Lando Norris - McLaren - Imola - Formel 1 - GP Emilia Romagna - 17. April 2021 xpb
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Imola: Norris verpasst Quali-Sensation

Norris verpasst Quali-Sensation Hoher Preis für kleinen Fehler

Lando Norris hätte im Imola-Qualifying eine Sensation schaffen können. Doch die Rundenzeit, die am Ende für den dritten Startplatz gereicht hätte, wurde wegen einem Track-Limit-Verstoß nachträglich gestrichen. Der britische Youngster entschuldigte sich beim Team für die verpasste Chance.

Vor dem Start der Qualifikation versuchte Teamchef Andreas Seidl den Ball noch einigermaßen flach zu halten. Wenn man mit beiden Autos in die letzte Runde einziehen könne, dann wäre das schon ein Erfolg, stapelte der Bayer tief. Am Ende war die Pace nicht nur gut genug für Q3 sondern für Platz drei.

Lando Norris geigte ganz vorne mit und sah in den ersten beiden Durchgängen nach einem sicheren Kandidaten für die Positionen in den ersten beiden Reihen aus. Für das Finale konnte sich der britische Youngster sogar zwei frische Sätze weicher Reifen aufheben. Damit schien alles schon für eine kleine Sensation angerichtet.

Als es schließlich in die Entscheidung ging, wählte Norris im ersten Anlauf die sichere Variante. Die Zeit von 1:14.875 Min. lag viereinhalb Zehntel hinter der Bestzeit von Lewis Hamilton zurück. Doch in seinem zweiten Versuch warf der 21-Jährige alles in die Waagschale. Nach den ersten beiden Sektoren blinkten auf dem Monitor rosa eingefärbte Zeiten auf, die auf absolute Bestmarken hinwiesen.

Als Norris schließlich den Zielstrich überquerte, blieb die Uhr bei 1:14.454 Min. stehen – nur 43 Tausendstel hinter der Pole-Zeit von Hamilton. Das hätte am Ende für Startplatz drei gereicht. Doch die Freude in der McLaren-Garage währte nicht lange. Wenige Momente später blinkte auf dem Ereignis-Monitor die Meldung auf, dass die Rundenzeit gestrichen wird.

Lando Norris - McLaren - Imola - Formel 1 - GP Emilia Romagna - 17. April 2021
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Mit einigen Setup-Umbauten konnte sich McLaren über das Rennwochenende stark steigern.

Norris akzeptiert Track-Limit-Strafe

Norris war in Kurve 9 ein Tick zu weit neben die Strecke in den verbotenen Bereich geraten. Der Rennleitung bleib keine andere Wahl, als der sensationellen Runde die Anerkennung zu verweigern. Der Pilot nahm es sportlich: "Wir kennen alle die Regel. Die Strafe ist gerechtfertigt. Das muss ich akzeptieren und auf meine Kappe nehmen."

Statt Startplatz drei wurde es am Ende nur die siebte Position, noch hinter dem eigenen Teamkollegen Daniel Ricciardo. Norris tat es vor allem für sein Team leid: "Wir haben dieses Wochenende sehr gut gearbeitet. Im ersten Training lagen wir noch weit weg von der Pace. Dann haben wir mit dem Setup ein paar neue Dinge ausprobiert und konnten uns bis zum Qualifying stetig steigern."

Norris ärgerte sich maßlos über seinen Fehler: "Das Auto war richtig stark, alles lief gut, aber dann habe ich alle im Stich gelassen. Ich hätte deutlich weiter vorne stehen müssen, irgendwo auf den Plätzen zwei, drei oder vier. Jetzt stehe ich auf Rang sieben. Das hätte eines der besten Qualifyings für unser Team seit langer Zeit sein können. Die Jungs hätten es verdient. Deshalb bin ich etwas angefressen und enttäuscht von mir selbst."

Lando Norris - McLaren - Imola - Formel 1 - GP Emilia Romagna - 17. April 2021
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Frust unter dem Helm. Lando Norris konnte seine Enttäuschung nach dem Imola-Qualifying nicht verbergen.

Aufholjagd im Rennen?

"Am Ende war es ein kleiner Fehler, der alles kaputt gemacht hat. Wenn man mit mehr als 200 km/h unterwegs ist, dann ist es nicht so einfach, auf ein paar Zentimeter genau zu fahren. Ich muss mir das nochmal genau anschauen. Aber es ist klar, dass ich einfach zu viel Risiko gegangen bin. Am Ende habe ich den Preis bezahlt. Ich muss das jetzt akzeptieren und es im Rennen besser machen."

Für den Sonntag hat der Youngster noch längst nicht aufgegeben. "Mal schauen, ob ich die Positionen morgen wieder zurückholen kann, die ich heute verloren habe. Um mich herum stehen ein paar Autos, die eigentlich langsamer sind. Wir wissen aus dem Vorjahr, dass man hier nicht gut überholen kann. So einfach wie in Bahrain geht es nicht nach vorne. Es ist schwierig, aber nicht unmöglich. Vielleicht hilft mir ja das Wetter."

Der erste Gegner vor ihm in der Startaufstellung ist der eigene Teamkollege. Während Norris deutlich unter Wert geschlagen wurde, hatte Ricciardo vor dem Qualifying mit einer schlechteren Ausgangsposition gerechnet. "Mit der Position bin ich also ganz zufrieden. Danach sah es eigentlich das ganze Wochenende nicht aus."

Daniel Ricciardo - McLaren - Imola - Formel 1 - GP Emilia Romagna - 17. April 2021
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Ricciardo drehte im Q3 seine beste Runde des Wochenendes. Insgesamt fehlt aber noch etwas zur Pace von Lando Norris.

Ricciardo nicht auf Norris-Niveau

Dabei war die Runde im Q3 gar nicht mal perfekt, wie Ricciardo selbst zugab: "Da gab es viele Stellen, mit denen ich nicht zufrieden bin. Ich muss einfach noch mehr aus dem Auto rausholen und bin noch längst nicht dort, wo ich sein kann. Das dauert wohl noch etwas Zeit. Ich weiß aber, dass es kommen wird. Da brauche ich etwas Geduld, von der Rennfahrer aber nicht viel haben."

Ricciardo sieht es als gutes Zeichen, dass er sich im Laufe des Wochenendes immer weiter steigern konnte, auch wenn die eigenen Ansprüche noch nicht erreicht sind: "Das zeigt, dass ich mich dem Limit immer weiter nähere. Aber wenn man sich mal die Zeiten von Lando anschaut, da war ich das ganze Wochenende doch ein gutes Stück von entfernt."

Was den Sonntag angeht, kann der Neuling im Team noch keine Prognose abgeben: "Ich kenne das Auto noch nicht gut genug um zu sagen, ob es im Rennen besser funktioniert als im Qualifying. Mit mehr Benzin dürfte sich aber alles etwas verlangsamen, man ist nicht so nah am Limit unterwegs. Das sollte mir entgegenkommen. Ich hoffe, dass es etwas einfacher wird."

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