Mercedes analysiert Panne

Montreal-Kühlpaket schuld an Defekt

Lewis Hamilton - GP Kanada 2014 Foto: xpb 46 Bilder

Mercedes hat die mysteriösen Schäden an seinen Autos beim GP Kanada analysiert. An beiden Silberpfeilen überhitzte das für den Elektromotor zuständige Steuergerät. Daraufhin schaltete sich die MGU-K ab. Schuld war das für Montreal spezifische Kühlpaket an den Mercedes.

Mercedes betont immer wieder, dass Lewis Hamilton und Nico Rosberg gleiches Material bekommen. Beim GP Kanada trat das führende Team in der WM unfreiwillig den Beweis an. Am Ende der 36. Runde und zu Beginn des 37. Umlaufs trat innerhalb von 20 Sekunden der gleiche Defekt auf.
 
Einer der beiden Elektromotoren schaltete sich ab. Zuerst bei Hamilton, dann bei Rosberg. Da es sich um die MGU-K handelte, konnte keine Elektrokraft mehr in den Antrieb eingespeist werden. Es fehlten 160 PS.

Die Ursache für den Streik der MGU-K war schnell gefunden. Das dafür zuständige Steuergerät mit dem Namen CE-CUK wurde zu heiß. Im Inneren des Hochspannungsteils brannten diverse Bauteile durch. Deshalb war ein Neustart des Systems auch dann nicht mehr möglich, als sich die Elektronikbox wieder abgekühlt hatte. Später stellten Mercedes-Techniker fest, dass die Steuereinheit exakt bei der Temperatur ihren Geist aufgab, für die sie maximal ausgelegt ist.

Mercedes-Schäden am Prüfstand nachgestellt

Mercedes stellte den Schadensfall auf den Prüfständen in Brixworth nach, um zu überprüfen, warum der Defekt ausgerechnet in Kanada und nicht zuvor an einer anderen Strecke aufgetreten ist. In Bahrain und Malaysia herrschten höhere Temperaturen. Trotzdem kamen die Silberpfeile klaglos über die Distanz. Damit war klar, dass es am Aerodynamikpaket für den GP Kanada lag.

Die Autos traten in Montreal zum ersten Mal in einer Konfiguration für mittleren Abtrieb an. Damit verändert sich auch die Anströmung der Kühler, weil der Frontflügel und die vorderen Bremsbelüftungen für die schnelle Strecke modifiziert worden waren. Vermutlich gab es auch unter der Verkleidung entsprechendes Feintuning für Montreal. Das Steuergerät sitzt im Bereich des Energiespeichers im Inneren des Monocoques.

Rosberg und Hamilton bekommen dritte ECU

Die Elektronikboxen sind dauerhaft beschädigt und damit für den Rest der Saison nicht mehr einsatzbereit. Rosberg und Hamilton werden beim GP Österreich ihre dritte CE-CUK bekommen. Fünf sind pro Fahrer erlaubt. Ab der sechsten Einheit droht der Verlust von Startplätzen.

Bei der Hochspannungs-Kontrolleinheit handelt es sich um ein Verschleißteil. Besonders belastet sind die Leistungsschalter. Deshalb haben die Hochspannungs-Elektronikboxen laut Motorenchef Andy Cowell eine kürzere Lebenserwartung als die Niederspannungsgeräte. Die leiden hauptsächlich unter den Vibrationen und hohen Temperaturen.

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