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Verstellbarer Heckflügel

Teams versprechen mehr Überholmanöver

Der verstellbare Heckflügel stand nach dem GP Australien in der Kritik. Viele Fahrer beschwerten sich, dass er beim Überholen keine große Hilfe gewesen sei. Die Teams und die FIA schoben es auf die Streckencharakteristik von Melbourne. Für Sepang versprechen sie deutlich mehr Überholmanöver.

Die FIA-Statistik hat die Überholmanöver beim GP Australien genau analysiert. Unter allen Überholvorgängen in Melbourne sind exakt fünf darauf zurückzuführen, dass der Hintermann den Vorteil des flach gestellten Heckflügels nutzen konnte. Das ist weniger als erwartet, auch wenn die FIA immer wieder beteuert hat, dass die neue Technik das Überholen nicht zu einfach machen sollte.

In Malaysia sind Bedingungen besser

"Das Problem in Melbourne bestand darin, dass die Kurve in die Zielgerade relativ schnell ist", erklärt Nick Heidfeld. "So dritter, vierter Gang. Da ist es nicht einfach, am Vordermann dranzubleiben."

Dazu kommt, dass die Zielgerade in Melbourne mit 720 Metern relativ kurz ist. Da blieben für das Aktivieren des Heckflügels nur noch 600 Meter übrig. Das kann in Malaysia nicht passieren. Die Zielgerade misst 870 Meter. Wie lange die Fahrer den Flügel benutzen dürfen steht noch nicht fest. "Das werden wir im ersten Training testen und danach festlegen", verrät FIA-Rennleiter Charlie Whiting. "Wir wollen schauen, wie lange die Fahrer auf der Zielgeraden Vollgas geben und diesen Wert mit Melbourne vergleichen. Dann bestimmen wir, wie lange der Flügel flach gestellt werden darf." Whiting verspricht: "Es wird sicher länger sein als in Melbourne." Ein Richtwert ist 800 Meter.

Höchstens drei Zehntel Abstand zum Vordermann

Der Kurs von Sepang bietet gegenüber Melbourne noch einen Vorteil. Der Messpunkt für den Abstand liegt direkt vor der Zielkurve. Und die ist in Malaysia eine Haarnadel. Das macht es einfacher, dem Vordermann dicht zu folgen. In Melbourne musste der Angreifer drei Kurven lang warten, bis er den Flügel aktivieren konnte. "Da hatten die meisten am Eingang der Zielgeraden schon wieder eine Sekunde und mehr Abstand. Bei dieser Differenz war es selbst mit flach gestelltem Flügel nicht möglich, genügend Boden gutzumachen", erklärt Ferrari-Technikchef Aldo Costa. "Unsere Berechnungen haben ergeben, dass man beim Aktivieren nicht mehr als drei Zehntel hinter dem Vordermann liegen durfte, um überholen zu können."

Mark Webber gibt dem Heckflügel eine zweite Chance. "In Malaysia sind alle Rahmenbedingungen besser als in Melbourne. Wenn es hier nicht klappt, dann nirgendwo." Auch die FIA scheint sich sicher zu sein, dass der Flügel beim zweiten Grand Prix des Jahres keinen Anlass zu Klagen geben wird. Die ursprüngliche Idee, den Flügel auf zwei Geraden einzusetzen, wurde wieder fallengelassen. Es wäre sonst vermutlich zu einfach geworden, den Vordermann zu überholen.

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