Toto Wolff & Christian Horner - GP Australien 2020 xpb
Lewis Hamilton - F1-Test - Barcelona 2020
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Red Bull vs. Mercedes „DAS“

Protest schon am Freitag?

Red Bull spielt mit offenen Karten Teamchef Christian Horner hat seinen Kollegen Toto Wolff informiert, dass Red Bull gegen die aktive Spurverstellung von Mercedes protestieren wird, wenn „DAS“ am Freitag zum Einsatz kommt.

Jetzt geht es rund. Drei Teams haben die FIA wissen lassen, dass sie sich einen Protest gegen die aktive Spurverstellung planen. Red Bull führt die Protestfront an. Die beiden anderen sollen Ferrari und Alpha Tauri sein. Red Bull-Teamchef Christian Horner nimmt kein Blatt vor den Mund: „Ich habe Toto erzählt, was wir planen. Sollte Mercedes das System am Freitag einsetzen, werden wir dagegen protestieren.“

Red Bull will seinen Protest vor der Qualifikation einreichen. So hätte Mercedes die Chance, „DAS“ zu deaktivieren und eine mögliche Aberkennung aller Rundenzeiten zu vermeiden. McLaren-Teamchef Andreas Seidl sieht der Entscheidung gelassen entgegen: „Wir zählen nicht zu den Protestierern. Ich verschwende meine Energien nicht mit “DAS„. Wir konzentrieren uns lieber auf uns selbst.“

Ursprünglich wollte Mercedes seinen Technik-Coup am Freitag ausprobieren. „Ich werde auf den Geraden viel DAS-sen“, scherzte Valtteri Bottas. „Dabei werden wir ausprobieren, wann und wo wir es einsetzen.“

Bottas geht davon aus, dass die Spurverstellung in der Qualifikation Vorteile bringt und deshalb auch am Samstag zum Einsatz kommt. Die Teamleitung muss entscheiden, ob man das Schicksal herausfordern soll. „Es liegt am Team abzuschätzen, wie hoch das Risiko ist. Wir können auch ohne das System fahren. Das wäre für uns kein Weltuntergang.“

Mercedes - F1-Test - Barcelona - 2020
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Die Frage nach der Legalität von "DAS" könnte schon am Freitag in Melbourne geklärt werden.

FIA-Segen ist kein Freibrief

Red Bull steht auf dem Standpunkt, dass „DAS“ weder als Teil der Aufhängung, noch als Teil der Lenkung legal ist. Würde man die vom Lenkrad aus einstellbare Spur der Rubrik Aufhängung zuordnen, wäre das Konzept schon nach dem Buchstaben des Gesetzes ein Regelverstoß. Aktive Aufhängungen sind seit 1994 verboten.

Die FIA stufte „DAS“ aber als Part der Lenkung ein. Aber auch da hat Red Bull Zweifel. Nach Meinung der Ingenieure erfüllt die Lenkung beim Ziehen und Drücken nicht die Aufgabe einer Lenkung. Weil das Auto nicht seine Richtung ändert. Racing Point-Technikchef Andy Green antwortet: „Dann wären alle Autos illegal. Wir fahren so viel Nachspur, dass beim ersten Einlenken gar nichts passiert.“

Mercedes hat sich im Vorfeld in allen Richtungen bei der FIA abgesichert. Das ist aber kein Freibrief. Die Entscheidung über die Legalität des Systems fällen die Sportkommissare. Die werden in der Regel der Meinung der Experten des Weltverbandes folgen.

Lewis Hamilton - Mercedes - F1-Test - Barcelona - 26. Februar 2020
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Geht Mercedes das Risiko ein und verwendet "DAS" in Melbourne?

Risiko für Mercedes

Das muss aber nicht immer der Fall sein. Beim Massedämpfer Mitte der 2000er Jahre entschieden sich die Kommissare gegen die Einschätzung der Technikexperten des Weltverbandes. Es war damals ein politisch motivierter Schritt. Renault sollte im Duell mit Ferrari geschwächt werden. Green zweifelt: „Du brauchst schon ein gutes Verständnis von der Technik, um gegen die Auslegung der FIA zu argumentieren.“

Für Mercedes wäre es mit einem gewissen Risiko verbunden, trotzdem darauf zu beharren. Dieses Risiko muss der Weltmeister aber möglicherweise nicht eingehen. Wenn Red Bull nach den freien Trainingssitzungen am Freitag einen Protest einreicht, herrscht vor der Qualifikation wenigstens Klarheit.

Ob es am Freitag in Melbourne zum großen Showdown kommt ist nach letzten Informationen aus dem Fahrerlager fraglich. Mercedes könnte in letzter Minute doch darauf verzichten, weil der Saisonstart nicht der richtige Zeitpunkt für einen großen Konflikt unter den Teams ist. Es gibt mit Corona und dem Ferrari-Skandal genug Kontroversen. Da will der Weltmeister möglicherweise keine weitere Baustelle hinzufügen.

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