McLaren

Pleiten, Pech und Pannen in der Wüste

Jenson Button - Lewis Hamilton  - Formel 1 - GP Bahrain - 22. April 2012 Foto: xpb 27 Bilder

Bis jetzt war McLaren der Klassenprimus. Seit dem GP Bahrain hat Red Bull den Erzrivalen an der Spitze der WM-Tabelle abgelöst. Der achte Platz von Lewis Hamilton war die magere Ausbeute eines Rennens voller Pannen.

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh redete nicht lange um den heißen Brei herum. "Wir hatten von A bis Z einen schlechten Tag." Das beste Team der ersten drei Rennen holte in Bahrain magere vier Punkte. "Wir haben nur im Training unsere Nornalform erreicht", ärgerte sich Whitmarsh. Da standen Lewis Hamilton und Jenson Button auf den Startplätzen zwei und vier. Ab der zehnten Runde tauchte kein McLaren-Fahrer mehr auf den Podestplätzen auf. Es fehlte schlicht und ergreifend der Speed. Whitmarsh: "Wir haben zu schnell unserere Hinterreifen gekillt."

Reifenabbau analysieren

Die Gründe dafür blieben im Dunkeln. "Wir müssen das unbedingt analysieren", forderte der Teamchef. "Am Freitag stimmte das Tempo bei den Dauerläufen noch. Heute waren wir eine Sekunde pro Runde langsamer. Vielleicht lag es am Reifendruck, vielleicht an den zu hohen Laufflächentemperaturen. Wir wissen es nicht." Das ist aus Sicht eines Teams, das alles wissenschaftlich analaysiert, eine ungemütliche Erkenntnis. "Es ist heute wichtiger, die Reifen zu verstehen, als ein bisschen mehr Abtrieb zu finden", resümiert Whitmarsh.

Auch sonst ging viel schief bei McLaren. Lewis Hamilton verlor bei drei Boxenstopps 16,1 Sekunden auf Sieger Sebastian Vettel. Beim ersten und zweiten Reifenwechsel klemmte links hinten das Rad. Einmal, weil sich wie bei Button in Shanghai die Radmutter auf dem Gewinde verkeilte. Jedes Mal war der gleiche Mechaniker beteiligt. Whitmarsh nahm sich viel Zeit, den geknickten Monteur nach dem Rennen zu trösten. "Er hat sich die Sache sehr zu Herzen genommen. Wir können ihm keine Vorwürfe machen. Er hat sich für diesen Job freiwillig gemeldet und sich damit einem enormen Druck ausgesetzt. Ich werde keine Kritik an ihm zulassen."

Geplatzer Reifen bei Button

Jenson Button lag vier Runden vor Schluss auf Platz sieben. Der Melbourne-Sieger schloss rasend schnell auf Paul di Resta auf, der als einziger mit einer Zweistoppstrategie Erfolg hatte, dann aber doch seinen 24 Runden alten Reifen Tribut zollen musste. Doch als Button im Windschatten des Force India auf die Zielgerade einbog, spürte er links hinten einen Schlag. Der Hinterreifen war geplatzt. Whitmarsh lieferte die Aufklärung: "Kurz zuvor ist links der Auspuff gebrochen. Wahrscheinlich haben die heißen Gase den Reifen beschädigt." Eine Runde später stand Button erneut an der Box. Das Differenzial hatte als Folge des Reifenplatzers etwas abgekriegt.

Red Bull nie abgeschrieben

Red Bulls Sieg kam für Whitmarsh nicht überraschend. "Wir haben sie nie abgeschrieben, weil wir wussten, dass sie ein gutes Auto haben, für das sie nur den Schlüssel finden mussten, im Training vorne zu fahren. Diese Saison ist wirklich verrückt. Sie verläuft spannender als es uns lieb wäre. Jetzt müssen wir auch Lotus zu den Sieganwärtern zählen."

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