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GP Spanien 2010 Training
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Formel 1: McLaren-Mercedes rätselt

Wo ist die halbe Sekunde hin?

Red Bull vorne, McLaren abgeschlagen auf Rang fünf und neun: Normalerweise laufen die Freitagstrainings genau umgekehrt. Das Fahrerlager fragt sich, was passiert ist. Doch für Red Bulls Warnschuss und McLarens Durchhänger gibt es Gründe.

Es war kein Freitag wie jeder andere. Normalerweise dominiert McLaren am ersten Trainingstag. Und Red Bull liegt irgendwo in den Top Ten. In Barcelona stimmte das Bild nur am Vormittag. Da sorgten Lewis Hamilton und Jenson Button für das bekannte Klassement.

Doch im zweiten Training, als alle Teams zum ersten Mal die weichen Reifen aufzogen, rutschte McLaren ab, und Red Bull gab seinen Gegnern Rätsel auf. Sebastian Vettel und Mark Webber deklassierten die Konkurrenz mit einem Vorsprung von fünf respektive sieben Zehntelsekunden.

Red Bull verhöhnt Konkurrenz

Das veranlasste Red Bull-Berater Helmut Marko zu der provozierenden Aussage: "Haben wir etwas falsch gemacht? Wir sind unser normales Freitagsprogramm gefahren und stehen vorne. Vielleicht sollten wir den Tankinhalt unserer Autos mal überprüfen." Red Bull hat die Windkanaldaten bestätigt. Laut Laborversuchen sollte das Auto dank Modifikationen am Diffusor, den Seitenkästen und den Leitblechen um drei Zehntel schneller sein als zuletzt in Shanghai. Die Rundenzeiten am Freitag unterstrichen die Prognose der Computer.

Bei McLaren haben sie sich entweder verrechnet oder die Fahrer sind mit der Abstimmung auf dem Holzweg. Letzteres vermutet Teamchef Martin Whitmarsh. "Es stimmt, dass Lewis und Jenson auf ihren schnellen Runden mit den weichen Reifen aufgehalten wurden, doch das ist nicht einmal die halbe Wahrheit. Bei unseren Konkurrenten bringt der weiche Reifen eine halbe Sekunde. Bei uns brachte er nichts."

Falsches Setup bei McLaren

Die McLaren-Fahrer kämpften mit starkem Übersteuern. "Wir kriegen keine Temperatur in die Hinterreifen", klagt Whitmarsh. "Das liegt vermutlich daran, dass wir in der Mittagspause die falschen Entscheidungen in Bezug auf das Setup getätigt haben."

Laut Simulation sollten die Modifikationen am McLaren MP4-25 drei bis fünf Zehntelsekunden bringen. Doch davon kam am Freitag in Barcelona noch nicht viel an. McLaren tauchte mit einem neuen Frontflügel auf, mit einem sehr gewagten neuen Heckflügel-Design und einem modifizierten Unterboden. "Also alles Dinge, die normalerweise todsicher Rundenzeit bringen", erklärte Whitmarsh.

Der McLaren-Chef ist zuversichtlich, dass sich das Problem lösen lässt. "Wir werden die Daten von Vormittag und Nachmittag vergleichen und dann unsere Schlüsse daraus ziehen. Es gibt keinen Grund, warum wir hier keinen Sprung nach vorne gemacht haben sollten."

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