Andreas Seidl - McLaren - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 11. Mai 2019 Motorsport Images

McLaren-Teamchef Andreas Seidl

"Ein echter Racer und Teamplayer"

Der Grand Prix von Spanien ist das erste Rennen, bei dem Andreas Seidl als Teamchef für McLaren am Kommandostand sitzt. Der Bayer will sich erst einmal ein Bild über die Situation machen, hat aber schon große Pläne für die Zukunft.

Nach der Einstellung des LMP1-Programms bei Porsche musste Andreas Seidl lange warten, bis er seine neue Arbeit bei McLaren aufnehmen durfte. Die Sperrzeit endete am 1. Mai. Der Tag der Arbeit ist in England kein Feiertag. Und so konnte der 43-Jährige direkt in Woking loslegen. Eine Woche später ging es dann direkt auf Dienstreise. Das Rennwochenende in Barcelona stand auf dem Plan, wo sich Seidl nach dem Qualifying erstmals den Fragen der Presse stellte.

Große Erkenntnisse konnte der Deutsche dabei aber noch nicht verkünden: „Ich bin vor allem glücklich, dass ich jetzt endlich ein Teil dieses Teams bin. Ich versuche immer noch, so viele Leute wie möglich kennenzulernen. Ich schaue mir jetzt erst einmal alles an. Später sehe ich meine Aufgabe vor allem darin, meine Mitarbeiter zu unterstützen, damit sie den bestmöglichen Job machen können.“

Der Kontakt zu McLaren bestand schon länger, wie Unternehmensboss Zak Brown verriet: „Ich kenne Andreas schon seit ein paar Jahren. Er hat viele Qualitäten, die uns weiterhelfen werden. Er ist ein richtiger Racer, er besitzt das technische Verständnis für das Auto und er ist ein echter Teamplayer, was wohl das wichtigste ist. Die Leute die für ihn gearbeitet haben und für ihn gefahren sind, schwärmen alle von seiner Arbeit.“

Andreas Seidl - McLaren - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 11. Mai 2019
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Andreas Seidl stellte sich in Barcelona den Fragen der Presse.

Einfache Entscheidung für Seidl

Auch für Seidl selbst, war die Aufgabe in der Formel 1 reizvoll. Schon zwischen 2000 und 2006 hatte er für BMW in der Königsklasse gearbeitet. Große Überzeugungsarbeit musste der Rennstall bei der Verpflichtung offenbar nicht leisten: „Als mich Zak letztes Jahr in Le Mans zum ersten Mal kontaktiert hat und wir über die Möglichkeiten gesprochen hat, war das direkt sehr verlockend“, verriet der neue Teamchef.

„In weiteren Gesprächen habe ich dann immer mehr über die Vision der Unternehmensführung gelernt, wie man wieder an die Spitze kommen will. Bei einem Team mit solcher Historie war es dann am Ende eine einfache Entscheidung. Ich werde auch oft gefragt, ob der Druck nicht zu hoch ist. Ich sehe das aber eher als Motivation.“

Trotz aller Erfolge mit Porsche kann aber auch ein Mann wie Seidl McLaren nicht sofort wieder in die Erfolgspur bringen. Der Neuzugang denkt langfristig: „Es ist wichtig, dass wir einen klaren Plan ausarbeiten, wie wir die nächsten Jahre angehen wollen. Mit der großen Regelreform 2021 haben wir eine große Herausforderung vor der Brust. Für ein Team wie uns bietet das aber auch große Möglichkeiten.“

Lando Norris - McLaren - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 11. Mai 2019
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Seidl will McLaren wieder zu Siegen führen.

McLaren dank Budget-Cap wieder konkurrenzfähig

Die Ambitionen bei McLaren sind groß. Zak Brown will mit dem Traditionsteam wieder Siege feiern. Dazu braucht es aber mehr als personelle und strukturelle Veränderungen im Team. Seidl bittet die McLaren-Fans um Geduld: „Momentan ist die Lücke zu den Top-Teams sehr groß. Die haben sich eine riesige Infrastruktur aufgebaut. Das ist aber kein gesunder Zustand. Wer gewinnen will, muss sehr viel Geld ausgeben. Ich bin optimistisch, dass wir mit der FIA und der F1-Führung einen guten Weg für die Zukunft finden, damit auch wir die Möglichkeit haben, wieder sportliche Erfolge einzufahren.“

Die Erfahrung aus seiner Zeit bei Porsche ist dabei hilfreich, aber nicht so einfach bei McLaren umzusetzen. „Verschiedene Kategorien eins zu eins zu vergleichen ist schwer. Vor allem zwei so unterschiedliche Disziplinen wie Langstrecken-Sport und Formel 1. Die Länge der Rennen ist anders, die Dauer der Rennen ist anders, die Zahl der Upgrades, die man bringen darf, ist anders. Aber am Ende sind es in allen Kategorien die gleichen Faktoren, die dafür verantwortlich sind, dass man erfolgreich ist. Wir haben hier bei McLaren ein tolles Team, die Leute sind voll motiviert und ehrgeizig. Der Hunger nach Erfolgen ist groß.“

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