Lando Norris - McLaren - GP Abu Dhabi 2020 - Qualifikation xpb
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Abu Dhabi - Samstag - 12.12.2020
Fernando Alonso - Renault R25 - Formel 1 - GP Abu Dhabi - Samstag - 12.12.2020
Fernando Alonso - Renault R25 - Formel 1 - GP Abu Dhabi - Samstag - 12.12.2020
Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Abu Dhabi - Samstag - 12.12.2020 38 Bilder

McLaren wittert Chance: Platz drei im Finale noch möglich

McLaren wittert große Chance Platz drei im Finale noch möglich

McLaren war im Mittelfeld der große Gewinner der Qualifikation. Lando Norris Vierter, Carlos Sainz Sechster. Von der Konkurrenz um WM-Platz drei schaffte es ansonsten nur ein Auto in den dritten Qualifikationsteil. McLaren glaubt an seine große Chance, doch noch vor Racing Point zu landen.

Wäre der Samstag der Sonntag, hätte McLaren das große Ziel erreicht. Lando Norris und Carlos Sainz würden mit diesem Ergebnis ihrem Team 20 WM-Punkte schenken. Racing Point müsste mit vier Punkten leben. Renault sogar nur mit einem Zähler. Es würde reichen, damit McLaren doch noch den dritten Platz im Konstrukteurspokal erobert, Racing Point die Saison als Vierter abschließt und Renault als Fünfter.

Doch Punkte werden in der Formel 1 nicht nach der Qualifikation vergeben, sondern nach dem Rennen. Und da wartet auf die papayagelben Rennwagen noch eine schwere Aufgabe. Sainz warnt: "Die Renault werden im Rennen schnell sein. Und die Racing Point auch. Sergio wird mit Sicherheit von hinten durch das Feld pflügen, wie in der letzten Woche." Wir wissen: Da gewann der Mexikaner im Racing Point, obwohl er nach einer Runde Letzter war.

Renault fehlt plötzlich Grip

Eine Motorenstrafe verbannt Perez in die letzte Startreihe. "Der frische Motor sollte mir im Vergleich mit den alten Triebwerken ein paar Zehntel pro Runde bringen. Dadurch sollte ich nach vorne kommen. Ich werde es müssen, damit wir genügend Punkte holen." Es ist die große Chance für McLaren, den Rivalen im Schlussspurt doch noch abzufangen. Dafür muss man mindestens elf Punkte mehr holen als die Mannschaft aus Silverstone. "Wir dürfen uns vom Ergebnis der Qualifikation nicht ablenken lassen. Wir müssen auf dem Boden bleiben und morgen unsere Arbeit erledigen. Die Ausgangsposition ist aber eine gute", merkt Teamchef Andreas Seidl an.

In den letzten Wochen strauchelte McLaren vor allem in der Qualifikation. Auf eine schnelle Runde fehlte das letzte Quäntchen im Vergleich zu Racing Point und Renault. Dieses Mal stimmte die Leistung schon am Samstag. Zum ersten Mal seit Imola kamen beide McLaren in den finalen Durchgang, während beide Renault-Piloten und Perez aus ihren Autos kletterten. Der Mexikaner freiwillig, weil er ohnehin nach hinten rutscht und weil er sich den Startreifen aussuchen möchte. Die Renault-Fahrer, weil im entscheidenden Moment der Speed abhandenkam.

Teammanager Alan Permane erzählte: "Unseren Autos fehlte plötzlich Grip." Daniel Ricciardo rätselte. "Das war eine böse Überraschung. Im dritten Training hatte sich das Auto noch so gut angefühlt. Es gibt für mich auch nach der Besprechung mit den Ingenieuren keinen ersichtlichen Grund, warum wir auf einmal abfielen." Teamkollege Esteban Ocon klagte: "Die Balance war eigentlich perfekt. Dann machen wir die übliche Setup-Anpassung, um auf den Temperaturabfall am Abend zu reagieren und plötzlich erkenne ich mein Auto nicht wieder. Keine Traktion, und ein instabiles Heck beim Einlenken und in den mittelschnellen Kurven."

Esteban Ocon - Renault - GP Abu Dhabi 2020 - Qualifikation
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Renault muss sich mit den Startplätzen zehn und elf anfreuden.

Norris hilft frischerer Motor

In allen Trainings waren die Renault in der oberen Tabellenhälfte. Einzige Ausnahme war der Auftakt. Im ersten Training streikte in Ricciardos Auto nach drei Runden die Benzinpumpe. Die Generalprobe vor der Qualifikation beendeten die gelbschwarzen Autos sogar auf den Positionen drei und vier. Vor dem McLaren von Lando Norris.

Zwei Stunden später bei Dunkelheit und unter Flutlicht trumpfte McLaren auf. Die Fahrer hatten in den Trainings das Potential des Autos angedeutet. Und sie lieferten ab, als es darauf ankam. "Das war zwar nicht die perfekte Runde, aber eine saubere. Für mein Befinden war es die beste Qualifikationsrunde meiner Saison", sagte Norris.

Der neue Renault-Motor, der den McLaren mit der Startnummer 4 seit dem zweiten Bahrain-Rennen antreibt, half. "Endlich verliere ich keine Zeit mehr auf den Geraden." Die McLaren waren sogar eine Gefahr für Red Bull und Mercedes. Der Engländer schrammte nur 0,226 Sekunden an Pole Position vorbei. Die Erklärung für das gute Abschneiden und den geringen Abstand zur Spitze lässt sich nur in den Reifentemperaturen finden, weil eigentlich keiner neue Teile am Auto hatte. Mercedes war in der Qualifikation außer Form. McLaren zündete hingegen die Pirellis an und bewahrte sie im letzten Streckenabschnitt vor dem Überhitzen.

Carlos Sainz - McLaren - GP Abu Dhabi 2020 - Qualifikation
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Carlos Sainz startet auf den gelben Mediumreifen, Lando Norris auf den roten Softs.

McLaren splittet Taktik

Im Vergleich zum Vorjahr steigerte sich McLaren um eine Sekunde. Mercedes fiel um eine halbe Sekunde ab. Red Bull war praktisch gleichschnell. Genauso wie Renault. Der Werksrennstall hätte mehr drauf gehabt, wenn man das Auto besser auf die tieferen Temperaturen am Abend abgestimmt hätte. Zwischen Training und Qualifikation muss sich Renault verzettelt haben.

Wenigstens rücken Ocon und Ricciardo durch die Strafversetzung von Charles Leclerc um je eine Position auf. Und wenigstens aus Sicht des Teams dürfen beide Fahrer den Startreifen bestimmen. Im Gegensatz zu Norris, Albon, Kvyat, Stroll und Gasly, die auf den weichen Reifen festgenagelt sind, können sie mit einer härteren Garnitur losfahren.

McLaren teilte die Strategie, um alle Eventualitäten abzudecken. Norris am Start auf weichen, Sainz auf den mittelharten Pirellis. "Das gibt dem Team bei der Strategie mehr Flexibilität", sagt der Spanier, der mit seiner Q2-Runde zufrieden war, allerdings mit den Q3-Versuchen haderte. "Da habe ich ein paar Fehler zu viel eingebaut."

Sainz weiß, dass er auf den Mediumreifen länger fahren kann. Doch er warnt. "Die Jungs auf weichen Startreifen werden den Undercut versuchen, früh auf die harte Mischung wechseln, und probieren, mich so zu knacken. Es wird schwer, sie hinter mir zu halten." Der Teamkollege sagt deshalb: "Wir haben uns heute in die bestmögliche Ausgangsposition für morgen gebracht. Doch Teil eins der Arbeit waren nur zehn Prozent. Morgen wartet der größere Berg."

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