Lando Norris - GP England 2021 Motorsport Images
Start - Formel 1 - GP England - Silverstone - 17. Juli 2021
Max Verstappen - Lewis Hamilton - GP England 2021 - Silverstone
Charles Leclerc - Ferrari - GP England 2021 - Silverstone
Valtteri Bottas - Formel 1 - Silverstone - GP England 2021 21 Bilder

Boxenstopp-Fehler bei McLaren: Podium verpasst?

Boxenstopp-Fehler bei McLaren Kein Podium, keine Katastrophe

McLaren reiste mit 22 Zählern vom Heimspiel in Silverstone ab. Doch von Jubel war nach dem Rennen keine Spur. Lando Norris verpasste die Chance auf einen Podiumsplatz. Und die direkte Konkurrenz von Ferrari sammelte noch vier Pünktchen mehr.

Vor ein paar Jahren hätte man die Plätze vier und fünf bei McLaren noch groß gefeiert. Jetzt hat man sich beim Traditionsteam fast schon an solche Spitzenresultate gewöhnt. Lando Norris und Daniel Ricciardo sorgten bisher an jedem Rennwochenende für zweistellige Punktezuwächse auf dem Teamkonto. Drei Mal gab es diese Saison sogar schon Pokale.

Auch beim Heimspiel hätte Norris wieder auf das Treppchen steigen können. Ein guter Start spülte ihn vorbei an Bottas auf Position drei, die der Youngster im ersten Stint auch locker verteidigen konnte. Doch dann dauerte der Boxenstopp in Runde 21 plötzlich vier Sekunden länger als geplant, was Mercedes natürlich sofort zum Platztausch nutzte.

Norris ohne Chance auf Podium

"Die Radmutter hinten links ist leider verkantet", ärgerte sich Teamchef Andreas Seidl. "Das war ein Problem mit dem Teil selbst und kein Fehler der Crew. Wir hatten in den letzten zwei Monaten eine Serie guter Boxenstopps. Jetzt ging erstmals wieder etwas schief. Wir müssen die Teile jetzt untersuchen, um zu verstehen, was da genau passiert ist. Durch das Training der Crew und die Fortschritte beim Equipment gab es aber nur eine Verzögerung und keine richtige Katastrophe. Wir waren weiter im Rennen."

Lando Norris - GP England 2021
McLaren
McLaren sammelte 22 Punkte in Silverstone. Nur in Imola gab es dieses Jahr mehr.

Nach dem Rennen konnte keiner sagen, ob sich Norris im zweiten Stint weiter so entspannt vor Bottas gehalten hätte. Lewis Hamilton, der nach seiner 10-Sekunden-Strafe kurz hinter Norris gefallen war, machte kurzen Prozess mit seinem Landsmann. Das lag auch daran, dass der McLaren beim auffrischenden Wind nicht mehr ganz so ruhig lag. "Am Ergebnis hätte sich vielleicht nichts geändert. Aber es wäre schön gewesen, wenn ich wenigstens eine Chance zum Kampf gehabt hätte", ärgerte sich Norris.

Die zwölf WM-Punkte brachten den Youngster immerhin wieder vorbei an Sergio Perez auf Rang drei in der Fahrerwertung. Teamchef Seidl hält es nicht für ausgeschlossen, dass sein Schützling den Bronze-Platz bis zum Saisonende verteidigen kann: "Red Bull und Mercedes haben klar die stärkeren Autos. Und wir wissen, zu welchen Leistungen Valtteri und Checo fähig sind. Aber dank der starken Vorstellungen von Lando und dem Team hält er sich nach zehn Rennen auf Platz drei. Es ist also nicht unrealistisch vorne zu bleiben, wenn die zweite Saisonhälfte ähnlich läuft. Aber bei den anderen muss auch immer mal wieder was schiefgehen, so ehrlich muss man sein."

Ricciardo im Qualifying verbessert

Der Passauer freute sich auch über die Leistung seines zweiten Piloten. Daniel Ricciardo konnte im Qualifying überraschend gut mit Norris mithalten und fuhr am Ende nur eine Position hinter dem Schwesterauto ins Ziel. Seidl sprach von einem klaren Fortschritt. Sein Fahrer sah die Sache aber eher selbstkritisch. "Natürlich ist es schön, mein bestes Saisonergebnis eingefahren zu haben. Aber das ich zehn Rennen brauche, um unter die ersten Fünf zu kommen, ist weniger gut."

Daniel Ricciardo - GP England 2021
McLaren
Ricciardo kann wieder lachen. Er hielt den Abstand zu Norris das ganze Wochenende klein.

Was das Pace-Defizit gegenüber dem Teamkollegen angeht, gab sich der 32-Jährige verhalten optimistisch: "Ich muss ehrlicherweise zugeben, dass ich zu Beginn des Rennens immer noch mit Problemen gekämpft habe. Erst am Ende des Rennens wurde meine Pace besser. Es war aber gut, dass wir mal ein reibungsloses Wochenende abgespult haben. Davon brauche ich noch mehr, um die letzten zwei Zehntel raus zu quetschen. Ich habe also noch ein paar Hausaufgaben."

Die gute Leistung von Ricciardo wurde durch einen hartnäckigen Heuschnupfen am ganzen Silverstone-Wochenende erschwert. Der Mann aus Perth lief dauerniesend durchs Fahrerlager. "Im Rennen sind dann ab Runde zwölf meine Augen ganz angeschwollen. Das hat die Sache nicht gerade leichter gemacht."

Trotzdem verteidigte sich Ricciardo am Ende tapfer gegen Carlos Sainz, dessen Ferrari an diesem Tag eine deutlich bessere Pace hatte. Weil das rote Auto im Rückspiegel schnell immer größer wurde, war der Australier zunächst nicht überzeugt, bis ins Ziel vorne zu bleiben. "Ich war die ganze Zeit gefordert, am Limit zu fahren. Das hat mir aber auch geholfen, das Auto besser zu spüren, was mir Selbstvertrauen für die nächsten Rennen gibt."

Lando Norris - GP England 2021
McLaren
Ferrari holte vier Punkte auf McLaren auf. Und die Strecke in Ungarn kommt eher den roten Autos entgegen.

Ungarn-Upgrades für Duell mit Ferrari

Durch den zweiten Platz von Charles Leclerc sammelte Ferrari am Ende sogar noch vier Punkte mehr ein als McLaren. Der Abstand im Duell um WM-Rang drei schrumpfte auf 15 Zähler. Seidl ordnete das Ergebnis realistisch ein: "Wir müssen akzeptieren, dass am Ende drei schnellere Autos vor uns gelandet sind. Es ist aber positiv, dass der Abstand zu Red Bull und Mercedes viel kleiner war als letztes Jahr. Und zum Rest des Mittelfelds scheint die Lücke etwas aufzugehen. Auch was die Punkteausbeute angeht, haben wir im Vergleich zur Vorsaison einen großen Schritt gemacht."

Dass Ferrari plötzlich um den Sieg kämpfen konnte, überraschte den Teamchef nicht. "Sie haben ein starkes Team mit zwei starken Fahrern. Sie haben alle Ressourcen, die man braucht, um auf Probleme zu reagieren. Und sie haben die nötige Erfahrung. Das wird ein harter Fight für uns, der hoffentlich noch bis zum Ende der Saison geht. Wir werden mit ein paar Upgrades am Auto nach Ungarn kommen, um den Kampf weiter am Leben zu halten."

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