Lando Norris - GP Mexiko 2019 xpb
Lewis Hamilton - GP Mexiko 2019
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McLaren-Pleite in Mexiko

Harter Reifen gibt Rätsel auf

Nach einigen starken Rennen zuletzt verpasste McLaren in Mexiko die Punkte überraschend deutlich. Teamchef Andreas Seidl sieht die Niederlage als Teil des Lernprozesses. Direkt nach dem Rennen hatte der Bayer noch keine Erklärung parat.

McLaren ist eine der positiven Überraschungen der Saison. Nach nur 62 WM-Punkten im Vorjahr liegt der Traditionsrennstall aus Woking jetzt schon bei 111 Zählern. Doch in Mexiko konnte das Konto nicht weiter aufgestockt werden. Carlos Sainz kam mit mehr als einer Runde Rückstand abgeschlagen auf Rang 13 ins Ziel. Teamkollege Lando Norris musste vorzeitig aufgeben.

Dabei hatte die Ausgangslage für die Papaya-Renner zunächst gar nicht so schlecht ausgesehen. Aus der vierten Reihe schien ein gutes Resultat nur noch Formsache. Nach der ersten Runde hatten sich Sainz und Norris sogar auf die Plätze vier und sechs nach vorne geschoben. Doch anschließend ging es nur noch rückwärts.

„Das war echt ein schmerzhafter Sonntag für uns“, fasste Teamchef Andreas Seidl die Stimmung im McLaren-Lager zusammen. „Wir konnten vor allem auf den harten Reifen einfach nicht die Pace zeigen, die wir an den beiden Trainingstagen hatten. Das müssen wir analysieren, um es zu verstehen. Mit den weichen Reifen am Start hat sich das schon angedeutet. Da war es aber noch nicht so schlimm.“

Carlos Sainz - GP Mexiko 2019
Motorsport Images
Nach dem starken Start sah alles nach einem ordentlichen Punkteresultat für McLaren aus.

Keine Erklärung für schwache Pace

Sainz und Norris konnten sich gegen die Angriffe der Mittelfeldkonkurrenz nicht wehren. Beide fielen einen Platz nach dem anderen zurück. Am Kommandostand trauten die Verantwortlichen ihren Augen nicht. „Natürlich kann man anführen, dass die Trainingszeit durch die feuchten Bedingungen etwas reduziert war. Wir hatten dadurch etwas weniger Daten als sonst. Aber es gab keine Anzeichen dafür, dass der Speed plötzlich weg war“, zuckte Seidl ratlos mit den Schultern.

Zur schwachen Pace kam auch noch ein kostspieliger Fehler beim Boxenstopp von Norris. Weil das Rad vorne links nicht richtig befestigt wurde, musste der Rookie kurz vor dem Ausgang der Boxengasse anhalten. Die Mechaniker rollten das Auto zurück zur Garage, um den Fehler zu beheben. Dabei ging so viel Zeit verloren, dass der Youngster keine Chance mehr auf WM-Punkte hatte.

„Wir hatten ein Problem mit der Radmutter. Das Gewinde hat sich verkantet“, erklärte Seidl. Obwohl das Rad nicht richtig saß, bekam Norris das grüne Licht zum Losfahren gezeigt „Man bemerkt das Problem leider nicht sofort. Die Boxenstopps laufen in zwei Sekunden ab. Jeder geht da ans Limit. Das ist einfach unglücklich gelaufen“, so Seidl.

Der Bayer übte sich in Galgenhumor: „Immerhin haben wir uns im Vergleich zum Problem von Carlos Sainz in Monza verbessert. Wir haben es dieses Mal geschafft, das Auto noch innerhalb der Boxengasse zu stoppen und zurückzuholen. Wir müssen jetzt aber schnell verstehen, wie wir uns sowohl bei der Technik als auch bei den Abläufen verbessern können.“ Norris wurde später ganz aus dem Rennen genommen, weil die Sensoren einige überhöhte Werte registrierten. In der aussichtslosen Situation wollten die Verantwortlichen keinen Schaden riskieren.

Lando Norris - GP Mexiko 2019
Motorsport Images
Für Lando Norris war das Rennen nach dem Fehler beim Boxenstopp praktisch gelaufen.

McLaren mit Reset in Austin

Seidl versuchte aber, dem Ganzen noch etwas Positives abzugewinnen: „Es gab jede Menge zu lernen. So ein Tag ist Teil unseres Reifeprozesses. Das erinnert uns noch einmal daran, dass immer noch viel Arbeit vor uns liegt. Wir wissen, dass wir ein gutes Auto und ein starkes Team haben. Jetzt müssen wir einen Reset durchführen und in verbesserter Form zurückkehren. Zum Glück ist das nächste Rennen schon in sieben Tagen. Da können wir schnell zurückschlagen.“

Immerhin hielt sich der Schaden in Grenzen. Der Abstand zum ersten Verfolger Renault verringerte sich nur um fünf auf immer noch komfortable 38 Punkte. „Wir hatten Glück, dass die sechs Autos der Top-Teams alle ins Ziel gekommen sind und die Punkteplätze dahinter bunt verteilt waren“, blickte Seidl zufrieden auf die Tabelle.

Der Teamchef, der erst seit Mai das Zepter in Woking schwingt, warnt seine Truppe aber davor, den vierten Platz vorzeitig zu feiern: „Wir haben immer gesagt, dass die Sache noch nicht entschieden ist. Es braucht nur ein verrücktes Rennen, bei dem jemand plötzlich groß punktet. Wir dürfen uns deshalb nicht von dem Vorsprung blenden lassen. Wir müssen uns weiter auf uns konzentrieren und hart arbeiten.“

Etwas Mitleid hatte der 43-Jährige aus Passau mit Lando Norris. Der Youngster konnte dieses Jahr nicht einmal halb so viele Punkte sammeln wie Teamkollege Sainz. Davon lässt sich die Teamführung aber nicht blenden: „Wen wir die interne Analyse der beiden Fahrer vornehmen, dann wissen wir, dass Lando in einigen Rennen Pech gehabt und deshalb viele Punkte liegengelassen hat. Blickt man aber auf die Leistungen im Qualifying, dann sind beide Piloten meist innerhalb vom einem Zehntel. Beide machen einen guten Job.“

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