McLaren-Mechaniker zaubern

90 Minuten Zittern für Button

McLaren - GP Italien 2013 - Jenson Button Foto: ams 67 Bilder

Die McLaren-Mechaniker haben sich einen Pokal verdient. Immerhin schenkte ihnen Jenson Button einen WM-Punkt. Es war ein Wunder, dass der Engländer überhaupt starten konnte. In 90 Minuten tauschten seine Mechaniker zwei Mal die Benzinpumpe.

McLaren war das ganze Wochenende in Party-Stimmung. Der Rennstall feierte sein 50-jähriges Bestehen. Das Ergebnis in Monza gab keinen Anlass zum Jubeln. Jenson Button holte als Zehnter einen kümmerlichen WM-Punkt. Sergio Perez wurde Zwölfter.

"Ricciardo hat uns das Rennen kaputtgemacht. Er war so schnell auf der Geraden, dass wir einfach nicht vorbeigekommen sind. Wir hatten den Speed für Platz 7. Ricciardo hat uns pro Runde sieben Zehntel gekostet", ärgerte sich Sportdirektor Sam Michael. Perez ärgerte sich nach dem Rennen, dass er es nach seinem Verbremser in der ersten Schikane zu gut meinte.

Um einer Strafe zu entgehen ließ der Mexikaner nach dem Abkürzen durch den Notausgang drei Autos vorbei. Darunter auch Ricciardo. "Sergio hat alles richtig gemacht, auch wenn er vielleicht einen Platz zu viel verschenkt hat", lobte Sam Michael. "Er musste sicherstellen, dass die Rennleitung keine Untersuchung einleitet."

Das Wunder in der McLaren-Box

Die größte Leistung in Monza vollbrachten die Mechaniker. Als zwei Stunden vor dem Start Buttons Motor angelassen wurde, rührte sich nichts. Eine der elektrischen Benzinpumpen war ausgestiegen. Teamchef Martin Whitmarsh hatte eine Überspannung im Verdacht. "Normalerweise ist der Wechsel der Pumpe ein Job von vier Stunden für zwei Mechaniker", erklärte Sam Michael. "Bei Jenson hat die gesamte Crew Hand angelegt."

Um an die Pumpe heranzukommen, musste zuerst der Sprit abgesaugt, der Unterboden entfernt, dann die KERS-Elemente in der Peripherie des Tanks abgebaut und schließlich der Tank geöffnet werden. Das geht bei McLaren von unten. Allein die Abdeckplatte ist mit 20 Schrauben befestigt. Da die Pumpe versteckt liegt, kamen zuerst Teile des Sammeltanks ans Tageslicht.

Bruce McLaren hätte applaudiert

Nach dem Austausch wurde alles wieder zusammengebaut und der Sprit eingefüllt. Die Prozedur dauerte eine Stunde. "Wir haben schnell, aber nicht superschnell gearbeitet, weil wir ja wussten, dass wir etwas Spielraum hatten", erzählt Michael. Dann die böse Überraschung. Beim Anlassen des Motors geht eine zweite Benzinpumpe kaputt. Jetzt war nur noch eine Stunde Zeit bis zum Start, eine halbe bis zum Öffnen der Boxengasse.

McLarens Sportdirektor lächelt: "Diesmal war es höchste Eisenbahn. Die ganze Prozedur begann von vorne. Auch die Jungs von Sergio haben mitgeholfen, alles zusammen 15 Mann. Die größte Kunst war es, sich nicht im Weg zu stehen. Zum Glück waren alle in Übung. Ich hatte meine Zweifel, aber nach 30 Minuten konnte Jenson ins Auto steigen. Es war eine Meisterleistung unserer Mannschaft." Romantiker würden sagen: Da hätte auch Firmengründer Bruce McLaren applaudiert.

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