McLaren und Williams

Die Stunde Null

Foto: Daimler-Chrysler 32 Bilder

Beim nächsten Grand Prix in Magny Cours (4.6.) springen McLaren-Mercedes und Williams-BMW mit Schwung ins kalte Wasser. Beide Teams setzen stark überarbeitete Autos ein, die jedoch noch nicht ausgetestet sind.

Das gemeinsame Motto lautet: Wir haben nichts zu verlieren. Da für beide Teams der Gewinn der WM in unerreichbare Ferne gerückt ist, spielen sie nun auf Risiko. Dabei ist das Wasser, in das sie springen, für McLaren immerhin schon lauwarm. Am zweiten Testtag in Jerez spulten Pedro de la Rosa und Alexander Wurz mit dem neuen Auto zusammen 215 Runden ohne nennenswerte Probleme ab.

De la Rosa war in Jerez auch der schnellste Mann auf der Strecke. In 1:17,107 Minuten distanzierte er Williams-Testfahrer Marc Gené um neun Zehntelsekunden. Am heutigen Donnerstag (24.6.) übernehmen die Stammfahrer Kimi Räikkönen und David Coulthard die beiden neuen MP4-19B. "Es waren bisher zwei sehr gute Tage", sagte Testfahrer Alexander Wurz. "Wir haben das Programm mehr oder weniger abgeschlossen. Für Coulthard ist der Test dringend nötig. Er hat noch gar nicht im neuen Auto gesessen. Den Silbernen bleibt noch der morgige Freitag, um sich auf die Rennpremiere des neuen Autos vorzubereiten. Von dem eigentlich geplanten Debüt in Hockenheim Ende Juli ist keine Rede mehr.

Erster Einsatz Freies Training

Während dem Renneinsatz des McLaren nichts mehr im Wege steht, wird bei Williams-BMW hoch gepokert: Der stark überarbeitete FW26 ist für die aktuelle Testwoche nicht rechtzeitig fertig geworden. Dennoch soll auch der neuen Williams ohne Rücksicht auf Verluste beim Frankreich-GP starten. Weil in der kommenden Woche Testverbot herrscht, darf das Team lediglich auf einem Flugfeld bei Clermont-Ferrand einen Funktionstest über 50 Kilometer vornehmen. Die erste ernsthafte Ausfahrt des neuen Autos wird damit das Freie Training am Freitag in Magny Cours sein.

Zum Rennwochenende treten die Weißblauen mit zwei neuen Autos und einem Alten plus einem Erstzteilkit an. Der neue Renner, der hinter dem Cockpit komplett anders gestaltet ist, wird keinen neuen Namen bekommen. Williams will niemanden mit der Nase darauf stoßen, dass es sich um ein neues Chassis handelt. Den selben Etikettenschwindel versuchte auch schon McLaren. So darf der neue Wagen eben nicht MP4-20 heißen.

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