Mercedes-Angriff auf Red Bull

Neue Flügel bringen zwei Zehntel

Mercedes - Formel 1 - GP China - 11. April 2013 Foto: xpb 105 Bilder

Mercedes greift an. Die Silberpfeile haben in Malaysia Blut geleckt. Jetzt will man mit neuen Flügeln zum Angriff auf Red Bull blasen. Das Aero-Paket soll mindestens zwei Zehntel Zeit bringen. Im Lager der Silberpfeile rechnet man sich sogar Chancen aus, Red Bull zu ärgern.

Mercedes ist auf der Jagd nach Red Bull. Die Ingenieure haben neue Front- und Heckflügel mit zum GP China gebracht. Dazu Modifikationen an der Kühlung und den Bremsbelüftungen. Der Windkanal verspricht zwei bis drei Zehntel.

Dazu kommt, dass Shanghai die Spezialstrecke der Silberpfeile ist. Nico Rosberg hat bei den letzten drei Grand Prix dort immer das Rennen angeführt. 2010 lag er 16 Runden in Front, 2011 waren es 14 und 2012 brachten 48 Führungsrunden den ersten GP-Sieg. Mercedes sieht deshalb auch in diesem Jahr optimistisch dem Rennen auf der Lieblingsstrecke des Silberpfeils entgegen.

Mercedes-Windkanal verspricht zwei bis drei Zehntel

In diesem Jahr verlässt sich nicht nur auf die Streckencharakteristik. Die Ingenieure unter Leitung von Projektleiter Aldo Costa haben viele neue Teile nach Shanghai verfrachten lassen. Ein neuer Frontflügel. Ein Heckflügel für weniger Abtrieb, der eigentlich schon in Malaysia zum Einsatz kommen sollte, wegen des Regens in der Qualifikation aber in der Kiste blieb.

Dazu gibt es Modifikationen an den Bremsbelüftungen und der Kühlung. Die Kühlschächte sollen bis zum GP Spanien weiter optimiert werden. Der Windkanal verspricht zwei bis drei Zehntel pro Runde. Das wäre die Zeit, die noch auf die Red Bull fehlt.

Vorderreifen bricht ohne Vorwarnung ein

Aber da ist ja noch die Strecke. Dieser seltsame Kurs mit 5.451 Metern Länge, der als einer der wenigen mehr auf die Vorderreifen geht als auf die hinteren Sohlen. "Es gibt nicht viele dieser Art", erklärt Teamchef Ross Brawn. "Bei den meisten Strecken muss man sich Sorgen um die Hinterreifen machen."

Das heißt aber nicht, dass die Hinterreifen gar keine Rolle spielen. Dazu Brawn: "Wenn die Temperaturen so moderat bleiben wie vorhergesagt, dann werden die Hinterreifen körnen und der linke Vorderreifen stark abbauen." Es gibt bei dieser Konstellation nur ein Problem. Die Abnutzung der Hinterreifen ist relativ einfach zu kalkulieren.

"Sie brechen je nach Strecke mal mehr, mal weniger ein, aber immer dem gleichen Tempo", erklärt Brawn. "Der Vorderreifen ist schwerer einzuschätzen. Er wiegt dich über einen langen Zeitraum mit mäßiger Abnutzung in Sicherheit. Und dann fällt innerhalb einer Runde der Hammer." Das erschwert die Aufgabe der Strategen. Sie müssen ihre Simulationsprogramme mit sicheren Prognosen speisen, um die beste Renntaktik vorherzusagen.

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