McLaren verkauft an Bahrain

Foto: McLaren

Eine vollständige Übernahme des McLaren-Teams von Mercedes ist vorerst vereitelt. Teamchef Ron Dennis und Mitanteilseigner Mansour Ojjeh verkauften 30 Prozent des Unternehmens an die Königsfamilie in Bahrain.

Während sich die Verhandlungen zwischen Mercedes und McLaren bezüglich einer Komplettübernahme in den vergangenen Monaten hinzogen, haben die Anteilseigner Ron Dennis und Mansour Ojjeh bereits Nägel mit Köpfen gemacht.

Der McLaren-Teamchef und der Chef der Elektronikfirma TAG hielten bisher jeweils 30 Prozent am Unternehmen in Woking und verkauften nun jeweils 15 Prozent ihrer Anteile an die Mumtalakat Holding, die der Königsfamilie al-Khalifa in Bahrain gehört. Damit schaut Mercedes-Chef Dieter Zetsche zumindest vorerst in die Röhre. Sein Unternehmen hält nach wie vor 40 Prozent am Formel 1-Partner.

Der geheimnisvolle zweite Bieter

Bereits seit einigen Wochen ging in Bankenkreisen das Gerücht um, dass es neben Mercedes noch einen anderen Bieter gebe. Zwischen dem aus 33 Inseln bestehenden Königreich Bahrain im Persischen Golf und den Emiraten Dubai und Abu Dhabi besteht seit einiger Zeit ein heftiger Wettstreit um die Prestige-Vorherrschaft im Rennsport.

In Dubai wurde die A1 GP-Serie geboren, Abu Dhabi würde gern eine Formel 1-Rennen austragen, Bahrain hat bereits einen Grand Prix. Seit 20 Jahren tauchten immer wieder Gerüchte auf, arabische Geldgeber würden sich in ein Formel 1-Team einkaufen, doch nie kam es zu einem Abschluss. Zu verschieden war die Mentalität der meist britischen Rennstallbesitzer wie Jordan oder Walkinshaw und den Potentaten aus dem Mittleren Osten.  Bei dem Verkauf der McLaren-Anteile dürfte Mansour Ojjeh die Türe weit geöffnet haben.

Schmuckstück des Rennsportzirkus


Der gebürtige Saudi ist seit einiger Zeit der Formel 1 müde, und auch Ron Dennis hat sich zugunsten von Geschäftsführer Martin Whitmarsh in weiten Teilen aus seinen Amtsgeschäften zurückgezogen.

Das Unternehmen McLaren ist mittlerweile ein Schmuckstück im Rennsportzirkus. Die angeblich 400 Millionen Dollar teure Fabrik "Paragon" ist nahezu abbezahlt, ab Ende Januar ist McLaren schuldenfrei. Die Sponsorenlage war finanziell noch nie so rosig wie 2007. Dazu hat Ron Dennis eines der vielverprechendsten Nachwuchstalente und den aktuellen Weltmeister unter Vertrag. Um das Glück perfekt zu machen, fehlt nun nur noch ein weltmeisterliches neues Auto.

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