Mercedes fährt mit Aero-Gitter

Was testet Mercedes für 2017?

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Brasilien - Interlagos - Freitag - 11.11.2016 Foto: sutton-images.com 105 Bilder

Mercedes rückte im ersten Training zum GP Brasilien mit einem Staudruck-Gitter hinter dem linken Hinterreifen aus. Die Konkurrenz war überrascht, denn der Silberpfeil hatte keine neuen Teile an Bord. Der Test zielte auf die Aerodynamik-Entwicklung für 2017 ab.

Das neue Reglement treibt die Ingenieure um. Wie soll man 2017er Komponenten mit Autos testen, die 20 Zentimeter schmaler sind als die Fahrzeuge in der kommenden Saison? Die Flügel und der Diffusor werden 2017 komplett andere Abmessungen haben. Es sind deutlich mehr Leitbleche im Bereich vor den Seitenkästen erlaubt.

Deshalb überraschte Mercedes die Konkurrenz mit einem großen Staudruck-Gitter hinter dem linken Hinterrad von Lewis Hamiltons W07. Am Mercedes mit der Startnummer 44 waren aber keine neuen Komponenten zu erkennen, die auf einen Vorgriff auf 2017 schließen lassen. Doch was hat das Weltmeister-Team dann getestet?

FIA musste Mercedes-Test genehmigen

Die Ingenieure lieferten die Auflösung. Technikchef Paddy Lowe erklärte: „Es ging hauptsächlich darum, unseren Windkanal und die Simulationsprogramme mit der Wirklichkeit abzugleichen. Das soll uns helfen, Strecke und Windkanal noch besser zu korrelieren. Und zwar in einem Bereich, der im nächsten Jahr extrem wichtig ist.“

Der Heckflügel wird breiter und niedriger. Damit ändern sich die Strömungsverhältnisse hinter den Hinterrädern. „Wir sind bis jetzt nur mit Strömungsgittern hinter den Vorderrädern gefahren. Es war der erste Test dieser Art an dieser Stelle des Autos“, verrät Lowe.

Hamilton fuhr dabei sowohl mit konstanter Geschwindigkeit über die Zielgerade, als auch im Renntempo. „Lewis ist seine schnellste Runde mit den Medium-Reifen mit dieser Apparatur gefahren“, belustigte sich Lowe.

Die FIA musste den Test erst genehmigen. Aero-Tests am Freitag sind erlaubt, aber nur unter der Bedingung, dass sie die Maximalabmessungen des Autos nicht überschreiten, nicht die Sicht des Fahrers beeinträchtigen und nicht in der Nähe der Crash-Strukturen angebracht werden.

Mercedes musste das Messgerät etwas zurechtstutzen, um nicht weiter als 60 Zentimeter über die gedachte Mittellinie des Autos hinaus zu ragen. In der Galerie haben wir einige Fotos des Sensors. Und auch der Tests von Williams und Red Bull.

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