McLaren-Mercedes

Vom Phönix in die Asche

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McLaren-Mercedes galt nach den Wintertests als großer Favorit neben Renault. Während die Franzosen von Sieg zu Sieg eilen, verschwinden die Silbernen in der Versenkung des Mittelfelds.

Juan Pablo Montoya ist nach zwei Rennen WM-Fünfter, Kimi Räikkönen mit einem Pünktchen Zwölfter. In der Konstrukteurswertung liegt McLaren-Mercedes auf Platz sechs, 17 Zähler hinter Renault. Wie konnte der Mitfavorit so abrutschen?

Eine Erklärung sind die mäßigen Qualifikations-Ergebnisse. Wer sich auf den Plätzen sechs und elf in der Startaufstellung einfindet, hat seine liebe Not, den D-Zug an der Spitze nicht zu verpassen. Beide Fahrer klagten über Untersteuern in einigen Kurven, Montoya rodelte gar kurz auf den Grünstreifen.

Seit drei Jahren in der Qualifikation schwach

Chefingenieur Adrian Newey räumt ein, dass besagtes Untersteuern bei langsamen Kurven ein Problem ist. Zudem ärgert der MP4-20 seine Fahrer mit einem zu sanften Umgang mit den Reifen. In der ersten schnellen Runden bringen die Fahrer ihre Michelin-Pneus weder in der Qualifikation, noch im Rennen zum Arbeiten. Erst nach drei Runden nimmt der Zug Fahrt auf - bisweilen so schnell, dass Räikkönen wie in Malaysia die schnellste Runde des Rennens gelingt. Auffallend: Seit drei Jahren doktort man bei McLaren an der Qualifying-Schwäche - vergebens.

Eine weitere Baustelle ist der Motor. Mario Illien ist den Weg vieler Konkurrenten gegangen und hat keinen komplett neuen Motor entworfen, um die 2005 geforderten Laufzeiten realisieren zu können. Doch offenbar ist der Ansatz bei Mercedes etwas sehr konservativ geraten. Während Sportchef Norbert Haug tapfer propagiert, man sie in punkto Leistung und Drehzahl gleichauf mit den Besten, kommt die Konkurrenz zu anderen Ergebnissen.

Nicht besser als Cosworth

Laut BMW-Messungen dreht der eigene Zehnzylinder 18.850 Umdrehungen pro Minute, der Mercedes-Motor kommt lediglich auf 18.000 Touren. Damit liegt man im Bereich des veralteten Cosworth-Motors, wie er bei Red Bull zum Einsatz kommt. Eine verbesserte Motorenvariante ist erst beim fünften Rennen in Spanien geplant.

Während Kimi Räikkönen sich bei seinem Punktekonto noch auf Pech berufen kann (ein Reifenventil geht nicht alle Tage kaputt), hat Juan Pablo Montoya ein fundamentaleres Problem. Der Kolumbianer pflegt einen zu aggressiven Fahrstil. In beiden Rennen 2005 holte er sich frühzeitig einen Bremsplatten, der seinen Vorwärtsdrang bremste - bei einem Reifenwechselverbot ein irreparabler Fehler.

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