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McLarens Formel 1-Rennstall verkauft Team-Anteile

McLaren-Rennstall verkauft Anteile US-Sport-Investor übernimmt 15 Prozent

McLaren Racing ist auf der Suche nach neuen Geldgebern fündig geworden. Eine US-Investment-Gruppe – spezialisiert auf Sport – steigt beim Traditionsrennstall ein. McLaren tritt 15 Prozent im Gegenwert von 185 Millionen Pfund ab.

Erst Williams, jetzt McLaren: Bei den englischen Traditionsteams verändern sich 2020 die Besitzerverhältnisse. Williams verkaufte im Sommer den Rennstall. Frank und Claire Williams legten ihr Erbe in die Hände der US-Investmentfirma Dorilton Capital. Mit dem Ziel, das Team auf ein solides finanzielles Fundament zu stellen, um in der Hackordnung wieder nach oben zu klettern. Mit der Hoffnung, dass Dorilton nicht auf das schnelle Geld aus ist.

McLaren verkauft ein Drittel seines Rennteams, das in der Formel 1 und in der IndyCar-Serie unterwegs ist. In einem ersten Schritt tritt man 15 Prozent an die in den USA ansässige Sportinvestorengruppe MSP Sports Capital ab. Außerdem seien noch die strategischen Partner UBS O‘Connor, LLC. und The Najafi Companies an der Übernahme einer Minderheitsbeteiligung involviert.

Bis zu 33 Prozent Ende 2022

Für den Anteil fließen 185 Millionen Pfund in das Rennteam. Bis Ende 2022 will MSP Sports Capital auf 33 Prozent aufstocken. Die restlichen 67 Prozent bleiben in den Händen der McLaren-Gruppe. Die Besitzverhältnisse am Dachunternehmen, der McLaren Group, seien von der Teilübernahme nicht betroffen. Hier halten die Bahrain Mumtalakat Investment-Gruppe und Mansour Ojjeh weiter eine Beteiligung. "Das Geld fließt allein in das Rennteam", sagt Paul Walsh, CEO von McLaren. "Die McLaren-Gruppe muss jetzt nicht mehr für Verluste des Rennteams aufkommen. Es sollte genug Geld vorhanden sein."

Schon im Juni waren Gerüchte aufgekommen, der zweiterfolgreichste Rennstall der Formel 1-Geschichte mit 182 Siegen erwäge einen Teilverkauf, um die finanzielle Basis aufzustocken. Die McLaren-Gruppe und das Rennteam waren während der ersten Hochphase der Corona-Krise in Bedrängnis geraten. Der Cash-Flow stockte. McLaren drohten die liquiden Mittel auszugehen. Die Verkäufe der Sportwagen-Abteilung (McLaren Automotive) gingen zurück. Die Einnahmen schrumpften. McLaren musste reagieren, schickte Mitarbeiter in Kurzarbeit und kündigte den Abbau von Stellen an.

Ende Juni gab McLaren bekannt, dass die National Bank of Bahrain einen Überbrückungskredit zu günstigen Konditionen von 150 Millionen Pfund zusichert. Vorausgegangen waren Streitigkeiten mit dem englischen Staat, der nicht in die Bresche springen wollte, und den Anleihegläubigern, die einen Versuch blockten, das Tafelsilber als Sicherheit für einen Kredit zu stellen.

Carlos Sainz - McLaren - Formel 1 - GP Abu Dhabi - Freitag - 11.12.2020
F1/FIA
McLaren will spätestens 2023 wieder um Siege in der Formel 1 fahren.

Teams werden zu Franchise-Unternehmen

Mit frischem Kapital sieht sich das Rennteam für die Zukunft gerüstet. "Das ist der Start in ein neues Kapitel. Wir haben nun alle Werkzeuge, um wieder vor an die Spitze der Formel 1 zu fahren", führt Zak Brown, CEO von McLaren Racing, aus. "Wir haben mit Daniel Ricciardo und Lando Norris zwei starke Fahrer. Wir können das Budget Cap ausschöpfen. Wir werden ab 2021 dank Mercedes den besten Motor haben. Wir haben das Momentum auf unserer Seite. Und wir können unsere Infrastruktur-Projekte in Woking vorantreiben."

McLaren sieht den Budgetdeckel, der ab 2021 greift und bei 145 Millionen Dollar liegt, als große Chance. In einem ersten Schritt 2022, und spätestens 2023, will man zu den Topteams aufgeschlossen haben. Durch den Einstieg von MSP Sports Capital soll nun garantiert sein, auch tatsächlich die 145 Millionen pro Jahr ausgeben zu können. Die Fahrergehälter kommen obendrauf. Ein Daniel Ricciardo wird sicher nicht billig gewesen sein. Der Australier dürfte um die 15 Millionen Dollar pro Saison einstreichen.

Mit allen Ausnahmen vom Budget Cap, wie Fahrergehältern und den Gehältern der drei teuersten Angestellten, kalkulieren die Topteams weiter mit Budgets von über 200 Millionen Dollar. Da muss sich auch McLaren mit seinem ambitionierten Plan einen Puffer schaffen, um bei den ganz Großen wie Mercedes, Ferrari und Red Bull mitspielen zu können.

Am Fahrplan will Zak Brown nicht rütteln. Der US-Amerikaner weiß, dass es Zeit braucht, um aufzuschließen. Zeit kann man sich in der Formel 1 nicht kaufen. "Das Investment wird die Moral und die Begeisterung unserer Mitarbeiter weiter anfachen. Aber davon ziehen wir nicht schneller einen Windkanal hoch." McLaren baut in Woking einen neuen Windkanal und Fahrsimulator. 2021

MSP Sports Capital, das auch an Force India 2018 vor dem Übergang in Racing Point und an Williams interessiert war, will mit McLaren natürlich Geld machen. Da kommt der Budgetdeckel gerade recht, um Überschüsse abzuschöpfen. "Wir glauben an den Business Plan von Liberty Media mit der Formel 1. Der Budgetdeckel, die Obergrenze für Fahrergehälter, die bald kommen soll: Das sind Puzzlesteine, den Formel 1-Teams den Wert von Franchise-Unternehmen zu geben. Wir setzen auf eine langfristige, positive Entwicklung der Formel 1", sagt Jeff Moorad, Chef von MSP.

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