Cyril Abiteboul - Renault - Zak Beown - McLaren Motorsport Images
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McLaren verweigert strategische Partnerschaft

Renault allein gegen die Topteams

Der Motorendeal zwischen McLaren und Mercedes verlangt nach Erklärungen. McLaren sieht mit Mercedes bessere Perspektiven und auch mehr Unabhängigkeit. Renault wollte mit McLaren eine strategische Partnerschaft gegen die Topteams schmieden. Da wollte McLaren nicht mitmachen.

Die erste Partnerschaft zwischen McLaren und Mercedes dauerte 20 Jahre. Danach kehrte bei McLaren nie mehr richtig Ruhe ein. Mit Honda hielt man es nur von 2015 bis 2017 aus. Auch der Renault-Deal wird lediglich über drei Jahre gehen, bevor sich McLaren 2021 wieder mit Mercedes verbündet. Die Zusammenkunft in zweiter Ehe kam etwas überraschend, da die Dinge zwischen McLaren eigentlich ziemlich rund liefen. Die letzte Honda-Saison 2017 schloss McLaren auf Platz 9 in der Konstrukteurs-WM ab. Jetzt ist der Traditionsrennstall aus Woking mit Renault-Motoren Vierter. Vor dem Werksrennstall von Renault.

McLaren sieht trotzdem in Mercedes die bessere Perspektive. Obwohl Ferrari gerade die Messlatte ist und Renault von der Motorleistung her zu Mercedes aufgeschlossen hat, sieht McLaren-Chef Zak Brown den neuen alten Partner einen weiteren Schritt auf dem Weg zurück zu einem Siegerteam. Bei der Entscheidung pro Mercedes haben viele Faktoren mitgespielt. Die bessere Zuverlässigkeit der Mercedes-Motoren, die leichtere Installation, der geringere Preis, die kürzeren Wege nach Brixworth und auch die Unabhängigkeit.

Nur gemeinsam sind wir stark

Renault-Teamchef Cyril Abiteboul verrät, warum der Mclaren-Deal aus Sicht des französischen Motorenherstellers scheitern musste: „McLaren und wir kämpfen um Platz 4. Wir haben beide das Ziel, die Lücke zu den Topteams zu schließen. Unserer Meinung nach wäre das am schnellsten mit einer strategischen Partnerschaft möglich gewesen, nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stärker. McLaren war nicht bereit, diese mit uns einzugehen.“ Mit strategischer Partnerschaft ist nicht direkt das Modell Ferrari und HaasF1 gemeint. Renault machte den Vorschlag bei den für 2021 geplanten Standardkomponenten und den Teilen, die genauen Vorschriften unterliegen, gemeinsame Sache zu machen.

Toto Wolff - Mercedes - Zak Brown - McLaren
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Laut Abiteboul hätten die beiden Parteien eine solche Zusammenarbeit schon bei Vertragsabschluss Ende 2017 angepeilt. Renault und McLaren fühlten sich inmitten der Senior- und Juniorteams von Mercedes, Ferrari und Honda alleingelassen. Da bot sich ein Joint Venture auf Augenhöhe an. „Leider hat McLaren diesen Gedanken nie weiterverfolgt, und sie haben auch jetzt keinen großen Appetit gezeigt, die Idee in die Tat umzusetzen. Es ist eine verpasste Chance. Aber für uns hätte nur so ein Abkommen Sinn gemacht“, ließ Abiteboul durchblicken.

Jetzt steht Renault ganz alleine da. Mit Vor- und Nachteilen. Der Vorteil ist, dass man sich jetzt auf sich selbst konzentrieren kann, dass man bei der Installation des Motors in ein anderes Auto keine Kompromisse mehr eingehen muss und beim Timing der Entwicklungsstufen freier ist, weil man sie nur noch in zwei statt vier Einheiten bauen muss. „Der Nachteil ist, dass wir weniger Daten bekommen.“ Genau das ist einer der Gründe für Mercedes, sich neben Racing Point und Williams einen dritten Kunden anzulachen. Mercedes-Teamchef Toto Wolff bestätigt: „Mehr Kunden, mehr Daten. Dass sich das lohnt haben wir schon 2015 und 2016 erlebt, als wir mit Force India, Williams und Manor auch vier Kunden hatten.“

Renault verdient nichts an den Motoren

Mercedes kann über das Leasing der Motoren an ein zusätzliches Team seine Kosten senken. Bei Renault sei das nicht der Fall gewesen, erklärt Abiteboul: „Wir sind anders aufgestellt als Mercedes. Die bauen in Brixworth alles selbst. Wir lassen die meisten Teile auswärts produzieren und verkaufen den Motor dann unter den Regeln der FIA zum Selbstkostenpreis an den Kunden. Wir haben nichts an den Motoren verdient.“ Damit wird auch klar, warum Mercedes geringere Preise aufrufen kann. Renault ist von der Preisgestaltung seiner Zulieferer abhängig.

Renault macht sich jetzt nicht verzweifelt auf die Suche nach einem neuen Partner. Viele Optionen gibt es ohnehin nicht. Die einzige Alternative wäre Sauber, sollten die eines Tages Ferrari überdrüssig werden. Abiteboul stellt klar: „Wir werden nichts erzwingen. Wenn überhaupt, würden wir es auch mit einem anderen Team nur im Rahmen einer strategischen Partnerschaft machen.“ McLaren-Boss Zak Brown und sein Teamchef Andreas Seidl sind überzeugt, mit ihrem Schritt einen weiteren Puzzlestein auf dem Comeback zu alter Größe geschafft zu haben. Brown verweist auf die große Hybrid-Historie von Mercedes: „Wir werden mit dem besten Motor gegen das beste Team antreten. Nur wenn wir einen perfekten Job machen, werden wir sie schlagen können. Das ist unser Ansporn.“ Wolff lächelt: „Das ist das einzige Risiko an dem Deal.“

Seine Unabhängigkeit will sich der stolze Rennstall, der seit 1966 in der Formel 1 antritt, behalten. Der Vertrag beinhaltet ausschließlich die Lieferung von Motoren. „Unsere Getriebe machen wir weiter selbst“, stellte Brown fest. Man wird sich auch politisch nicht die Meinung von Mercedes diktieren lassen. „Das war auch nie unser Ziel. Unsere Kunden können nach ihren eigenen Interessen frei entscheiden. Wir sprechen uns nur ab, wenn es um Fragen des Motor-Reglements geht.“

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