McLaren M23

Ein Auto, vier Jahre, zwei Titel

McLaren M23 Foto: Daniel Reinhard 17 Bilder

Der McLaren M23 war McLarens Eintritt in die Kaste der Weltmeister. Das Auto gewann 1974 mit Emerson Fittipaldi den ersten Titel für die Kiwis. Zwei Jahre später holte James Hunt mit einer Weiterentwicklung des M23 die zweite Weltmeisterschaft.

Firmengründer Bruce McLaren legte den Grundstein. Der Techniker stellte die Technik in den Vordergrund. Nach seinem tödlichen Unfall übernahm Teddy Mayer den Posten des Teamchefs. Der Nachfolger war Rechtsanwalt, ein Mann der alle Winkelzüge des Geschäfts kannte und sie auch ausnutzte.
 
Mayer war es, der in der CanAm-Serie den Staubsauger, eine Chaparral-Erfindung, wegprotestierte. Er legte sich später auch immer wieder in Regelfragen mit Bernie Ecclestone und dem Verband an. Der Amerikaner führte die Geschäfte im Sinne seines früheren Partners fort. Er war schon zu McLarens Lebzeiten die graue Eminenz im Büro und gehörte neben Tyler Alexander und Phil Kerr dem Direktorium der noch jungen Firma an.

Mayer brachte Marlboro und Texaco

Mayer modernisierte nach McLarens Tod den Rennstall, zog mit Marlboro und Texaco potente Sponsoren an Land und holte mit Emerson Fittipaldi und James Hunt die ersten beiden WM-Titel für die Firma. Unter dem Amerikaner geriet McLaren aber auch in die erste große Krise. Zwischen dem GP Japan 1977 und dem GP England 1981 gewann McLaren kein Rennen. Das kostete Mayer schließlich den Kopf.
 
Als der McLaren M23 1973 geboren wurde, war von Krise noch nichts zu spüren. Denis Hulme stellte das von Gordon Coppuck gebaute Auto in Südafrika auf Anhieb auf die Pole Position. Ein Reifenschaden verhinderte den sicheren Sieg. Das Auto war eine Abkehr von der bisherigen McLaren-Designphilosophie.
 
Die bestand aus einem simplen rechteckigen Fahrzeugrumpf mit wuchtigen Seitentanks rechts und links vom Cockpit. Der M23 besaß eine Keilform und war gewissermaßen die Weiterentwicklung des Lotus 72. Er hatte Zugstreben an der Vorderachse, den Haupttank zwischen Fahrer und Motor, die Kühler gewichtsneutral neben dem Fahrer und ein nach vorne gerücktes Cockpit.

McLaren M23 bringt den ersten Titel

McLaren gewann 1973 drei Grand Prix, doch zum Titel reichte es nicht. Den machten Lotus und Tyrrell unter sich aus. 1974 schickte McLaren einen modifizierten M23 an die Front. Mit Emerson Fittipaldi, Denis Hulme und Mike Hailwood im Cockpit. Fittipaldi und Hulme traten in den neuen Marlboro-Farben an, Hailwood noch in der alten Yardley-Lackierung.
 
McLaren gewann vier Grand Prix (Argentinien, Brasilien, Belgien, Kanada) und seinen ersten Titel. Fittipaldi reichte beim Finale in Watkins-Glen ein vierter Platz, um Hauptkonkurrent Clay Regazzoni in die Knie zu zwingen.

Erst 1977 geht der M23 in Rente

Der M23 war ein Dauerbrenner. Er verhalf Fittipaldi 1975 zur Vize-Weltmeisterschaft. Ein Jahr später feierte McLaren mit dem M23D seine zweite Weltmeisterschaft. James Hunt hatte Emerson Fittipaldi abgelöst. Im zweiten Auto saß Jochen Mass.

Der M23 hatte sein Aussehen inzwischen leicht verändert. Die Seitenkästen wurden nach hinten verlängert, statt der Airbox über dem Überrollbügel wurde die Luft für den Cosworth V8 jetzt über zwei Ohren hinter dem Cockpit angesaugt. Die Geometrie der Aufhängung war mehrmals überarbeitet, der Radstand gestreckt worden. Erst 1977 ging das lange Leben des M23 zu Ende. Der M26 löste den Dauerbrenner ab.

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