Jenson Button GP England 2011 Rennen dpa
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Prinz Harry McLaren GP England 2011 Rennen 53 Bilder

McLaren

Zwei Pannen verhageln das Ergebnis

Nach der Enttäuschung im Training versöhnte McLaren die englischen Fans mit einem starken Rennen. Der Speed war besser, doch es gab zu viele Pannen. Jenson Button fiel nach einem missglückten Boxenstopp aus. Lewis Hamilton musste Sprit sparen.

Das Finale war grandios. Lewis Hamilton und Felipe Massa legten die letzten drei Kurven Seite an Seite zurück. Es ging zwar nur um Platz vier, doch die 123.000 Zuschauer standen auf ihren Sitzen. Im Ziel hatte Hamilton die silberne Nase seines McLaren um 0,024 Sekunden vorne. Massa kreuzte den Zielstrich außerhalb der Strecke, aber anderthalb Meter hinter dem Briten. Der Brasilianer sprach von einem fairen Zweikampf: "Lewis hat mich in der Zielkurve zwar immer weiter nach außen gedrängt, doch das war legitim."

McLaren von eigenem Renntempo überrascht

Der McLaren-Pilot dankte im Ziel den Zuschauern: "Sie haben gejubelt, als hätte ich gewonnen." Für einen Sieg hätte Hamilton schon Bedingungen gebraucht, wie sie zwischen den Runden zehn und 20 herrschten. Da waren die McLaren die schnellsten Autos im Feld. Keiner brachte die Reifen so rasch auf Temperatur wie Hamilton und Button. Das Renntempo überraschte selbst die Teamleitung. Die hatte nach dem bescheidenen Trainingsergebnis mit weniger gerechnet. Warum es so viel besser lief, wusste selbst Teamchef Martin Whitmarsh nicht. "Hamiltons Startplatz verfälscht das Trainingsbild ein bisschen. Den haben wir ihm mit einer falschen Reifentaktik eingebrockt."

Die McLaren-Ingenieure hatten sich bei Hamilton jedenfalls gründlich verrechnet. Ab Runde 42 hörte der Zehnte des Trainings am Funk: "Du musst Benzin sparen, sonst kommst du nicht ins Ziel." Die Techniker hatten selbst nicht damit gerechnet, dass sich Hamilton so schnell aus dem Mittelfeld nach vorne kämpfen kann. "Damit war er schneller unterwegs als die Marschtabelle", verrät Whitmarsh. "Wir rechneten mit einer längeren Zeit im Verkehr auf seinem Weg nach vorne."

Hamiltons Bremstemperatur zu niedrig

Spritsparen hat mit modernen Formel 1-Autos unangenehme Nebeneffekte. Zum Beispiel den, dass bei der Langsamfahrerei die Bremsen zu wenig beansprucht werden und damit auskühlen. "Deshalb haben dauernd die Räder blockiert. Und deshalb hatte Webber leichtes Spiel." Erst in der letzten Runde gab Renningenieur Andy Latham seinem Fahrer den erlösenden Befehl: "Volle Attacke. Du kannst wieder voll angreifen." Hamilton hatte trotzdem Mühe mit seinem WM-Rivalen von 2008. "Felipe war bereits zu nah dran."

Jenson Button hatte seine stärkste Phase kurz vor dem letzten Boxenstopp. "Ich habe auf Lewis, Webber und Vettel aufgeholt. Mit meinem späten Boxenstopp hätte ich es wahrscheinlich an Mark vorbeigeschafft." Dazu kam es nicht mehr. Als Button die Boxengasse verlassen wollte, eierte vorne rechts das Rad auf dem Radträger. Die Radmutter fehlte.

Whitmarsh: "Fehler passieren"

"Dem Mechaniker rechts vorne sprang die Radmutter aus dem Schlagschrauber. Als er sich nach Ersatz umdrehen wollte, hat das der Wagenheber-Mann offenbar falsch gedeutet. Er ließ das Auto runter, und der Lollipop-Mann gab das Zeichen zur Abfahrt", erzählte Button den Vorfall aus seiner Sicht. Whitmarsh gab sich gnädig: "Fehler passieren. Unsere Boxenstopps sind sonst immer absolut top."

Die McLaren-Strategen haben nach dem Rennen wahrscheinlich drei Vaterunser gebetet, dass die leidige Auspuff-Frage endlich eine Lösung gefunden hat. Alle Teams einigten sich darauf, dass ab sofort die Valencia-Regeln gelten sollen. Anblasen ist also wieder erlaubt, mit der Einschränkung, dass sich an den Motoreinstellungen zwischen Training und Rennen nichts ändert. "Die fairste Lösung", applaudierte Whitmarsh. Das Training hatte das Schlimmste befürchten lassen. "Da sah es so aus, als hätten wir unter einem Verbot mehr zu leiden als andere", hieß es aus dem McLaren-Camp.

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