Carlos Sainz - GP Russland 2020 xpb
Valtteri Bottas - GP Russland - Sotschi - Formel 1 - 2020
Max Verstappen - GP Russland 2020
Lewis Hamilton - GP Russland - Sotschi - Formel 1 - 2020
Sergio Perez - GP Russland 2020 21 Bilder

McLaren kündigt weitere Upgrades an

„Racing Point klar schneller“

McLaren blieb beim GP Russland erstmals diese Saison ohne Punkte. Der Vorsprung im Mittelfeldkampf schrumpfte extrem zusammen. Teamchef Andreas Seidl hofft, den Negativ-Trend mit Technik-Upgrades noch einmal umzukehren.

Während Mercedes an der Spitze des Feldes für klare Verhältnisse sorgt, ist der Kampf der Verfolger aktuell so spannend wie nie. Nach zehn Rennen haben sich mittlerweile drei klare Favoriten auf den dritten Platz im Konstrukteurspokal herauskristallisiert. McLaren, Racing Point und Renault kämpfen intensiv um die Verfolger-Krone.

Alpha Tauri und Ferrari können das Tempo des Trios nicht mitgehen. Das zeigte sich auch in der Qualifikation von Sotschi. Bis auf Lance Stroll, der in Russland aus irgendwelchen Gründen kein gutes Wochenende erwischte, landeten die restlichen Autos von McLaren, Racing Point und Renault alle in direkter Folge auf den Startplätzen vier bis acht.

Doch im Rennen trennte sich die Spreu relativ schnell vom Weizen. Für McLaren war der Traum von guten Punkte praktisch schon nach der zweiten Kurve geplatzt. Carlos Sainz nahm den Notausgang einen Tick zu aggressiv und krachte mit dem linken Vorderrad in die Mauer. Bis auf leichte Prellungen am Fuß blieb der Spanier zum Glück unverletzt.

Carlos Sainz - GP Russland - Sotschi - Formel 1 - 2020
FIA / Pool
Der Crash von Sainz warf auch Lando Norris zurück.

Norris ohne Chance auf Punkte

Auch das Schwesterauto wurde dabei in Mitleidenschaft gerissen. Lando Norris musste seinem Teamkollegen ausweichen und fiel auf den letzten Platz zurück. Weil es nichts mehr zu verlieren gab, holten die Strategen den Youngster direkt an die Box. "Wir konnten nur hoffen, dass irgendwas Verrücktes passiert. Das hat aber leider nicht funktioniert", bedauerte Teamchef Andreas Seidl.

Nico Rosberg war 2014 in Sotschi nach einem Boxenstopp in der ersten Runde ohne weitere Reifenwechsel bis auf Rang zwei gerast. Doch mit den weicheren Gummis, die Pirelli dieses Jahr im Gepäck hatte, gelang Norris ein ähnliches Kunststück nicht. Mit nachlassendem Grip fiel der Brite immer weiter zurück.

Erst als Norris ganz aus den Punkten fiel, zog McLaren die Reißleine und holte das einzig verbliebene Auto zum zweiten Mal zum Service. Laut Seidl hätte aber auch ein früherer Stopp keinen Unterschied gemacht. "Wir hatten berechnet, dass wir damit höchstens auf Rang 11 gelandet wären. Der Red Bull von Alex Albon war einfach zu schnell. Deshalb sind wir draußen geblieben und haben gepokert."

Lando Norris - GP Russland 2020
xpb
Racing Point setzt im Mittelfeld-Kampf zum Überholmanöver an.

Mittelfeld schiebt sich zusammen

Mit dem ersten Nuller des Jahres schrumpfte der Vorsprung von McLaren auf die Verfolger extrem zusammen. Racing Point ist dank des vierten Platzes von Sergio Perez nun nur noch zwei Punkte entfernt. Renault punktete mit beiden Autos und verkürzte den Abstand auf sieben Zähler.

Seidl fiel es schwer, nach dem Rennen positive Aspekte zu finden: "Nach dem Qualifying sah es noch nach guten Punkten aus. Wir waren wieder mittendrin im Kampf mit Renault und Racing Point. Da ist das Ergebnis am Ende natürlich sehr enttäuschend. Wir werden aber alle daraus lernen und es dann am Nürburgring noch einmal probieren."

Schon in Mugello hatte die Konkurrenz Boden auf McLaren gutgemacht. Seidl weiß, dass der Kampf um WM-Platz drei kein Selbstläufer wird: "Was das Potenzial des Autos angeht, ist der Racing Point klar das schnellste Auto im Mittelfeldkampf. Das war auch keine Überraschung, wenn man sieht, wie dieses Auto entstanden ist. Renault hat seit Spa auch einen guten Schritt nach vorne gemacht."

"Wir konnten vor allem durch hervorragende Leistungen unserer Fahrer und guter Arbeit des Rennteams immer mit ihnen mithalten. Es liegt jetzt an uns, dass wir auch bei der Pace des Autos Fortschritte machen, damit wir bis zum Ende der Saison in diesem Dreikampf drin bleiben. Wir wissen, dass wir mit der Entwicklung nicht aufhören dürfen."

McLaren - GP Russland - 2020
Motorsport Images
Die neue Nase (unten) wurde in Sotschi durch einen neuen Frontflügel ergänzt. In den nächsten Rennen sollen noch weitere Teile des großen Upgrade-Pakets kommen.

Weitere Teile des "Nasen-Pakets"

Seidl forderte seine Ingenieure auf, schnellstmöglich weitere Upgrades zu bringen, die das Auto schneller machen. Große Hoffnungen legt man vor allem auf die neue Nase, die aber nur der erste Teil eines größeren Pakets ist. In Sotschi war Norris mit dem neuen Vorderbau allerdings noch nicht spürbar schneller als Sainz, der zum Vergleich mti den alten Teile unterwegs war.

Trotzdem sei das Experiment die richtige Entscheidung gewesen: "Wir wollten so schnell wie möglich Erfahrung sammeln. Deshalb haben wir auch direkt die ersten Teile des Pakets getestet, sobald sie verfügbar waren", erklärt Seidl.

"Nach den Ergebnissen des Windkanals scheint die neue Nase der richtige Weg für die Zukunft zu sein. In dem neuen Konzept steckt mehr Potenzial drin, das uns hoffentlich ermöglicht, noch mehr Leistung aus dem Auto herauszuholen. Wir werden also jetzt nach und nach weitere Teile dieses Pakets an die Strecke bringen."

Nach Einschätzung des Passauers werden aber nicht nur die Upgrades das Mittelfeldrennen entscheiden. "Wir müssen immer wieder versuchen, mit dem Setup das kleine Arbeitsfenster des Autos zu treffen. Wenn uns das gelingt, gewinnen wir vielleicht ein Zehntel. Wenn man sich Fehler erlaubt, verliert man ein Zehntel. Das kann im engen Mittelfeld am Ende den Unterschied zwischen Platz sechs und Platz zwölf ausmachen. Von außen ist dieser Kampf sicher faszinierend. Uns bereitet das aber immer wieder ordentlich Kopfschmerzen."

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