Toto Wolff - Mercedes - Formel 1 - 2018 Wilhelm

Mercedes-Angst vor dem Brexit

Brexit als Vorteil für Ferrari

Mercedes-Teamchef Toto Wolff macht sich Sorgen um den Motorsport-Standort England. Bei einem ungeregelten Brexit stehen den in England stationierten Teams große Probleme im Weg. Das kann zum Vorteil von Ferrari sein, meint Wolff.

Der 29. März ist ein wichtiges Datum für die Politik. An diesem Tag verabschiedet sich England aus der EU. Die Frage ist nur noch wie. Wird es ein geregelter oder ungeregelter Brexit? Und was hat das bitte mit der Formel 1 zu tun?

Sehr viel, meint Toto Wolff. Die in England stationierten Teams müssten sich große Sorgen machen, wenn es zum schlimmsten kommt. Dann stünde eine ganze Motorsport-Industrie vor einem massiven Problem.

Der Mercedes-Teamchef führt aus: „Der Brexit muss für alle Teams die von England aus operieren eine große Sorge sein. Wir haben in unserem Team 26 Nationalitäten, die aus England raus und nach England rein reisen. Wir bekommen Teile von außerhalb und erhalten Teile von außerhalb. Alles just in time. Jede Störung in Bezug auf Zölle oder Lieferverzögerung kann große Auswirkungen haben. Das wird einen Einfluss auf unser Tagesgeschäft nehmen.“

Ungeregelter Brexit ist das Alptraum-Szenario

Wolff fordert, dass die britische Motorsport-Industrie in diesem Fall ihren Standpunkt der Politik klarmachen muss. Die Unsicherheit könnte eine Kern-Industrie auf der Insel nachhaltig beschädigen. Und die Politik sollte sich dessen bewusst sein und alles dafür tun, dass England das Herz des Motorsports bleibt.

Man habe den Gedanken an einen Brexit lange verdrängt, weil man davon ausgegangen ist, dass sich am Ende der gesunde Menschenverstand durchsetzt. Doch zuletzt kamen Wolff da immer mehr Zweifel. „Ein ungeregelter Brexit wäre ein Alptraum-Szenario.“

Im Hinterkopf hat sich Mercedes schon für den schlimmsten Fall vorbereitet. „Wir müssten in diesem Fall reagieren, mehr Teile auf Lager halten oder uns über die Lieferkette Gedanken machen. Andernfalls könnten unsere Produktion und auch unser Entwicklungsprogramm behindert werden.“ Wolff schließt daraus: „Ein harter Brexit würde für Ferrari und Sauber einen großen Vorteil bedeuten.“

Red Bull-Teamchef Christian Horner versucht den Ball flach zu halten. „Zuerst müssen wir mal wissen, wie der Brexit aussieht. Erst dann können wir reagieren. Es macht keinen Sinn, jetzt Schreckensszenarien an die Wand zu malen.“ Racing Point-Kollege Otmar Szafnauer pflichtet bei: „Wir haben auch einige Lieferanten aus den USA. Das ist ja auch kein Problem. Ich könnte mir vorstellen, dass es am Anfang vielleicht zu ein paar Zeitverzögerungen kommt, aber das sollte sich schnell einspielen.“

Zur Startseite
Motorsport Aktuell McLaren - GP Kanada 2019 Reifen-Verschwörer brauchen 7 Teams Pirelli wehrt sich gegen Kritik

Es wird für Ferrari und Red Bull nicht leicht, die 2019er Reifen zu ändern.

Mehr zum Thema Mercedes AMG F1
Lewis Hamilton - GP Kanada 2019
Aktuell
Start - GP Spanien 2019
Aktuell
Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 11. Mai 2019
Aktuell