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McLaren bestimmt Ersatzfahrer

Zusätzliche Pausen für Mechaniker

Die Formel 1 unternimmt alles, um dem Coronavirus keine Chance zu geben. McLaren-Teamchef Andreas Seidl schildert, wie seine Mannschaft den Saisonstart angeht. Sollte einer der beiden Fahrer ausfallen, würde es Ersatz von Mercedes geben.

So viel ist jetzt schon gewiss: Es ist das ungewöhnlichste Formel-1-Jahr der Geschichte. Noch nie hat ein Virus den GP-Sport lahmgelegt. Noch nie begann eine Saison erst im Juli. Immerhin ist das Rennfahren nun nach Monaten des Wartens endlich wieder möglich.

Doch nur unter speziellen Voraussetzungen. Die Teams nennen es die neue Normalität. Ohne ein strenges Hygiene- und Schutzkonzept ginge es nicht. Es sieht unter anderem vor, dass die Teams in ihrer eigenen kleinen Welt leben – abgeschottet vom Rest des Fahrerlagers.

Corona-Test bei Ankunft

Es beginnt bereits bei der Anreise. McLaren-Teamchef Andreas Seidl schildert, wie McLaren den ersten Grand-Prix-Trip seit dem ausgefallenen GP Australien angegangen ist: "Unser Aufbautrupp ist bereits letzte Woche mit den Trucks nach Spielberg gereist." Dort sind sie am Wochenende angekommen und haben damit begonnen, die Garagen einzurichten. Die Motorhomes blieben zu Hause. Stattdessen müssen die Teams Zelte und die bestehenden Anlagen am Red Bull-Ring nutzen.

"Unser Rennteam kommt am Mittwoch an. Dann ist die Mannschaft für den Aufbau schon wieder weg, damit es sicher nicht zu Kontakten kommt", berichtet Seidl. "Wir gehen auf Nummer sicher und haben einen Flieger für unsere 80 Mitarbeiter gechartert. Wir fliegen direkt von England an den Flughafen in Spielberg neben der Rennstrecke."

Das 80-köpfige Teampersonal wurde am Montag auf Covid-19 getestet. Die Ergebnisse fielen negativ aus. "Sobald wir in Spielberg ankommen, wird die ganze Mannschaft noch einmal getestet", erzählt der Teamchef. Weitere Tests folgen gemäß der FIA-Vorschriften im Fünftages-Rhythmus.

Lewis Hamilton - F1-Test - Silverstone - 2020
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Viele Untergruppen bei McLaren

Die Rennmannschaft hatte McLaren bereits in der Vorbereitung von der restlichen Truppe in der Fabrik in Woking getrennt. Das erhöht die Sicherheit eines jeden einzelnen Teammitglieds. Um dem Virus auch ja keine Chance zur Ausbreitung zu geben, strukturieren sich die Teams in Untergruppen. Mit dem Ziel, selbst Kontakte innerhalb des eigenen Teams auf ein Minimum zu beschränken. Und im Fall der Fälle, Infektionsketten schnell nachvollziehen zu können und nicht das gesamte Rennteam zu verlieren.

McLaren steckt seine 80 Mitarbeiter an der Rennstrecke deshalb in mehrere Blasen. "Nicht nur die Crews der beiden Autos sind voneinander getrennt. Ich kann gar nicht sagen, wie viele Untergruppen wir genau gebildet haben, aber es sind zahlreiche. So wollen wir vermeiden, dass wir bei einem positiven Fall zu viele auf einmal verlieren.

"Wir können mit den Untergruppen schnell erkennen, wer mit wem in engem Kontakt war und entsprechend isolieren", erklärt Seidl. Heißt: Auch abseits der Rennstrecke, zum Beispiel in den Hotels, wird getrennt. Dann sei im Fall der Fälle eine schnelle Reaktion möglich. "Nach unseren Informationen bekommen wir Testergebnisse sehr schnell. Ursprünglich hieß es innerhalb von zwei Stunden."

Andreas Seidl - GP Japan 2019
Motorsport Images
Das Team von Andreas Seidl reagiert mit neuen Strukturen auf die Corona-Gefahr.

Verschnaufpausen für Mechaniker

Auch die Abläufe wurden an die neuen Vorschriften angepasst. "Wir wollen in der Garage so weit wie möglich die Abstandsregeln von zwei Metern einhalten", sagt McLarens Teamchef. Immer wird das nicht möglich sein. Sicher ist: Die neue Normalität wird Reparaturen und Fahrzeugumbauten wegen der Einschränkungen und zwischenmenschlichen Abstände in die Länge ziehen.

Damit müssen die Teams klarkommen. Genauso wie mit der Maskenpflicht in der Box. "Für unsere Mechaniker bedeutet das ein Extra an körperlicher Belastung. Vor allem bei Hitze. Es wird eine zusätzliche Herausforderung für alle. Wir wollen sie am besten meistern", sagt Seidl und betont. "Gleichzeitig wollen wir dafür sorgen, dass unsere Jungs zusätzliche Pausen erhalten, in denen sie die Masken abstreifen können und frische Luft atmen."

Sollte es einen der beiden Stammpiloten Sainz oder Norris erwischen, hat McLaren zwei Fahrer als Ersatz zur Wahl. "Wir haben bereits vor der Saison ein Abkommen mit Mercedes geschlossen. Wenn einer unserer Fahrer aus welchem Grund auch immer ausfällt, dürfen wir auf ihren Fahrer-Pool zurückgreifen. Stoffel Vandoorne oder Esteban Gutierrez wären dann verfügbar. Im Notfall hat Mercedes aber Priorität."

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