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McLaren erringt 14 Punkte: Die Probleme von Austin

McLaren erringt 14 Punkte Wenigstens einen Ferrari geschlagen

McLaren muss aufpassen. Ferrari droht den Briten den Rang abzulaufen. In Austin war man überraschend chancenlos gegen die rote Konkurrenz. Zwei Faktoren muntern McLaren auf. Wenigstens Carlos Sainz geschlagen zu haben, und dass Daniel Ricciardo mehr und mehr zur Stelle ist.

Lange war McLaren zu sehr von Lando Norris abhängig. Dem 21-Jährigen verdankte es der zweitälteste Rennstall der Formel 1, sich vor dem ältesten in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft zu halten. Daniel Ricciardo strauchelte insbesondere in der ersten Saisonhälfte, das gute Technik-Paket in zählbare Resultate umzusetzen. Seit der Sommerpause ist aber ein Aufwärtstrend bei ihm zu erkennen.

Ricciardo gewann in Italien, sicherte zwölf Punkte in Russland (obwohl Norris klar besser war) und eroberte in Austin weitere zehn. Nur der Grand Prix der Türkei war ein Ausreißer nach unten. McLaren braucht seinen zweiten Fahrer, um Ferrari abzuwehren. Fünf Rennen vor Saisonende ist der Vorsprung auf dreieinhalb Punkte zusammengeschmolzen.

Daniel Ricciardo - McLaren - GP USA 2021 - Austin
Wilhelm
Ricciardo war in Austin der schnellere der beiden McLaren-Fahrer.

McLaren im Mittel 0,44 Sekunden langsamer

In Austin waren die Papaya-gelben Autos den roten nicht gewachsen. Weder in der Qualifikation und ganz besonders nicht im Rennen. Charles Leclerc distanzierte Ricciardo in 56 Runden um 24,608 Sekunden. Macht im Mittel einen Zeitverlust von 0,44 Sekunden pro Runde. Das ist ungewöhnlich viel in einem Duell, das ansonsten auf Augenhöhe ausgetragen wird. Doppelt so viel wie in der Qualifikation. "Auf eine Runde kann der Peak der Reifen ein paar Schwächen kaschieren. Im Longrun entwickelt sich eine Art Schneeball-Effekt. Je länger du fährst, desto weiter geht die Lücke auf", erklärt McLaren-Teamchef Andreas Seidl.

Im McLaren-Lager musste man anerkennen, dass Ferrari in den USA das bessere Auto hatte. Ricciardo erlebte als Siebter der Qualifikation und als Fünfter des Rennens trotzdem ein gutes Rennwochenende. "Eigentlich waren wir nicht schnell genug für die Top 5. Wir sind vor zwei schnelleren Autos ins Ziel gekommen. Deshalb bin ich glücklich." Gemeint sind Valtteri Bottas, der wegen einer Motorenstrafe hinter den McLaren gestartet war, und Carlos Sainz im zweiten Ferrari, dem der Australier in einem beinharten Duell den Zahn zog.

Der achtmalige GP-Sieger spricht von gutem, harten Racing. "Der Fahrer auf der Außenseite setzt sich immer einem Risiko aus", beschreibt Ricciardo die Sequenz zwischen den Kurven 12 und 15. In dem Fall war Sainz auf der Außenspur. "Wir sind mehrere Kurven nebeneinander gefahren. Als ich Gas gegeben habe, ist mir das Heck leicht weggerutscht. Da haben wir uns berührt und etwas Gummi ausgetauscht. Aber hey: Es ging um Platz fünf im Rennen und zwischen Ferrari und uns um den dritten Platz in der Team-WM."

Lando Norris - McLaren - GP USA 2021 - Austin
Wilhelm
Fehler in der Quali, Verkehr im Rennen: Norris wurde Achter.

McLaren muss Zeit finden

Ricciardo wusste, dass er den Ferrari abwehren muss. "Wenn mich Carlos geschnappt hätte, wäre ich auch von Bottas überholt worden." Er fuhr erfolgreich die Ellbogen aus. So freute sich der Teamchef. "Ferrari war klar stärker als wir. Zumindest haben wir Carlos hinter uns gehalten." Was wichtig in der Weltmeisterschaft war. So verlor McLaren das Texas-Duell gegen Ferrari nur mit 14 zu 18 Punkten.

Den schnelleren der beiden Ferrari sah Ricciardo lediglich in der Frühphase des Rennens. "Ich konnte mit Charles die ersten Runden mithalten. Da dachte ich, es geht was. Dann ist er jede Runde immer weiter abgehauen." Ferrari hatte sein Auto für die heißen Temperaturen, den Wind und die vielen Bodenwellen besser abgestimmt. Die Scuderia fand den Kompromiss für die schnellen und langsamen Kurven, und schonte obendrein die Reifen besser. Feststellung aus dem Ferrari-Lager: "Wir waren vor allem zum Ende der Stints deutlich schneller." Verkehrte Welt: Eigentlich ist der McLaren im Reifenschonen besser als der Ferrari.

Die McLaren-Fahrer waren damit beschäftigt, in den schnellen Kurvenfolgen ihre Reifen nicht zu überhitzen. "Wir mussten viel Reifenmanagement betreiben. Unser Paket war einfach nicht gut genug gegen Ferrari", befindet der Teamchef. Der Vorteil auf den Geraden schrumpft. Ferraris Eingriff beim Hybridsystem hat dem roten Rennwagen auf die Sprünge geholfen. "Ferrari hat die letzten Rennen etwas mehr gefunden. Wir müssen etwas Geschwindigkeit zulegen, um uns das Leben leichter zu machen", fordert Ricciardo. Fazit: McLaren wird wohl auch bei den kommenden Grand Prix die Ellbogen ausfahren müssen.

Norris steckt im Verkehr

Immerhin punktet McLaren jetzt regelmäßiger mit beiden Autos. Dass Norris sowohl in der Qualifikation als auch im Rennen im Hintertreffen war, hatte Gründe. Am Samstag hätte er eineinhalb Zehntel schneller fahren können, verpatzte aber die letzte Kurve. Sonst wäre er an fünfter und nicht siebter Stelle gestartet. Es brauchte schon eine außergewöhnliche Startrunde, um nicht festzustecken. Die hätte Norris beinahe gehabt.

Der Engländer blieb dann aber doch hinter Ricciardo und Sainz hängen. "Im Verkehr sind seine Reifen dann schneller kaputtgegangen", berichtet Seidl. Hinzu kam ein langsamer zweiter Boxenstopp mit einer Standzeit von 4,2 Sekunden. Kann passieren, wenn zwei Autos kurz nacheinander reinkommen. Es half Valtteri Bottas mit dabei, den Overcut gegen Norris zu vollstrecken.

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