McLaren - GP Monaco - Formel 1 - 2017 sutton-images.com
McLaren-Honda MCL32 - Filmtag - Circuit de Barcelona-Catalunya - F1 2017 - 26.2.2017
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McLaren-Honda MCL32 - Filmtag - Circuit de Barcelona-Catalunya - F1 2017 - 26.2.2017 44 Bilder

Tristesse bei McLaren

Top-Auto zum Verlieren verdammt

Das Punktekonto von McLaren-Honda steht immer noch auf Null. Die Stimmung im Team wird immer verzweifelter. Monte Carlo hat gezeigt: McLaren hat ein Auto fürs Podium, aber den falschen Motor.

Fernando Alonso hat es in Barcelona mit seinem 7. Startplatz angedeutet. Jenson Button und Stoffel Vandoorne haben es in Monte Carlo bestätigt. Beide fuhren in der Qualifikation in die Top Ten. Einsatzleiter Matt Morris ist überzeugt: „Wir haben jetzt eines der besten Autos im Feld.“ Den Nachsatz verkneift er sich. Er könnte ungefähr so aussehen: Wenn da nur nicht Honda wäre.

Der Wechsel auf den fünften Turbolader und die fünfte MGU-H hätte Button 15 Startplätze gekostet. Da ließ McLaren seine Teilzeitkraft lieber aus der Boxengasse starten. Mit dem alten Unterboden. Den neuen wollte McLaren aufheben. Für Alonsos Rückkehr in Montreal.

Vom 9. Startplatz hätte Button locker in die Punkte fahren können. Das Auto hatte den Speed dazu. Doch die Motorenmisere von Honda wird den Rennstall noch weiter verfolgen. Das Power-Defizit wird auf 80 bis 100 PS geschätzt. Der japanische V6-Turbo ist weiter eine Wundertüte. Angeblich hält die Welle zwischen Turbolader und MGU-H nicht länger als zwei Rennen.

Letzte Upgrades echter Schritt nach vorn

Im Team macht sich immer Frust breit, man könnte fast sagen Verzweiflung. „Wir kommen aus dieser Falle nicht raus“, sagt einer aus dem Team desillusioniert. „Dabei haben wir jetzt ein Auto, das mit einem ordentlichen Motor aufs Podium fahren könnte. Wenn in der Qualifikation alles perfekt gelaufen wäre, hätten Jenson oder Stoffel auf Platz 7 fahren können. Rechnen wir noch mal die übliche halbe Sekunde bei Alonso weg, wäre der im Bereich der Red Bull gestanden. Und das mit unserem Motor.“

Die Ingenieure schließen daraus, dass der McLaren neben dem Ferrari und dem Mercedes zu den besten Chassis im Feld zählt. „Die letzten beiden Upgrades in Barcelona und Monte Carlo waren noch einmal ein echter Schritt nach vorn“, beteuert Matt Morris.

McLaren hatte in Monte Carlo ein weiteres Mal die Leitbleche und den Diffusor modifiziert. Teamchef Eric Boullier bestätigt: „Wir werden unser Auto weiter mit Volldampf entwickeln. Damit wir für den Tag gerüstet sind, wenn der Motor funktioniert.“

McLaren entwickelte lange am 2016er Auto

In gewissen Bereichen hat der McLaren MCL32 Ferrari-Qualitäten. Er ist aerodynamisch stabil, einfach zu fahren, leicht abzustimmen. Er schluckt Randsteine und Bodenwellen, als wären sie nicht vorhanden. Trotz des Leistungsdefizits bringt er die Reifen vorne wie hinten zuverlässig in ihr Arbeitsfenster und hält sie auch drin. „Unser Auto ist unter allen Bedingungen gut ausbalanciert, es reagiert logisch auf Änderungen im Setup“, bestätigen die Ingenieure.

McLaren hat 2016 wie Ferrari sein altes Auto noch weiterentwickelt, als alle anderen schon mit Volldampf an den 2017er Autos gebaut haben. Das sorgte damals für Kopfschütteln, stellt sich aber heute als goldener Griff heraus. „Unser Auto hatte letztes Jahr noch einige Defizite. Die mussten wir verstehen und abstellen, weil sie uns sonst dieses Jahr wieder getroffen hätten“, erklärt Morris. Ein Problem war Strömungsabriss in lang gezogenen Kurven. Wie bei Ferrari. Das ist jetzt aus der Welt geschafft.

Der Preis dafür war, dass der McLaren MCL32 erst spät fertig wurde und deshalb mit einer Basisversion in die Wintertestfahrten ging. Die Konkurrenz brachte da schon die ersten Upgrades ans Auto. Morris: „Unter dem Strich hat es sich für uns gelohnt. Wir haben jetzt eine richtig gute Plattform, auf der wir aufbauen können.“

Trotzdem lassen viele im Team die Köpfe hängen. Einer erzählt uns: „Du weißt, dass du ein gutes Auto und gute Fahrer hast. Und dann geht wieder was am Motor kaputt. Und es ist nirgendwo Land in Sicht. Die Probleme hören einfach nicht auf. Das ist demoralisierend.“

Honda-Upgrade verschoben

Honda hatte für McLaren in Monte Carlo eine weitere schlechte Nachricht im Gepäck. Die für Montreal geplante Ausbaustufe muss trotz großer Anstrengungen wahrscheinlich verschoben werden. Honda-Sportchef Yusuke Hasegawa erklärte öffentlich, dass die Entscheidung erst am Donnerstag vor dem GP Kanada fällt.

Doch nach Informationen von auto motor und sport wäre es ein Wunder, wenn die Japaner die Probleme vom Prüfstand noch vor dem Rennen in Montreal lösen. Die neue Ausbaustufe sollte endlich die Power bringen, mit der Honda in diese Saison starten wollte. Also ungefähr Renault-Niveau. „Ich glaube es erst, wenn ich es auf der Rennstrecke sehe“, bremst Boullier.

Honda schweigt sich darüber aus, warum jetzt plötzlich alles schiefläuft, was lange so positiv aussah. Der Sechszylinder war im Bereich der Zylinderköpfe und der Verbrennung völlig neu konzipiert worden. Der Fahrerlagerfunk meldet, dass die guten Ergebnisse im Einzylinder-Versuch nicht vollständig auf den Sechszylinder übertragen werden konnten. Daran wird jetzt repariert.

Im Prinzip soll das neue Triebwerk aber auf dem richtigen Weg sein. Doch bei McLaren wird man langsam ungeduldig. Das Team braucht dringend Ergebnisse. Die nächsten drei Grand Prix finden auf Power-Strecken statt. Im Team hört man nur: „Sie machen immer wieder die gleichen Fehler. Statt erfahrene Ingenieure in ihre Mannschaft einzubauen, holen sie immer jüngere Leute. Und sie isolieren sich zu stark in Japan.“

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