5 Antriebseinheiten abschreiben. Fernando Alonso hatte ein nahezu problemloses Wochenende.

An Stoffel Vandoornes Auto fiel im entscheidenden Moment der Benzindruck in den Keller. Der Belgier musste zum Check an die Box. „Es war ein Wettlauf mit der Zeit, das Problem zu lösen. Danach hatte ich nur noch einen Schuss. Vielleicht war ich in der ersten Kurve zu ehrgeizig. Die Vorderreifen waren noch nicht ganz auf Temperatur und haben beim Bremsen blockiert.“ Vandoorne blieb im Q1 hängen und startet vom 18. Platz.

Fernando Alonso hätte mit seiner Runde in einem Mercedes oder Ferrari vermutlich um die Pole Position gekämpft. Der Spanier landete trotzdem nur auf dem 13. Platz. Auf die Q2-Bestzeit fehlten ihm 2,2 Sekunden, im Top-Speed 12 km/h.

„Nach den Schwierigkeiten bei den Testfahrten hätte ich nicht damit gerechnet, so viele Runden zu fahren. Das Auto war gut ausbalanciert, und hat es mir erlaubt, voll zu attackieren. Platz 13 ist natürlich nicht unser Ziel. Im Moment können wir nur das Maximum aus dem Paket holen, das wir haben. Im Rennen brauchen wir die Hilfe des Wetters oder Probleme unserer Gegner, um weiter vorne zu landen.“

„Werde nicht die ganze Saison auf Platz 13 fahren“

Yusuke Hasegawa resümierte trotz der Trendwende selbstkritisch: „Wir haben alle Zuverlässigkeitsprobleme, die bei den Testfahrten aufgetreten sind, gelöst oder im Griff. Leider sind wir nicht in der Lage die Power aus dem Motor zu holen, die wir erreichen wollten.“

Teamintern hört man, dass die Leistung noch unter dem Niveau des Saisonfinales 2016 liegt. Um die Motoren am Leben zu halten und schädliche Vibrationen zu vermeiden, müssen die Piloten früher hochschalten. „Wir haben einen schlechten Job gemacht“, warf sich Hasegawa verbal ins Schwert.

Fernando Alonso lobte den Fortschritt bei der Haltbarkeit, feuerte aber gleichzeitig einen ersten Warnschuss ab. Noch ist McLaren weit davon entfernt, aus eigener Kraft in die Top 10 zu fahren, geschweige denn wie geplant von einem Podium zu träumen: „Ich erwarte eine weitere starke Reaktion des Teams. Wir werden nicht die ganze Saison auf Platz 13 fahren.“

Nach einer kleinen Kunstpause verbesserte sich der Spanier grimmig: „Ich werde nicht die ganze Saison auf Platz 13 fahren.“ Man könnte es auch so übersetzen: Wenn Honda nicht in absehbarer Zeit Leistung findet, sitzt Alonso nicht mehr im McLaren.

Hasegawa versprach, Himmel und Hölle in Bewegung zu versetzen, McLaren mit besseren Motoren aus dem Tal der Tränen zu holen. Honda baut bereits an einem neuen Motor. „Wir arbeiten an einer neuen Spezifikation und entwickeln in alle Richtungen, wie wir mehr Leistung aus dem Motor holen. Das ist aber kein Job von einem Tag. Ich will keine Garantien abgeben ob das zwei Wochen oder einen Monat dauert.“

In Honda-Kreisen wird gemunkelt, dass der Kraftakt mindestens 2 Monate in Anspruch nehmen wird. Alonso machte bei der Ansage ein mürrisches Gesicht. Der Geduldsfaden des zweifachen Weltmeisters ist bereits zum Zerreißen angespannt.

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