Fernando Alonso - McLaren-Honda - GP Österreich 2017 - Qualifying xpb
Valtteri Bottas - Mercedes - GP Österreich 2017 - Spielberg - Qualifying
Fans - GP Österreich 2017 - Spielberg - Qualifying
Max Verstappen - Red Bull - GP Österreich 2017 - Spielberg - Qualifying
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Österreich 2017 - Spielberg - Qualifying
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Österreich 2017 - Spielberg - Qualifying 40 Bilder

Das Motorenproblem von McLaren

Mercedes drängt sich nicht vor

McLaren-Honda brachte beide Fahrer auf einer Motorenstrecke ins Q2. Obwohl Fernando Alonso auf den alten Motor zurückgreifen musste. McLarens Versuch, den Motorenpartner zu wechseln, wird immer schwieriger.

Der Red Bull-Ring ist keine Strecke für McLaren-Honda. Weil hier Power eine fast genauso große Rolle spielt wie in Montreal und Baku. Trotzdem fuhr der leidgeprüfte Rennstall mit gewissen Hoffnungen in die Steiermark. McLaren hatte einen neuen Frontflügel im Gepäck, Honda eine Motor-Evolution. Über den Leistungssprung der Spec3-Einheit schweigt sich Honda aus. In der Rundenzeit soll er 0,15 Sekunden betragen. Es ist also auf jeden Fall ein zweistelliger PS-Gewinn. Von McLaren hört man, dass der 2017er Honda V6-Turbo in seiner dritten Ausbaustufe nun zum ersten Mal mehr Leistung hat als der Stand in Abu Dhabi 2016.

Am Freitag bestätigten Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne mit den Plätzen 8 und 12 den Aufwärtstrend. Doch am Samstag hielt Honda für seinen Star-Piloten eine schlechte Nachricht bereit. Der Spec3-Motor musste wieder ausgebaut werden. In Alonsos Antriebseinheit war die ebenfalls modifizierte MGU-H gebrochen. „Ein mechanischer Schaden. Sehr ärgerlich, aber immerhin kennen wir den Grund“, bedauerte Motorenchef Yusuke Hasegawa.

Weil sich die alte MGU-H nicht so einfach auf den neuen Motor schrauben lässt, entschied Honda wieder auf die alte Verbrennungsmaschine zurückzubauen. „Sonst hätten wir eine Strafe riskiert.“ In der Qualifikation schafften es beide Piloten ins Q2. Alonso zeigte sich trotz der Enttäuschung mit dem Motor erstaunlich milde: „Von meinem 12. Startplatz kann ich in die Punkte fahren. Wir verbessern uns ständig. Das Team bringt ständig neue Aero-Teile, Honda regelmäßig Motor-Upgrades. Wir bewegen uns in die richtige Richtung. Uns fehlt nur noch die Zuverlässigkeit.“

Auch Teamchef Eric Boullier äußert sich moderat: „Wir sind nur ein paar Zehntel von den Top 10-Plätzen entfernt. Unser Projekt ist nun im dritten Jahr, und es hat mit einem Rückschritt begonnen. Aber jetzt sehen wir Anzeichen, dass wir uns wieder auf dem richtigen Weg zurück an die Spitze befinden.“

Was ist da passiert? Alonso lobt Team und Honda

Das sind völlig neue Töne. Bislang bestand die Politik von McLaren und Alonso darin, Honda für seine Probleme öffentlich an den Pranger zu stellen. Und jetzt werden die Japaner fast schon gelobt, obwohl wieder eine Motorkomponente kaputtgegangen ist. Man muss kein Wahrsager sein, um nicht zu erkennen, dass in den letzten zwei Wochen etwas passiert sein muss.

Auf Nachfrage, ob die Ehe McLaren-Honda noch zu retten ist, oder ob ein anderer Hersteller bei McLaren vor der Tür steht, kam ein klares Nein über die Lippen von Hasegawa und Boullier. In einer Deutlichkeit, wie man sie bis jetzt nicht gehört hat. „Wir sind natürlich frustriert und wir tragen viel dazu bei, dass auch Eric frustriert ist“, führt Hasegawa aus, fährt dann aber fort: „Das ist für Honda kein Grund sich aus dieser Partnerschaft zu verabschieden. Wir stehen zu diesem Projekt und werden alles tun, uns zu verbessern.“

Fakt ist: McLaren kann sich von Honda nur trennen, wenn die Japaner dem zustimmen. Es mag im ursprünglichen Vertrag Leistungsklauseln gegeben haben, doch dieses ursprüngliche Abkommen soll in dem Augenblick seine Gültigkeit verloren haben, in dem Honda mit seinem Beitrag immer größere Löcher im Etat stopfen musste, weil McLaren Sponsoren verloren hatte. Die anderen Motorenhersteller können McLaren nur helfen, wenn der Vertrag mit Honda rechtskräftig gekündigt ist. „Würden wir in einen bestehenden Vertrag eingreifen, indem wir einen Motor anbieten, könnte uns Honda verklagen“, erklärt Niki Lauda die Position von Mercedes.

Angeblich wurde bei Mercedes bereits beschlossen, nur dann einzuspringen, wenn McLaren ganz ohne Motor dastehen würde. Das Duell mit Ferrari und möglicherweise bald schon Red Bull ist so intensiv, dass man sich nicht mit einem weiteren Kundenteam belasten will. Und man holt sich ungern einen weiteren Kontrahenten ins Haus. Da lässt Mercedes lieber Renault den Vortritt. Angeblich sind die Franzosen eher bereit, McLaren zu helfen, sollte sich Honda doch noch verabschieden.

Zur Startseite
Motorsport Aktuell Romain Grosjean - HaasF1 - GP Österreich 2017 - Qualifying Hochs und Tiefs im Mittelfeld HaasF1 plötzlich vierte Kraft

Die Top 6 sind besetzt. Dahinter geht es in Spielberg munter zur Sache.

Mehr zum Thema GP Österreich (Formel 1)
Tagebuch - Formel 1 - GP Österreich 2018
Aktuell
Mercedes vs. Ferrari - GP Österreich 2018
Aktuell
Niki Lauda - Legenden-Parade - GP Österreich 2018
Aktuell