McLaren

Sechs Tage Frist

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McLaren-Mercedes hat ab Samstag (15.9.) noch sechs Tage Zeit, um in Berufung gegen das Urteil zu gehen. Teamchef Ron Dennis zögert, obwohl er die Strafe aufgrund der dünnen Beweislage für überhöht hält.

„Alles was in der Urteilsbegründung steht, ist wahr. Ich kann aber nirgendwo einen eindeutigen Beweis dafür erkennen, dass wir irgendeine Information von Ferrari verwendet hatten. Es stimmt, dass Mike Coughlan die Dokumente in seinem Haus versteckt hat. Es stimmt, dass Jonathan Neale und Rob Taylor von Coughlan darauf angesprochen wurden, dass er in Besitz von Informationen sei. Es stimmt, dass Coughlan mit unserem Testfahrer Pedro de la Rosa über die in der Urteilsbegründung erwähnten Detalis diskutiert hat.

Beispiel Aero-Balance: "Wir haben eine völlig andere Aero-Balance als Ferrari. Es gibt nichts am Ferrari, was uns helfen könnte."

Beispiel Bremsbalance: "FIA-Rennleiter Charlie Whiting hat bei der ersten Weltratsitzung am 26. Juli bestätigt, dass unser Bremsbalancesystem von dem von Ferrari konzeptionell total verschieden ist."

Reifengas: "Drei Teams verwenden CO2, der Rest, darunter wir Nitrogen. Pedro de la Rosa hat nur bei Bridgestone angefragt, ob CO2 besser als Nitrogen sei. Die Antwort war: Vergiss es."

Rennstrategie: "Am Sonntagmorgen weiß jedes Team bis auf eine Runde genau, wer wann zum ersten Tankstopp hereinkommt. Das ist simple Mathematik. Die Spritmenge am Start wird aus der Rundenzeitdifferenz zwischen dem zweiten und dritten Qualifikationslauf berechnet."

Obwohl Dennis die Strafe für überzogen hält, denkt er darüber nach, auf eine Berufungsverhandlung zu verzichten und das Urteil zu akzeptieren. "Wenn ich mich dazu entschließe, dieses Kapitel abzuschließen, dann tue ich es im Interesse des Sports. Was nützt uns eine Schlammschlacht. Auch der Gang vor ein Zivilgericht ist mühsam. Die Affäre würde dann die nächsten zwei Jahre über dem Sport hängen und uns von der eigentlichen Arbeit, Rennen zu gewinnen, abhalten."

Ron Dennis dankte dem FIA-Weltrat zwischen den Zeilen, dass man McLaren wenigstens von dem Vorwurf freigesprochen habe, man sei mit einem illegalen Auto unterwegs. "Wir wollen fair gewinnen. Und wenn ich jetzt dem Sport zuliebe einen Preis von 100 Millionen Dollar zu zahlen habe, dann zahle ich ihn. Für mich ist nur eines wichtig. Jeder soll wissen, dass wir nichts Unrechtes getan haben."

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