McLaren - GP Deutschland 2019 Motorsport Images
Max Verstappen - Red Bull - GP Deutschland 2019 - Hockenheim - Rennen
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Deutschland 2019 - Hockenheim - Rennen
Daniil Kvyat - Toro Rosso - GP Deutschland 2019 - Hockenheim - Rennen
Safety Car - GP Deutschland 2019 - Hockenheim - Rennen 64 Bilder

McLaren gibt weiter Gas

Technik-Upgrade für den GP Ungarn

Hockenheim war keine Strecke für McLaren. Das langsame Motodrom zwang den papayagelben Autos einen Setup-Kompromiss auf. Am Rennsonntag sah es nach einer Pleite aus. Bis die Strategen eine goldrichtige Entscheidung trafen.

McLaren ist die Konstante im Mittelfeld. Zehn Punkte in Frankreich. Zwölf in Österreich, acht in England und zehn in Deutschland. Inzwischen hat der Traditionsrennstall seinen Motorenpartner Renault abgehängt. Die Rivalen um Platz vier in der Team-Weltmeisterschaft trennen 31 Punkte. Das ist ein großes Polster im Mittelfeld. Wenn die drei Top-Teams ihre Autos durchbringen, bleiben für den Rest maximal zehn Zähler übrig. Renault muss sich langsam Sorgen machen. Dazwischen hängt zudem nun auch noch Toro Rosso.

McLaren und die langsamen Kurven

Teamchef Andreas Seidl atmete auf. Hockenheim war keine McLaren-Strecke. Im Motodrom büßten Carlos Sainz und Lando Norris am Trainingsfreitag zu viel Rundenzeit ein. Dem McLaren passen langsame Kurven nicht. Ein Upgrade beim GP Ungarn soll das ändern.

McLaren testete schon in Hockenheim einen neuen Heckflügel, der das Auto auf dem winkeligen Hungaroring beflügeln soll. Dazu gibt es weitere Retuschen am Unterboden. „Ich würde nicht von einem großen Upgrade sprechen. Wir sind darauf aus, kontinuierlich neue Teile zu bringen“, erklärt der Ex-Porsche-Rennleiter.

McLaren verfolgt eine andere Strategie als Renault. Statt großer Upgrades entwickelt man den MCL34 in kleinen Portionen. „Das hilft uns beim Verständnis.“ Das Auto ist in mittelschnellen und schnellen Kurven bereits gut. Die Kunst ist es jetzt, in langsamen besser zu werden, ohne sich den eigenen Stärken zu berauben. Da sind Updates von Rennen zu Rennen sinnvoll. Weil man schneller erkennt, wenn eine Entwicklung schiefläuft, eine gewisse Veränderung seine Wirkung verfehlt.

Hockenheim zwang McLaren zu Kompromissen in der Abstimmung. Änderungen am mechanischen Setup für das Motodrom, dafür weniger Geschwindigkeit in den ersten beiden Teilabschnitten. „In Summe waren wir dadurch in allen Sektoren ausgeglichener“, sagt Seidl.

Es zahlte sich bei Carlos Sainz aus. Der Spanier eroberte den siebten Startplatz. Teamkollege Lando Norris tat sich schwerer. Vielleicht zahlte der Rookie auch den Preis dafür, dass er im Training lange mit den Medium-Reifen fuhr, um die Rennabstimmung zu finden. Da fehlte womöglich die Praxis mit den weichen Reifen auf eine fliegende Runde.

Lando Norris - GP Deutschland 2019
Motorsport Images
Lando Norris wurde Opfer eines Motorenproblems.

Renault mit Großangriff nach Sommerpause

Norris scheiterte im ersten Qualifying-Durchgang. Im Rennen streikte sein McLaren nach 25 Runden. „Er kam eigentlich gut rein. Leider war auf einmal die Motorleistung weg“, berichtete Seidl. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Teamkollege hinter dem Jungspund. Sainz hatte sich im Motodrom in der vorletzten Kurve abgelegt. Als einer der ersten. Das kostete ihn 28 Sekunden und verbannte ihn nach hinten.

Die McLaren-Strategen befreiten ihren Fahrer aus dem Hinterfeld, indem sie sich einen Boxenstopp sparten. Sainz harrte auf den Intermediates aus, als der Großteil des Feldes Slicks ausprobierte. Das spülte ihn zurück ins Rennen. Der Spanier absolvierte mit drei Stopps so wenige wie kein anderer. Es war sogar ein Podest möglich.

Doch als die Strecke abtrocknete, wählte McLaren die konservative Taktik und blieb zunächst auf Intermediates. Toro Rosso und Racing Point zockten, und landeten vor den Briten. „Sie haben sich für das Risiko entschieden. Deshalb verdienen sie die Positionen vor uns“, applaudiert Seidl der Konkurrenz. „Wir sind auf Nummer sicher gegangen. Niemand aus unserem Umfeld stoppte. Und wir wollten nichts riskieren, was uns aus den Punkten hätte werfen können.“

Renault wird sich strecken müssen, um sein Kundenteam in der zweiten Saisonhälfte einzufangen. Die Franzosen wollen erst nach der Sommerpause reagieren, und ein großes Upgrade für den Kampf gegen McLaren aufbieten.

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