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Keine Panik bei McLaren

Erfolg 2020 wichtiger als Platz 4

McLaren hat auf den beiden Highspeed-Strecken in Spa und Monza nur einen WM-Punkt geholt. Teamchef Andreas Seidl hofft, dass es auf den kurvigeren Kursen schon bald wieder wieder besser läuft und man Platz vier verteidigen kann.

Nach einer fast makellosen ersten Saisonhälfte ist McLaren zuletzt etwas ins Stottern geraten. In Spa-Francorchamps blieben Lando Norris und Carlos Sainz ganz ohne Punkte. Sieben Tage später in Monza konnte die Ausbeute von einem mageren Pünktchen die Verantwortlichen auch nicht glücklich machen.

Teamchef Andreas Seidl redete nicht lange um den heißen Brei herum: „Nach dem guten Lauf vor der Sommerpause waren diese zwei Rennen ein Rückschlag. Aber so etwas ist Teil dieses Sports. Und das kann in der Entwicklung eines Teams immer mal passieren. Es ist nun wichtig für uns, den Schalter umzulegen und ab Singapur wieder Vollgas zu geben.“

Was die Pace angeht, lief es in Monza gar so schlecht, wie es die Zahlen vermuten lassen. Rookie Norris musste wegen einer Motorenstrafe auf Rang 16 starten, schaffte es aber wenigstens noch auf den zehnten Platz. Für Sainz wäre Position sechs im Ziel drin gewesen, doch dann lief beim Boxenstopp in Runde 27 alles schief.

Carlos Sainz - GP Italien 2019
xpb
Carlos Sainz wurde mit einem lockeren rechten Vorderrad losgeschickt.

Boxenstopp-Panne wird untersucht

Der Madrilene wurde nach dem Reifenwechsel mit lockerem rechtem Vorderrad auf die Bahn geschickt. Um eine persönliche Strafe zu verhindern, stellte er seinen Dienstwagen direkt ab. Laut Seidl hatte der Mechaniker Schwierigkeiten, das Rad richtig zu fixieren. Ob es an der Radmutter oder dem Radschrauber lag, war nach dem Rennen noch nicht geklärt.

McLaren ist bekanntlich nicht das erste Team mit einer lockeren Schraube. Bei solch einem Problem darf der Pilot natürlich nicht auf die Bahn geschickt werden. In diesem Fall trifft den Fahrer übrigens keine Schuld. Die Ampel schaltete auf Grün und Sainz raste los.

Um bei den Boxenstopps keine Zeit zu verlieren, bekommen die Fahrer bei McLaren automatisch die Freigabe, sobald die Schlagschrauber abgesetzt werden.Offenbar haben die Sicherheitsmechanismen in diesem Fall versagt: „Man hat natürlich immer die Möglichkeit, die Freigabe zu überstimmen“, erklärt Seidl. „Und dann gibt es noch Handzeichen, die abgesprochen sind, um einen Abbruch zu veranlassen. Aber wir operieren im Rennen am Limit. Da geht schon mal etwas schief.“

Carlos Sainz & Daniel Ricciardo - GP Italien 2019
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Renault machte ordentlich Punkte gut im Kampf um Rang vier der Team-WM.

Renault halbiert Rückstand

Mehr als der Ausfall von Sainz ärgerte Seidl nach dem Rennen die schwache Pace. Gegen die direkte Konkurrenz von Renault hatte man keine Chance. Das Werksteam rollte mit Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg auf den Plätzen vier und fünf ins Ziel. In Spa und Monza schrumpfte der Vorsprung im Kampf um Platz vier damit von 43 auf nur noch 18 Punkte.

Zur Verteidigung von McLaren muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass für die beiden Low-Downforce-Strecken keine speziellen Flügel entwickelt wurden. „Allerdings war es natürlich nicht unser Plan, am Ende mit nur einem einsamen Pünktchen dazustehen“, so Seidl. „Wir müssen das jetzt analysieren, uns neu sammeln und auf die nächsten Rennen konzentrieren – und dann hoffentlich wieder die Form der ersten Saisonhälfte zeigen.“

Die kleine Schwäche auf den schnellen Strecken kam nicht unerwartet. Es wird aber auch erwartet, dass es beim nächsten Rennen in Singapur wieder deutlich besser läuft. Um den Kampf mit Renault um Rang vier bis zum Saisonende offen zu halten, haben die McLaren-Verantwortlichen angekündigt, noch ein paar neue Teile ans Auto zu bringen.

Andreas Seidl & Zak Brown - GP Italien 2019
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Teamchef Andreas Seidl und McLaren-Boss Zak Brown konnten mit dem Abschneiden in Spa und Monza nicht zufrieden sein.

McLaren-Fokus liegt auf 2020

Teamchef Seidl warnt aber vor zu großen Erwartungen: „Es sind keine großen Upgrades, sondern eine kontinuierliche Weiterentwicklung in den nächsten zwei, drei Rennen – wie bisher auch. Und dann werden wir entscheiden, wann wir mit der Entwicklung komplett auf das nächstjährige Auto switchen. Das ist immer noch offen.“

McLaren wird aber nicht um jeden Preis versuchen, Renault hinter sich zu halten: „Natürlich ist der vierte Platz wichtig. Aber für mich ist es viel wichtiger, dass wir mit dem neuen Auto kommendes Jahr einen weiteren Schritt nach vorne machen können“, erklärt Seidl. „Wir werden den Erfolg für nächste Saison sicher nicht dadurch gefährden, dass wir den Fokus nun plötzlich wieder auf das aktuelle Auto legen. Es gibt einen Plan, was wir dieses Jahr noch machen wollen und wie wir das nächste Jahr angehen.“

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