Fernando Alonso - McLaren - GP Kanada 2016 - Montreal - Qualifying sutton-images.com
Carlos Sainz - Toro Rosso - GP Kanada 2016 - Montreal - Qualifying
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McLaren zurückhaltend nach Kanada-Quali

"Das Rennen wird unser großer Test"

Der neue Turbolader von Honda zeigt seine Wirkung. Auf der Highspeed-Strecke von Kanada sauste Fernando Alonso das dritte Mal in Folge im Qualifying in den dritten Durchgang. In Euphorie verfällt McLaren jedoch nicht. Zu weit ist der Traditionsrennstall noch von den eigenen Ansprüchen entfernt.

In Kanada durchlebte McLaren im Vorjahr eines seiner schwierigsten Rennen. Weil der Honda-Motor zu sehr nach Sprit dürstete und die Elektromaschinen nicht ausreichend Leistung ablieferten. Alonso fluchte damals, als Gegner wie Marcus Ericsson mühelos an ihm vorbeizogen: „Ihr lasst mich wie einen Amateur aussehen.“

McLaren hat höhere Ansprüche

12 Monate später hat sich die Situation gebessert. Im Montreal-Qualifying schaffte Alonso zum dritten Mal in Folge den Sprung in Q3. Und zum dritten Mal belegte er nach den finalen 12 Minuten den zehnten Rang. „Es war eine Überraschung, dass wir auf dieser Strecke den Einzug in Q3 geschafft haben“, konstatierte Renndirektor Eric Boullier. Allzu große Freude bereitete die Überraschung nicht. Team und Fahrer haben andere Ansprüche an sich. „Wir verfallen jetzt nicht in Begeisterungsstürme. Uns hat es sicher geholfen, dass Carlos Sainz in die Wall of Champions gedonnert ist. Unser Ziel ist es, Rennen zu gewinnen“, stellte Boullier klar.

Immerhin arbeitet sich McLaren mehr und mehr nach vorne. Weil Motorenpartner Honda besser und besser wird. „Wir kommen allmählich auf den Radar fürs obere Mittelfeld“, sagt der Franzose. Honda stattete seinen V6 für den GP Kanada mit einem neuen Turbolader aus. Dafür investierte man zwei Token. Die Entwicklung zeigt Wirkung. Der neue Turbo erleichtert es der MGU-H, bei Vollgas mehr Energie zu rekuperieren, ohne dass dafür Leistung im Verbrennungsmotor verloren geht. Und die Piloten können über längere Phasen die 160-Zusatz-PS aus den Elektromaschinen abrufen.

Reifenvorteil für Button?

Das Qualifying war aber noch nicht die wirkliche Standortbestimmung. Die große Prüfung wartet am Sonntag. „Das Rennen wird unser großer Test. Letztes Jahr hatten wir nicht immer die notwendige Elektropower in jeder Runde. Und wir mussten massiv Sprit sparen. Wir sehen morgen, wie groß der Fortschritt ist“, erklärte Jenson Button, der auch klipp und klar sagt: „Von einer dicken Punkteausbeute sind wir noch weit entfernt.“

Die Honda-Antriebseinheit hat auch an Standfestigkeit gewonnen. Ganz kugelsicher ist sie aber nicht. Am Freitagmorgen qualmte Buttons McLaren aufgrund eines Öllecks. Daraufhin tauschte Honda den Motor, die MGU-H und MGU-K sowie den Turbolader aus. Im Qualifying errang Button den zwölften Rang. Auf Alonso büßte der Weltmeister von 2009 gute eineinhalb Zehntel ein. „Ich bin mit meiner Leistung heute einverstanden. Ich habe es wirklich genossen, das Auto zu fahren“, resümierte der Engländer, der sich für den Rennstart die Reifen aussuchen darf.

Ein Vorteil für ihn und ein Nachteil für Alonso? „Vielleicht“, zuckt der Spanier mit den Schultern. „Du kannst nicht planen, wo du landest. Du gibst einfach alles und nimmst das Ergebnis dann so, wie es eben kommt“, sagt der Doppelweltmeister. Und fügt hinzu: „Falls es regnen sollte, starte ich lieber auf Platz 10 als auf 11.“

Im Gegensatz zu Monaco hatte McLaren mit den kühlen Asphalttemperaturen diesmal nicht zu kämpfen. „Alle haben ein oder zwei Aufwärmrunden gebraucht. Für uns waren die Reifen kein Problem. Wir sind in einer besseren Position als noch vor zwei Wochen“, erzählt Alonso.

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